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Gynäkologischer Stuhl © Zsolnai Gergely

Der erste Frauenarztbesuch

Der erste Besuch bei der Frauenärztin/dem Frauenarzt ist eine ungewohnte, neue Situation. Viele Mädchen fragen sich, wie es sein wird. Für den Besuch wird normalerweise ein Termin vereinbart. Wer sich unsicher fühlt, kann jemanden mitnehmen, z.B. die beste Freundin oder die Mutter. Bei Beschwerden oder Schmerzen kann ein kurzfristiger Arztbesuch notwendig sein – z.B. in der Ordination einer Frauenärztin/eines Frauenarztes (auch: Gynäkologin/Gynäkologe, Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie) oder in einer speziellen Ambulanz (z.B. gynäkologische Ambulanz in einem Krankenhaus, First Love Ambulanzen) . . .

Was passiert beim Frauenarzt

Normalerweise beginnt die Untersuchung mit einem ausführlichen Gespräch, der sogenannten Anamnese. Die Frauenärztin/der Frauenarzt stellt dabei viele Fragen, z.B.:

  • Wann war die erste Menstruation bzw. war sie überhaupt schon?
  • Wie regelmäßig ist die Blutung?
  • Wie lange dauert die Blutung?
  • Wie stark ist die Blutung?
  • Wann war die letzte Regelblutung?
  • Hat es schon Geschlechtsverkehr gegeben? (Diese Frage stellt die Ärztin/der Arzt deshalb, weil bei Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, anders untersucht wird als bei Mädchen, die bereits Geschlechtsverkehr hatten.)
  • Gibt es Erkrankungen oder aktuelle gesundheitliche Probleme, auch in der Familie?
  • Liegt ein Verdacht auf eine Schwangerschaft vor?

Selbstverständlich kann man auch Fragen stellen und nachfragen, wenn etwas unklar ist. Man kann die Fragen auch aufschreiben, denn oft ist man aufgeregt und vergisst welche man stellen wollte. Hilfreich ist das Führen eines Menstruationskalenders, in dem Beginn, Dauer der Regelblutung bzw. Schmerzen notiert werden.

Mädchensprechstunde

Es kann allerdings auch ein Termin vereinbart werden, bei dem zunächst keine körperliche Untersuchung stattfindet, sondern ein Mädchen die Möglichkeit hat, die Ordination, die Ärztin/den Arzt kennenzulernen, Fragen zu stellen und sich mit der neuen Situation vertraut zu machen.

Der Berufsverband österreichischer Gynäkologen hat die Initiative „Mädchensprechstunde“ ins Leben gerufen. Junge Mädchen werden von Gynäkologinnen und Gynäkologen in die Praxis eingeladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, diese zunächst kennenzulernen, und um eine Anlaufstelle zu haben, an die sie sich auch bei späteren Fragen wenden können. Mit der nötigen Information – z.B. über Sexualität und Verhütung ausgerüstet – verlassen die jungen Mädchen die Praxis.

Frauenärztinnen/Frauenärzte, die diesen Service anbieten, finden Eltern und Mädchen unter www.maedchensprechstunde.com. Außerdem bietet die Homepage Infos zu verschiedenen Fragen (z.B.: Wie man sich auf den ersten Termin vorbereiten kann, wie man einen Termin vereinbart und vieles mehr).

Gynäkologinnen/Gynäkologen können auch über die Arztsuche gesucht werden.

Spezielle Ambulanzen findet man unter

Wie untersucht der Frauenarzt?

Die Frauenärztin/der Frauenarzt untersucht den Unterbauch und die Geschlechtsorgane. Dafür zieht sich die Frau aus. Hose, Strumpfhose und Slip etc. können meist in einem eigenen Umkleideraum abgelegt werden. Viele Frauen und Mädchen lassen ein langes T-Shirt und/oder den Rock an, weil sie sich dann wohler fühlen. Für die gynäkologische Untersuchung setzt sich die Frau auf einen speziellen Stuhl, bei dem die Beine gespreizt werden können und die Ärztin/der Arzt die Untersuchung vornehmen kann.

Die Ärztin/der Arzt sieht sich die äußeren Geschlechtsorgane an (wie Schamlippen, Scheideneingang etc.). Für die Untersuchung der Scheide und des Muttermundes verwendet die Ärztin/der Arzt spezielle Instrumente. Denn die Scheidenwände liegen normalerweise eng beieinander. Bei der Scheidenspiegelung werden – entweder zwei einzelne oder ein – Scheidenspiegel in die Vagina eingeführt, um die Scheide und den Muttermund betrachten zu können. Das tut normalerweise nicht weh. Schmerzt es trotzdem, sollte man das auf jeden Fall der Ärztin/dem Arzt sagen.

Bei der Tastuntersuchung werden zwei Finger vorsichtig in die Scheide eingeführt, um z.B. Scheidenwände und Beckenboden abzutasten. Auch über den Bauch kann die Ärztin/der Arzt die Gebärmutter untersuchen. Dafür tastet sie/er den Bauch mit einer Hand ab, während gleichzeitig mit den Fingern der anderen Hand von innen gegen den Muttermund gehalten wird. Durch das Abtasten bekommt sie/er Informationen über die Organe. Mit einem Wattestäbchen wird außerdem ein Abstrich vom Scheidensekret bzw. Gebärmutterhals gemacht, der im Labor auf entartete Zellen (Krebszellen) untersucht wird.

Hinweis Bei Mädchen und jungen Frauen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, wird keine Untersuchung über die Scheide gemacht – es sei denn, dies ist medizinisch notwendig. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Untersuchung mittels Ultraschall über die Bauchdecke durchzuführen.

Danach kann sich die Frau wieder anziehen. Das alles ist bei der ersten Untersuchung sehr ungewohnt. Für die Gynäkologin/den Gynäkologen ist es jedoch Routine, denn sie machen diese Untersuchungen jeden Tag mehrmals.

Die Ärztin/der Arzt kann außerdem die Brust sowie die Achselhöhlen abtasten, um das Gewebe zu untersuchen – und außerdem Tipps zur Vorsorge bzw. Früherkennung von Erkrankungen geben.

Die Ergebnisse der Untersuchung werden dann mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt besprochen. Sie/er informiert außerdem darüber, wann der nächste Besuch bei der Frauenärztin/dem Frauenarzt stattfinden sollte.

Wann in jedem Fall zum Frauenarzt?

Zur Frauenärztin/zum Frauenarzt kann man aus verschiedenen Gründen gehen, z.B. weil man Infos zu Sexualität und Verhütung haben möchte, aber auch, um sicher zu sein, dass alles in Ordnung ist – um eine Kontrolluntersuchung zu machen. Notwendig ist ein Besuch jedenfalls bei:

  • Schmerzen im Unterbauch (Unterleib),
  • starken Schmerzen außerhalb der Regelblutung,
  • Blutungen außerhalb der Regelblutung,
  • häufigen Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr,
  • Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr,
  • länger als zehn Tage andauernder Regelblutung,
  • fehlender Menstruation nach dem 15. Lebensjahr,
  • extrem starken Blutungen,
  • Verdacht auf Schwangerschaft,
  • starken Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Verhütungsmitteln,
  • Juckreiz und stark riechendem Ausfluss,
  • Problemen beim Toilettengang (beim Wasserlassen oder Stuhlgang).
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