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Mann mit Geldsorgen © terovesalainen
Mann mit Geldsorgen © terovesalainen

Arbeitslosigkeit: Neubeginn bis Resignation

Arbeitslosigkeit kann jede und jeden treffen - dennoch ist sie ein sehr persönliches und häufig negatives Erlebnis. Wie die neue Lebenslage erlebt und empfunden wird, kann individuell sehr unterschiedlich sein. Viele Betroffene durchlaufen mehrere Gefühls- und Verarbeitungsstadien. Das Spektrum möglicher Phasen ist weitreichend. Je länger die Arbeitslosigkeit andauert, umso mehr nehmen die Zuversicht und die positiven (Zukunfts-)Gedanken tendenziell ab. Ebenso kann sich Resignation einstellen. Besonders in dieser Situation sind passende Bewältigungsstrategien, das soziale Umfeld sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote wichtig.

Erholung vom Schock

Nach einem anfänglichen Schock (Wie kann das sein? Was soll ich jetzt machen? Warum ich? etc.), kann eine Phase des Optimismus folgen (Der nächste Job wird besser! Ich fange etwas Neues an!). Manchmal wird die Arbeitslosigkeit anfangs sogar als Erleichterung wahrgenommen. Insbesondere, wenn der Kündigung negative Erlebnisse vorausgegangen sind, z.B. Mobbing, Intrigen oder Burnout. So bleibt mitunter mehr Zeit für Dinge, die im stressigen Arbeitsalltag manchmal zu kurz kommen, wie mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können. Leider schlägt die vielleicht anfangs empfundene Erleichterung meist schnell ins Gegenteil um. Die viele freie Zeit wird oft als Last empfunden. Freunde und Familienmitglieder haben untertags häufig keine Zeit, Langeweile und Frustration können sich einstellen.

Selbstzweifel bis Resignation

Dauert die Arbeitslosigkeit länger an, kann vermehrt Pessimismus in den Vordergrund rücken. Mehr und mehr kann die Arbeitslosigkeit zur Belastung werden. Sorgen, Ängste und Selbstzweifel breiten sich aus (Ich kann nichts bieten. Niemand lädt mich zu einem Bewerbungsgespräch ein. Ich komme aus dieser Lage nie wieder raus etc.). Schlafstörungen und andere Unruhezustände können sich entwickeln. Die persönliche, aber auch soziale Identität verliert mitunter mehr und mehr an Gestalt. Positive (Zukunfts-)Gedanken können abnehmen und die Zuversicht schwinden. Am Ende dieser Negativspirale kann sich Resignation einstellen, in der die Situation mitunter als gegeben hingenommen wird.

Nicht aufgeben!

Es hängt von vielen Umfeldfaktoren ab, wie man die Situation verarbeitet und darauf reagiert. Neben der finanziellen Ausgangslage spielen z.B. die Persönlichkeit, das Alter, die Qualifikation, der Familienstand, eventuelle bisherige Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit sowie die persönliche Belastungsverarbeitungsfähigkeit (Resilienz) eine große Rolle. Wesentlich ist auch, ob man in der Familie Allein- bzw. Hauptverdiener/in ist.

Die Unterstützung durch Familie, Freunde und Mitmenschen ist ein weiterer wesentlicher Faktor in der Bewältigung. Wichtig ist, der Resignation bewusst entgegenzusteuern. Neben der aktiven Suche nach einem neuen Job, kann es helfen, den Tag zu strukturieren und sich zu beschäftigen („ablenken“). Denn: Ein geregelter Tagesablauf kann Sicherheit schaffen und dabei helfen, sich psychisch und körperlich gut bzw. besser zu fühlen. Zu diesen Strukturelementen können Bewegung an der frischen Luft, das Kochen einer Mahlzeit und fixe Zeiten, in denen Sie sich aktiv mit der Arbeitssuche befassen, zählen.

Wichtig ist auch, Hilfe in Anspruch zu nehmen, falls Sie das Bedürfnis bekommen, mit einer außenstehenden Person über Ihre Situation und Ihre Sorgen zu sprechen. Professionelle Unterstützung finden Sie unter Psychologische und psychotherapeutische Hilfe.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: 

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