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Älterer Mann mit Einkaufstaschen © Blend Images

Ernährung und Alterungsprozess

Seniorinnen und Senioren ab dem 65. Lebensjahr sind eine bunt durchmischte Personengruppe, denn dieser Lebensabschnitt kann eine breite Zeitspanne umfassen. Während sich so mancher noch fit wie Mitte vierzig fühlt, schreitet beim anderen der Alterungsprozess deutlich schneller voran. Altersbedingte Beschwerden machen sich bemerkbar, mitunter sind bereits (chronische) Krankheiten vorhanden. Mit steigendem Alter kann die Selbständigkeit im Alltag verloren gehen, Betreuung und Pflege werden nötig. Auch das Verhältnis zum Essen und Trinken wandelt sich deutlich . . .

Alles anders mit dem Alter

Unterschiedliche Faktoren, die Ernährung und den Ernährungsstatus beeinflussen können, sind: die physiologischen Veränderungen im Körper, die sich wandelnden Ernährungsgewohnheiten, körperliche und geistige Krankheiten sowie die Einnahme von Medikamenten. Aufgrund der Abnahme der Geschmacksknospen auf der Zunge ist der Geschmackssinn vermindert. Meist werden süß und salzig nicht mehr so gut wahrgenommen. Auch der Geruchssinn und das Durstgefühl sind herabgesetzt.

Mit dem Alter steigt der Fettanteil im Körper, während die Muskelmasse, der Anteil fettfreier Körpermasse und der Wasseranteil abnehmen. Auch der Stoffwechsel verlangsamt sich. Dies resultiert in einem verminderten Energiebedarf. Durch weniger Aktivität sinkt zudem meist auch der Leistungsumsatz, der Verbrauch an Kalorien z.B. durch Alltagsbewegungen und Sport.

Energiebedarf sehr unterschiedlich

Bei älteren Menschen, die an Unruhe leiden und viel herum spazieren, kann der Energiebedarf allerdings auch steigen. Der Energiebedarf kann von Person zu Person demzufolge sehr unterschiedlich sein, durchschnittlich ist der Grundumsatz um ca. 300 bis 400 kcal pro Tag vermindert. Unverändert bleibt aber der Bedarf an wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Deswegen kann es zu einer zu niedrigen Zufuhr dieser Stoffe kommen. Dem kann man durch eine ausgewogene, an die Bedürfnisse angepasste Ernährung, die reich an Nährstoffen ist, entgegen wirken.

Das beeinflusst die Nahrungsaufnahme im Alter:

  • verminderter Energiebedarf
  • herabgesetztes Durstempfinden
  • veränderte Hunger- und Sättigungsregulation
  • verminderter Geschmackssinn
  • veränderter Geruchssinn
  • Kau- und Schluckstörungen
  • weniger Speichelfluss, Mundtrockenheit
  • veränderte Magentätigkeit
  • Mangel an Intrinsic-Faktor (beeinflusst die Vitamin-B12-Aufnahme)
  • Verdauungsstörungen, Verstopfung etc.
  • verminderte Zuckertoleranz (mehr unter Diabetes mellitus)
  • verminderte Fett- und Kalziumaufnahme über den Darm
  • gesteigerter Nährstoffbedarf durch Krankheit/Medikamente
  • einseitige, nicht bedarfsangepasste Ernährung
  • Vergesslichkeit, Verwirrung, Demenz, Depressionen
  • Seheinschränkungen

Quelle: AID-Infobroschüre „Ernährung im hohen Alter“; Elmadfa, Leitzmann „Ernährung des Menschen“

Selbst essen – so lange wie möglich

Um die Lebensqualität und Selbstständigkeit älterer Menschen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, sollten sie ihren Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen über die herkömmliche Kost, also durch Essen und Trinken decken. Auch erste Defizite an Nährstoffen sollten wenn möglich über die übliche/tägliche Nahrungszufuhr ausgeglichen werden. Gelingt dies nur schwer bzw. ist eine Unterversorgung stark ausgeprägt, stehen zusätzlich orale Nährstoffkonzentrate wie z.B. Trinknahrung sowie Supplemente zur Verfügung. Über eine Einnahme sollte die Ärztin/der Arzt entscheiden. Erst bei deutlich fortgeschrittener Unterversorgung wird auf künstliche Ernährung wie z.B. Sondennahrung (enterale Ernährung) oder Infusionen (parenteral mit Umgehung des Magen-Darm-Trakts) zurückgegriffen.

Hinweis Bei ersten Anzeichen einer Mangel- oder Unterversorgung ziehen Sie unbedingt eine Ärztin/einen Arzt zurate.

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