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Ärztin beruhigt Patientin © doucefleur
Ärztin beruhigt Patientin © doucefleur

Arbeitslosigkeit: Gesundheitliche Auswirkungen

Arbeitslosigkeit wird von Betroffenen unterschiedlich wahrgenommen. So kann sie – je nach Ursache – zu Beginn mitunter als Erleichterung empfunden werden. Manche Betroffene gehen durchaus motiviert und voller Elan an die aktuelle Lebensphase und die Jobsuche heran. Doch nach einiger Zeit der Arbeitslosigkeit kann sich das Stimmungsbild ändern und negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Bereits in den 1930er-Jahren untersuchte die bekannte österreichische Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“, welche Auswirkungen Arbeitslosigkeit auf das Verhalten und das psychische Wohlbefinden hat. Damals war nach der Schließung einer Textilfabrik beinahe der gesamte Ort Marienthal () ohne Arbeit. Bei der Mehrheit stellten sich Resignation, Apathie oder Verzweiflung ein. Nur wenige Betroffene waren in der Lage, positiv zu denken.

Wie kann sich Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit auswirken?

Viele Untersuchungen zeigen, dass Arbeitslosigkeit sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit verschlechtern kann. Dabei stehen Arbeitslosigkeit und Gesundheit in enger Wechselbeziehung zueinander. Einerseits kommt es bei eingeschränkter Gesundheit leichter zu Arbeitslosigkeit, andererseits beeinflusst Arbeitslosigkeit die Gesundheit negativ. So werden Menschen mit chronischen Erkrankungen seltener beschäftigt, haben ein höheres Risiko arbeitslos zu werden und schlechtere Chancen auf Wiederbeschäftigung. Wesentlich für den Effekt auf den Gesundheitszustand scheint die Dauer der Arbeitslosigkeit zu sein: Je länger die Arbeitslosigkeit anhält, umso eher stellen sich gesundheitliche Beschwerden ein. Negativ verstärkend kommt hinzu, dass bei Arbeitslosigkeit präventives Gesundheitsverhalten wie Bewegung und gesunde Ernährung oft vernachlässigt wird. Mitunter steigt der Alkohol- und Nikotinkonsum. 

Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

Bereits die erste persönliche Konfrontation mit Arbeitslosigkeit kann psychisch sehr belastend sein. Die neue und unangenehme Situation kann zu Überforderung und Stress führen. Der Verlust des Arbeitsplatzes kann mit dem Verlust bzw. der Einschränkung von sozialen Kontakten, der gewohnten Tagesstruktur, sinngebender Tätigkeiten, finanzieller Sicherheit und Anerkennung einhergehen. Je länger die Arbeitslosigkeit andauert, desto häufiger können sich negative psychische Auswirkungen auf die Gesundheit zeigen. Es kann u.a. zu folgenden Symptomen kommen:

Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit

Zu den möglichen körperlichen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit zählen u.a.:

  • Erhöhung des Körpergewichts,
  • Erhöhung des Blutdrucks,
  • Erhöhung des Cholesterinspiegels,
  • Übergang bereits vorhandener Erkrankungen in einen chronischen Zustand,
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Erschöpfungszustände sowie
  • allgemeine Schwächung des Immunsystems und damit erhöhte Infektionsanfälligkeit. 

Was kann jede/jeder selbst in der Phase der Arbeitslosigkeit tun?

Folgende Tipps können hilfreich sein, sich wohl zu fühlen und schnell wieder erwerbstätig zu werden:

  • Glauben Sie an sich selbst: Wer selbstbewusst in ein Bewerbungsgespräch geht, verbessert seine Chancen einen guten Eindruck zu hinterlassen und schnell wieder eingestellt zu werden.
  • Struktur schaffen: Geben Sie Ihrem Tag Struktur und einen fixen Ablauf.
  • Aktiv bleiben, Sport treiben und auf sich Acht geben.
  • Weiterbildung und Ehrenamt: Die Zeit der Arbeitslosigkeit kann zum Teil auch für Weiterbildung und soziales Engagement genutzt werden.
  • Kontakte halten, sich nicht zurückzuziehen und natürlich
  • Stellensuche, Bewerbungen schreiben und positiv denken.

„fit2work“ – Hilfe für Arbeitslose

Viele Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramme widmen sich speziell der Thematik Arbeitslosigkeit und Gesundheit bzw. Jobgefährdung aufgrund eingeschränkter Gesundheit. Maßgebliche Hilfestellung bietet hier das bundesweit verfügbare Programm „fit2work“.

„fit2work“ ist ein kostenloses Serviceangebot für Personen, deren Arbeitsplatz aufgrund gesundheitlicher Probleme gefährdet ist oder die deshalb Schwierigkeiten haben, eine Arbeit zu finden. Mit der Unterstützung durch „fit2work“ soll eine Invalidisierung und das damit einhergehende frühzeitige Ausscheiden aus dem Berufsleben verhindert werden. Dadurch können Folgen von Arbeitslosigkeit, wie psychosoziale Probleme, Verschuldung, familiäre Krisen etc. vermieden werden. Die Beraterinnen/Berater arbeiten in Abstimmung mit den Ratsuchenden eng mit Sozialver­sicherung, Sozialministeriumservice und AMS zusammen. Es werden auch Einzelfallbegleitungen (Case Managements) angeboten – alles freiwillig, vertraulich und kostenlos. „fit2work“ ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung, sie wird von regionalen Umsetzungspartnern bundesweit angeboten und läuft in Kooperation mit vielen Partnerorganisationen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

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