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Schwangerschaftsgymnastik ©fotolia/Hannes Eichinger
Schwangerschaftsgymnastik ©fotolia/Hannes Eichinger

Gut vorbereitet zur Geburt

Ein guter Geburtsvorbereitungskurs informiert werdende Mütter und Väter über sämtliche Themen rund um die Geburt: Wie verändert sich der weibliche Körper bei der Geburt? Was sind Wehen, welche Aufgabe haben sie? Wie kann ich mit den Schmerzen bei der Geburt umgehen? Auch Informationen über das Wochenbett und die erste Zeit mit Baby gehören dazu.

Im Rahmen des Kurses können offene Fragen besprochen und Ängste oder Unsicherheiten gemindert werden. Die richtige Vorbereitung hilft vielen werdenden Eltern, der Geburt entspannter entgegen zu sehen. 

Was erwartet mich im Geburtsvorbereitungskurs?

Geburtsvorbereitungskurse begleiten werdende Eltern durch die Schwangerschaft und haben das Ziel, auf die bevorstehende Geburt und die erste Zeit mit Baby vorzubereiten. Einerseits werden grundlegende Informationen über den Ablauf und die Phasen der Geburt vermittelt. Andererseits gibt es auch die Möglichkeit, Techniken kennenzulernen und zu üben, um die Geburt des Kindes leichter zu bewältigen. Dazu zählen beispielweise gezielte Entspannungsübungen und richtige Atemtechniken. Auch die unterschiedlichen Gebärpositionen werden vorgestellt und können im Trockentraining ausprobiert werden. Informationen über die verschiedenen Geburtsorte (Spitalsgeburt, Geburtshaus, Hausgeburt) können eine wichtige Entscheidungshilfe sein. 

Die Teilnehmerinnen erfahren zudem, welche unterschiedlichen Methoden der Schmerzlinderung ihnen während der Geburt zur Verfügung stehen. Sie werden auch über operative Maßnahmen wie Zangen- oder Saugglockengeburt oder Kaiserschnittentbindung, die während der Geburt manchmal notwendig werden können, aufgeklärt. 

Auch für werdende Väter kann ein guter Geburtsvorbereitungskurs wertvoll sein. Neben Informationen rund um die Geburt erfahren Männer, wie sie ihre Partnerin bereits vor der Geburt sowie während der Entbindung unterstützen können.

Nicht zuletzt erhalten werdende Eltern in Geburtsvorbereitungskursen zahlreiche Informationen über das Wochenbett und die erste Zeit mit dem Baby, wie z.B. die richtige Pflege des Neugeborenen oder Tipps zum Thema Stillen

Mit dem Geburtsschmerz umgehen lernen

Ein wichtiges Thema bei Geburtsvorbereitungskursen ist der Umgang mit dem Geburtsschmerz. Der Gedanke an die Wehen kann bei werdenden Müttern Ängste und Unsicherheiten hervorrufen. Geburtsvorbereitungskurse helfen, diese Ängste zu mindern. Wer weiß, welche Rolle der Schmerz bei der Geburt spielt, kann diesen meist auch aktiver annehmen. 

Wehen entstehen dadurch, dass sich die Gebärmuttermuskulatur in regelmäßigen Abständen kräftig zusammenzieht (Kontraktion). Dies ist die Voraussetzung dafür, dass das Baby durch den Geburtskanal geschoben wird. Auch die Dehnung des Muttermundes sowie der Bänder und Muskeln des Beckenbodens tragen zum Geburtsschmerz bei. Er ist ein natürliches Anzeichen dafür, dass die Geburt des Kindes im Gange ist. Letztendlich hat er durch die Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Endorphine auch positiven Einfluss auf die Beziehung zum Neugeborenen.

Die Wahrnehmung des Geburtsschmerzes und der Umgang damit ist sehr individuell und von Frau zu Frau unterschiedlich. Im Allgemeinen lässt sich jedoch sagen: Angst kann zu Verspannungen und Verkrampfungen führen und dadurch schmerzverstärkend wirken. Vorbereitungskurse helfen dabei, Ängste abzubauen und die Geburt entspannter zu erleben.

Dazu trägt auch die Gebärposition bei: es ist individuell unterschiedlich, in welcher Position sich die Frau bei der Geburt am wohlsten fühlt und den Geburtsschmerz besser bewältigt. Viele Frauen empfinden es als erleichternd, in Bewegung zu bleiben, denn der menschliche Körper reagiert auf Schmerz instinktiv mit Bewegung. Die unterschiedlichen Möglichkeiten werden in Vorbereitungskursen vorgestellt.

Zudem informiert ein guter Vorbereitungskurs auch über alle Möglichkeiten der Schmerzbehandlung während der Geburt. Dazu gehören systemisch verabreichte Schmerzmittel oder rückenmarksnahe Analgesieformen (z.B. Periduralanästhesie, PDA). Diese Schmerzbehandlungen sind für Mutter und Kind sicher. Der Einsatz von schmerzlindernden Maßnahmen ist weit verbreitet. Auch viele sogenannte „Naturvölker“ setzen schmerzlindernde „Drogen“ – also Schmerzmittel – unter der Geburt erfolgreich ein. 

Schwangerschaftsgymnastik

Auch spezielle Schwangerschaftsgymnastik wird häufig empfohlen. Sie wird von Hebammen sowie in einigen Eltern-Kind-Zentren angeboten. Die schwangere Frau lernt dabei beispielsweise, durch gezielte Übungen die Beckenmuskulatur zu stärken und den Beckenboden zu entlasten. Mit regelmäßiger Gymnastik kann auch typischen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Verspannungen oder Müdigkeit vorgebeugt werden. Daneben werden die Muskeln und Bänder entlastet und der Kreislauf in Schwung gebracht. Bewegung wirkt zusätzlich positiv auf das seelische Wohlbefinden.

Wohin kann ich mich wenden?

Hebammen in Ihrer Nähe, die Geburtsvorbereitungskurse anbieten, finden Sie auf der Website des Österreichischen Hebammengremiums. Auch in manchen Krankenhäusern werden Geburtsvorbereitungskurse angeboten. Geburtsvorbereitungskurse in dem Krankenhaus, in dem auch die Entbindung stattfinden wird, haben den Vorteil, dass man im Kurs bereits die Hebamme oder den Geburtshelfer und die Räumlichkeiten kennenlernen kann. Geburtsvorbereitungskurse werden zudem in einigen Eltern-Kind-Zentren angeboten. 

In Wien bieten die Familienhebammen der MA 15 kostenlose Geburtsvorbereitungskurse nur für Frauen oder für Paare sowie Einzelberatungen an. Mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie unter www.wien.gv.at.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Einige Geburtsvorbereitungskosten finden über einen gewissen Zeitraum wöchentlich statt, andere werden geblockt abgehalten, z.B. an einem Wochenende. Die Kosten für einen Geburtsvorbereitungskurs werden nicht von der Sozialversicherung übernommen und müssen selbst bezahlt werden; Ausnahme sind die kostenlosen Vorbereitungskurse der Familienhebammen in Wien. Die Kosten für die Schwangerschaftsgymnastik werden von manchen Krankenkassen übernommen. 

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