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Reifer Mann bei Bewerbungsgespräch © Monkey Business

Arbeitslosigkeit: Ältere Menschen

Sind Menschen fortgeschrittenen Alters von Arbeitslosigkeit betroffen, bleiben sie in der Regel länger arbeitslos, weil – neben Vorurteilen gegenüber älteren Arbeitskräften – eventuell bestehende Krankheiten den Wiedereinstieg erschweren. Längere ungewollte Arbeitslosigkeit gilt wiederum als eigenständiger Risikofaktor für die Gesundheit. Beim Arbeitsmarktservice (AMS) gilt man nach dem 45. Lebensjahr (45+) als ältere Arbeitssuchende/älterer Arbeitssuchender . . .

Menschen vorgerückten Alters sehen sich durchaus Altersdiskriminierung ausgesetzt. Dies trifft diejenigen besonders hart, die auf Arbeitssuche sind. Immer wieder werden sie mit Vorurteilen konfrontiert: „Man sei ein Vertreter einer alten Generation, eher unflexibel, den Anforderungen der neuen Arbeitswelt nicht gewachsen, öfter in Krankenstand und nicht mehr so leistungsfähig etc.“ Erschwerend kommt hinzu, dass älteren Arbeitssuchenden im Gegensatz zu jüngeren Jobanwärterinnen/-anwärtern mitunter „moderne“ Zertifikate fehlen; sie können teilweise „nur“ mit ihrem jahrelangen Erfahrungsschatz aufwarten. Wobei auch eine hohe Qualifikation zum Stolperstein bei der Jobsuche werden kann. Denn ein hoher Ausbildungsgrad, z.B. ein akademischer Abschluss mit viel Arbeitserfahrung, bedeutet mitunter einen Wettbewerbsnachteil (höheres Gehalt).

„Hauptkonkurrenten“ bei der Jobsuche sind meist jüngere Menschen, die aus Sicht der Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber zeitgemäßer qualifiziert sind und gleichzeitig „weniger kosten“. Dass ältere Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer einem Unternehmen vielerlei Nutzen und wichtige Ressourcen bieten können, wird dabei leider häufig nicht ausreichend beachtet.

Gegen Altersvorurteile gewappnet sein

Wichtig ist es, sich auf Altersvorurteile, die in einem Bewerbungsgespräch auftauchen können, vorzubereiten. Betrachten Sie Ihr Alter nicht als Schwäche. Treten Sie voller Selbstbewusstsein auf, und tragen Sie Argumente vor, die Skeptikerinnen/Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen.

Wie Sie mit Gegenargumenten überzeugen können:

Vorurteil Gegenargument
Ältere sind zu teuer. Das trifft nur teilweise und hauptsächlich auf Höherqualifizierte zu.
Ältere haben überholte (zu alte) formale Qualifikationen. Ein Mangel an Qualifikationen ist durch Erfahrungswissen und Schlüsselqualifikationen ausgleichbar.
Ältere sind weniger lernwillig und lernfähig. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Lernfähigkeit bis ins 70. Lebensjahr erhalten bleibt. Allerdings: Ältere sollten anders motiviert werden als Jüngere. Ältere verfügen über eine andere Lernfähigkeit als Jüngere.
Ältere sind weniger belastbar und leistungsfähig. Nur die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt ab, die psychische nicht. Außerdem besitzen Ältere mehr Erfahrungswissen.
Ältere sind öfter krank. Ältere nehmen gleich häufig Krankenstand in Anspruch wie Jüngere.
Älter sind weniger anpassungsfähig, unflexibel und nicht innovativ. Ältere haben wertvolles Wissen und Erfahrungen gesammelt und können dadurch die Umsetzbarkeit und den Erfolg von Veränderungen besser abschätzen. Innovationsfähigkeit ist darüber hinaus nicht vom Alter abhängig, sondern davon, welcher Typ Mensch man ist.

Quelle: AMSAlter hat Zukunft, Informationen für ältere Arbeitssuchende (45+)


Unterstützung für ältere Arbeitssuchende

Da Menschen fortgeschrittenen Alters auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind, gibt es zahlreiche bundesweite und länderspezifische arbeitsmarktpolitische Unterstützungsmaßnahmen. Das reicht von der allgemeinen Hilfe bei der Bewerbung und beim Wiedereinstieg, Einzel-Coachings, gezielten Weiterbildungen, Überbrückungstätigkeiten (bis zur Pension bzw. als Sprungbrett in eine weitere Anstellung), temporären Tätigkeiten in Betrieben (gegenseitiges Kennenlernen) bis hin zur Hilfe beim Schritt in die Selbstständigkeit (Unternehmungsgründungsprogramme). Vieles wird österreichweit angeboten, manche Services sind jedoch auf Bundesländer beschränkt.

Darüber hinaus gibt es mit Eingliederungsbeihilfen finanzielle Anreize für Unternehmen, Arbeitsverhältnisse mit älteren Menschen einzugehen. Dass dabei eine Win-Win-Situation zustande kommen kann, schildert die Broschüre Ältere Arbeitnehmer – Das Herzstück vieler Unternehmen der Wirtschaftskammer Österreich anschaulich.

In der Broschüre des Arbeitsmarktservice „Alter hat Zukunft“ finden Sie eine Auflistung diverser gemeinnütziger Beschäftigungsprojekte und sozialökonomischer Betriebe, die älteren Arbeitsuchende temporäre Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

Das Programm „fit2work“ steht insbesondere auch älteren Arbeitssuchenden zur Verfügung. Das bundesweite kostenlose und freiwillige Angebot richtet sich speziell an Personen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes Schwierigkeiten haben, eine Reintegration in das Berufsleben zu bewerkstelligen.

Hat man den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben geschafft, möchte jedoch u.a. der Gesundheit zuliebe die Arbeitsbelastung reduzieren, besteht die Möglichkeit der Altersteilzeit. Dabei wird die Arbeitszeit verringert, man verdient jedoch weiterhin bis zu 80 Prozent des vorherigen Gehaltes. Eine der Voraussetzungen ist, dass man im Unternehmen bereits mindestens drei Monate gearbeitet hat.

Hinweis In der Altersteilzeit verliert man keinerlei Ansprüche auf Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung.

Weitere informationen erhalten Sie unter:

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