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Ältere Frau trinkt aus Wasserglas © contrastwerkstatt

Achtung: Nachlassendes Durstgefühl!

Besonders kritisch ist das Trinkverhalten mancher älterer Menschen, da sich das Durstempfinden verändert – viele vergessen auch einfach auf das Trinken. Häufig haben sie auch Angst vor dem (nächtlichen) Harndrang oder ungewolltem Wasserlassen und unterdrücken deshalb das Trinken bewusst. Bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme droht eine Dehydrierung des Körpers mit Entgleisung des Mineralstoffhaushaltes. Neben Mundtrockenheit und Verstopfung, drohen Kreislauf- und Nierenprobleme, Verwirrtheit bis hin zu Bewusstlosigkeit oder sogar lebensbedrohlichen Zuständen . . .

Rasch lebensbedrohlich ausgetrocknet

Flüssigkeitsmangel kann bei älteren Menschen oft unbemerkt und rasch bedrohliche Ausmaße annehmen. Sind bereits fortgeschrittene Anzeichen einer Dehydrierung wie z.B. Verwirrung und Kreislaufschwäche erkennbar, sollte unbedingt eine Ärztin/ein Arzt kontaktiert werden. Kann das Flüssigkeitsdefizit nicht durch Trinken ausgeglichen werden, können Infusionen bzw. ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Im Alter kann der Flüssigkeitsverlust z.B. durch verminderte Harnkonzentration der Nieren, vermehrtes Schwitzen, Durchfall, Erbrechen oder Medikamenteneinnahme wie z.B. Diuretika (harntreibend) und Laxantien (Abführmittel) erhöht sein.

Hinweis Als Mindestmenge für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gelten für Seniorinnen/Senioren 1,5 Liter täglich, über Getränke wie (Mineral-)Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees sowie verdünnte Gemüse- und Fruchtsäfte eingenommen.

Auch Speisen mit einem hohen Anteil an Wasser wie z.B. Suppen, Gemüse und Obst tragen zur Bedarfsdeckung bei. Gerade bei älteren Menschen, die sehr wenig essen, ist daher die Getränkemenge unbedingt anzupassen!

Wasserverlust in % des Körpergewichts erkennbare Anzeichen
ab 0,5 Durst
bis 3 Durst, Gewichtsabnahme, verminderte Harnproduktion und Speichelsekretion, Mundtrockenheit
ab 5 verminderte Spannung der Haut, geschwollene Zunge, Schluckbeschwerden, beschleunigter Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, verdicktes Blut
ab 10 starke Einschränkung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, Verwirrung, Muskelkrämpfe, Kreislaufkollaps.

Ohne Flüssigkeitsersatz -> Lebensgefahr!

Quelle: Küpper, C. (2003): Ernährung älterer Menschen, zitiert in der Broschüre DGE-Praxiswissen (2012): Trinken im Alter

Trinken zur Gewohnheit machen

Ein Trinkplan oder -protokoll kann dabei helfen, den Überblick zu bewahren: Dabei notiert man sich die getrunkenen Mengen, z.B. zum Frühstück 250 ml verdünnter Orangensaft und 200 ml Kaffee, vormittags 500 ml Kräutertee, mittags 250 ml Wasser etc. Auf einen Blick wird deutlich, wie viel über den Tag getrunken wird.

Tipps für ausreichende Flüssigkeitszufuhr

  • Auf das Trinken nicht vergessen: Ein gewisser Rhythmus, wie z.B. nach dem Aufstehen ein Glas Wasser oder der Fünf-Uhr-Tee, kann zur Gewohnheit werden und das Trinkverhalten verbessern.
  • Trinken soll jederzeit möglich sein: Verteilen Sie Trinkflaschen an hochfrequentierten Orten wie z.B. Küchen-, Ess- und Wohnzimmertisch.
  • Trinkpensum morgens bereitstellen: Die zu trinkende Mindestmenge von 1,5 Litern gleich morgens bereitstellen, man hat dadurch einen besseren Überblick, wie viel noch zu trinken ist.
  • Den „Tank“ nachfüllen: Ausgetrunkene Gläser, Flaschen etc. gleich wieder auffüllen, damit keine ungewollten Trinkengpässe entstehen.
  • Erleichternde Trinkhilfen: Bei motorischen Problemen mit dem Trinken unterstützen Trinkhilfen wie z.B. Strohhalm, Trinkbecher oder andere spezielle Trinkbehältnisse (zwei Griffe, Aussparung für Nase etc.).

Hinweis Auch im Alter gilt: Alkohol nur in Maßen. Beachten Sie, dass sich alkoholische Getränke nicht gut mit Medikamenten vertragen und es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen kann. Der Konsum von Alkohol sollte zur Sicherheit mit der/dem behandelnden Ärztin/Arzt besprochen werden.

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