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Darmröntgen © Michael Lehner zur Verfügung gestellt von Klinikum Wels-Grieskirchen

Röntgenuntersuchung des Darms

Röntgenuntersuchungen des Verdauungstrakts haben seit Einführung der Endoskopie größtenteils an Bedeutung verloren. Dennoch bieten sie für spezielle Fragestellungen eine rasche und unkomplizierte diagnostische Möglichkeit. Bei der Röntgendarstellung des Dickdarms (Irrigoskopie) wird mittels Einlauf ein Röntgenkontrastmittel in den Enddarm verabreicht. Gleichzeitig wird Luft in den Darm eingebracht, damit sich die Darmschlingen aufblähen ("Doppelkontrastmethode"). Anschließend werden in mehreren Ebenen Röntgenaufnahmen angefertigt . . .

Der Dünndarm kann radiologisch mittels eines Enteroklysmas (Dünndarm-Doppelkontrastuntersuchung nach Sellink) dargestellt werden. Dabei wird über Mund oder Nase eine dünne Sonde bis in den Dünndarm eingeführt. Anschließend wird über diese Sonde ein Röntgenkontrastmittel verabreicht. Um den Darm zur besseren Darstellung aufzublähen, wird zusätzlich in Wasser gelöste Zellulose eingebracht. Nach den Röntgenaufnahmen in mehreren Ebenen wird das Kontrastmittel wieder über den Darm ausgeschieden. 

Immer häufiger wird heute die Verteilung des Kontrastmittels nach Sellink-Einlauf (Enteroklysma nach Sellink) mittels MRT oder CT beurteilt. Das Kontrastmittel wird dabei durch einen Schlauch verabreicht, der vor der eigentlichen Untersuchung durch die Nase bis in den Dünndarm vorgeschoben wird. Die Untersucherin/der Untersucher verfolgt das Kontrastmittel bei der Passage durch den gesamten Dünndarm. Der Vorteil ist, dass mit beiden Methoden nicht nur die Schleimhaut, sondern auch die Wand des Magen-Darm-Traktes und die Organe des Bauchraumes beurteilt werden können. 

Wann ist ein Dickdarmröntgen notwendig?

Seit Einführung der Koloskopie (Darmspiegelung), die gegenüber reinen bildgebenden Verfahren den Vorteil hat, dass im selben Untersuchungsgang Interventionen (wie etwa Probenentnahme, Polypenabtragung) vorgenommen werden können, ist die Röntgendarstellung des Dickdarms mit Kontrastmittel seltener geworden. Sie wird vor allem ergänzend zur Darmspiegelung eingesetzt, wenn diese nicht vollständig durchgeführt werden kann. Das ist dann der Fall, wenn aufgrund von Verwachsungen im Bauchraum die Darmschlingen mit dem Endoskop nicht passierbar sind oder ein großer Tumor den Darm unpassierbar macht. Mithilfe der Irrigoskopie lassen sich Polypen und Tumoren oder Divertikel (sackförmige Ausstülpungen der Darmwand) bzw. Entzündungen darstellen.

Vorbereitungen für ein Dickdarmröntgen

Ähnlich wie bei der Darmspiegelung ist auch bei der Irrigoskopie zur optimalen Beurteilung eine Darmreinigung erforderlich. Es sollte daher zwei Tage vor der Untersuchung auf leicht verdauliche, ballaststoffarme Kost umgestiegen werden. Besonders geeignet sind klare Suppen, Fisch, gekochtes Kalb- oder Hühnerfleisch, Nudeln und Kartoffelpüree. Ungeeignete Nahrungsmittel sind etwa rotes Fleisch, Gemüse, Obst, Müsli, Weizenkleie, Hülsenfrüchte, Milchprodukte sowie Brot und Gebäck (vor allem Vollkornprodukte). Am Abend vor der Untersuchung muss auf das Nachtmahl verzichtet und eine abführende Lösung gemeinsam mit möglichst viel Flüssigkeit getrunken werden. Am Tag der Untersuchung werden zum Frühstück Tee, Kaffee und bei Bedarf Zwieback empfohlen. Bis zum Untersuchungstermin sollte dann nichts mehr gegessen werden, trinken ist jedoch erlaubt. Unmittelbar vor der Untersuchung erfolgt dann noch ein Darmeinlauf.

Hinweis Notwendige Medikamente können dennoch eingenommen werden.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Nach der optimalen Vorbereitung (der Darm muss vor Untersuchungsbeginn vollständig von Stuhlresten gereinigt sein) wird im Liegen vorsichtig ein Darmrohr in den Enddarm geschoben, über das ein Einlauf mit Kontrastmittel erfolgt. Gleichzeitig wird Luft in den Darm gepumpt, damit sich die Darmschlingen entfalten. Durch mehrmaligen Positionswechsel wird das Kontrastmittel-Luft-Gemisch im gesamten Dickdarm verteilt. Anschließend wird das Darmrohr entfernt und es erfolgen mehrere Röntgenaufnahmen im Liegen und Stehen. Nach Ende der etwa 15-minütigen Untersuchung wird das Kontrastmittel wieder ausgeschieden.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Sowohl die Vorbereitung mittels Abführmittel und Einlauf als auch die Untersuchung selbst werden als etwas unangenehm empfunden. Die Darmreinigung ist unter anderem mit häufigen durchfallsartigen Stuhlgängen und leichten krampfartigen Bauchschmerzen verbunden. Das Einbringen des Kontrastmittels und der Luft ist zumeist nicht schmerzhaft, wird jedoch von den Patientinnen/Patienten wie Blähungen empfunden. Das Kontrastmittel wird innerhalb von ein bis zwei Tagen ausgeschieden. Der Stuhl kann durch das Kontrastmittel hell bis weißlich gefärbt sein.

Bei entzündlichen Darmerkrankungen kann es durch ein „Leck“ in der Darmwand (Perforation) zum Austritt von Kontrastmittel in den Bauchraum kommen. Mitunter kann dies zu einer Bauchfellentzündung führen. Deshalb wird bei Verdacht auf eine Perforation anstelle von bariumhaltigem Kontrastmittel ein wasserlösliches, jodhaltiges Kontrastmittel verwendet.

Wann ist ein Dünndarmröntgen notwendig?

Der Dünndarm ist aufgrund seiner Länge, des gewundenen Verlaufes und der Lage zwischen Magen bzw. Zwölffinger- und Dickdarm kaum durch eine Endoskopie zugänglich. Durch die Röntgenkontrastmitteluntersuchung des Dünndarms (Enteroklysma nach Sellink) können Erkrankungen in diesem Darmabschnitt, wie etwa chronische Entzündungen (Morbus Crohn), Tumoren oder Blutungen, diagnostiziert werden.

Vorbereitungen für ein Dünndarmröntgen

Ähnlich wie bei der Dickdarmspiegelung ist auch zur optimalen Beurteilung des Dünndarms eine Darmreinigung erforderlich. Es sollte daher zwei Tage vor der Untersuchung auf leicht verdauliche, ballaststoffarme Kost umgestiegen werden.

Besonders geeignet sind klare Suppen, Fisch, gekochtes Kalb- oder Hühnerfleisch, Nudeln und Kartoffelpüree. Ungeeignete Nahrungsmittel sind etwa rotes Fleisch, Gemüse, Obst, Müsli, Weizenkleie, Hülsenfrüchte, Milchprodukte sowie Brot und Gebäck (vor allem Vollkornprodukte). Am Abend vor der Untersuchung muss auf das Nachtmahl verzichtet und eine abführende Lösung gemeinsam mit möglichst viel Flüssigkeit getrunken werden.

Hinweis Notwendige Medikamente können dennoch eingenommen werden!

Wie läuft die Untersuchung ab?

Beim Enteroklysma wird das Kontrastmittel nicht getrunken, sondern über eine Sonde, die entweder über Nase oder Mund bis an das Ende es Zwölffingerdarms vorgeschoben wird, appliziert. Im Anschluss daran wird ein Zellulose-Wasser-Gemisch verabreicht, damit sich das Kontrastmittel im gesamten Dünndarm verteilt. Durch diese Doppelkontrastierung kann die Darmwand optimal beurteilt werden. Beim Dünndarmröntgen erfolgt kein Aufblähen des Dünndarms mit Luft. Das Kontrastmittel wird nach der Untersuchung über den Darm wieder ausgeschieden.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Nebenwirkungen und Komplikationen sind in seltenen Fällen auf die Verwendung von Kontrastmitteln zurückzuführen, besondere Vorsicht gilt bei Verdacht auf mögliche Perforation. Nähere Informationen dazu finden Sie unter Kontrastmitteleinsatz.

Wo wird ein Darmröntgen durchgeführt?

Eine Röntgenuntersuchung des Darms kann bei niedergelassenen Fachärztinnen/Fachärzten für Radiologie oder in Krankenhäusern mit radiologischer Abteilung durchgeführt werden. Eine ärztliche Überweisung ist erforderlich. Die Röntgenuntersuchung inklusive Befundung erfolgt durch die Radiologin/den Radiologen.

  • Fachärztinnen/Fachärzte für Radiologie in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Arztsuche
  • Krankenhäuser (mit radiologischer Abteilung) in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Spitalssuche

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für ein Darmröntgen benötigen Sie eine ärztliche Zuweisung. Diese ist ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Die Kosten ein Darmröntgen werden von Ihrem Krankenversicherungsträger übernommen.


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