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Mann sitzt bei Ärztin © Alexander Raths

Arbeitslosigkeit: Gesundheitliche Auswirkungen

Bereits in den 1930er-Jahren untersuchte die bekannte österreichische Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“, welche Auswirkungen Arbeitslosigkeit auf das Verhalten und das psychische Wohlbefinden hat. Damals war nach der Schließung einer Textilfabrik beinahe der gesamte Ort Marienthal () ohne Arbeit. Bei der Mehrheit stellten sich Resignation, Apathie oder Verzweiflung ein. Nur wenige zählten zu den „Ungebrochenen“, allein diese Gruppe war noch imstande, positiv zu denken. Bis heute unterstreichen viele weitere Untersuchungen, dass Arbeitslosigkeit auf lange Sicht den Gesundheitszustand verschlechtert – psychisch wie auch physisch (körperlich) . . .

Effekte auf die Gesundheit

Arbeitslosigkeit und Gesundheit stehen in enger Wechselbeziehung zueinander. Einerseits kommt es bei eingeschränkter Gesundheit leichter zu Arbeitslosigkeit, andererseits beeinflusst Arbeitslosigkeit die Gesundheit negativ. Wesentlich für den Effekt auf den Gesundheitszustand scheint die Dauer der Arbeitslosigkeit zu sein: Je länger man im Nichtstun gefangen ist, umso eher stellen sich gesundheitliche Beschwerden ein. Dieser Effekt ist besonders nach ca. einem Jahr andauernder Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Negativ verstärkend kommt hinzu, dass unter Arbeitslosigkeit präventives Gesundheitsverhalten wie z.B. Bewegung und gesunde Ernährung oft vernachlässigt wird. Mitunter steigt der Alkohol- und Nikotinkonsum.

Zu den möglichen negativen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit zählen (nach „Pilotprojekt – Effekte der Arbeitslosigkeit“).

Psychische Beschwerden:

  • Unwohlsein
  • Lebensunzufriedenheit
  • Verringerung des Selbstwertgefühls
  • Angst
  • Depression

Körperliche Beschwerden:

  • Erhöhung des Körpergewichts
  • Erhöhung des Blutdrucks
  • Erhöhung des Cholesterinspiegels
  • Chronifizierung bereits vorhandener Erkrankungen
  • Herzbeschwerden
  • Erschöpfungszustände und Niedergeschlagenheit

Zudem treten unter Arbeitslosigkeit vermehrt psychosomatische Beschwerden wie z.B. Einschlaf- und Durchschlafstörungen auf.

„fit2work“ – Hilfe für Arbeitslose

Viele Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramme widmen sich speziell der Thematik Arbeitslosigkeit und Gesundheit bzw. Jobgefährdung aufgrund eingeschränkter Gesundheit. Maßgebliche Hilfestellung bietet hier das bundesweit verfügbare Programm „fit2work“.

„fit2work“ ist ein kostenloses Serviceangebot für Personen, deren Arbeitsplatz aufgrund gesundheitlicher Probleme gefährdet ist bzw. die aufgrund ihres Gesundheitszustandes Schwierigkeiten haben, einen Wiedereinstieg zu schaffen. Mit der Unterstützung durch „fit2work“ soll eine Invalidisierung und das damit einhergehende frühzeitige Ausscheiden aus dem Berufsleben verhindert werden. Dadurch können Folgen von Arbeits­losig­keit, wie psycho­soziale Probleme, Verschuldung, familiäre Krisen etc., hintange­halten werden. Die Beraterinnen/-Berater arbeiten eng mit u.a. Sozialver­sicherung, Sozialministeriumsservice und AMS zusammen. Es werden auch Einzelfallbegleitungen (Case Management) angeboten. „fit2work“ ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung, sie wird von regionalen Umsetzungspartnern angeboten und läuft in Kooperation mit vielen Partnerorganisationen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

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