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Symbolfoto Schlaf © robyelo357

Schlaflabor (Polysomnographie)

Die stationäre Polysomnographie (PSG) wird im Schlaflabor durchgeführt und zur Diagnose von Schlafstörungen eingesetzt. Sie ist ein umfassendes Verfahren. Mit ihrer Hilfe kann der Schlaf analysiert werden. Sie kann Informationen zu Unterbrechungen des Schlafes, krankhaften Veränderungen und den Schlaf beeinträchtigende Ursachen liefern (z.B. organische Probleme und Erkrankungen, Atemaussetzer, Bewegungsstörungen) . . . 

Dafür werden während des nächtlichen Schlafes verschiedene Funktionen des Körpers erfasst und im Anschluss ausgewertet. Gemessen werden etwa Hirnaktivität, Augenbewegungen, Muskelaktivität, Herzrhythmus, Beinbewegungen, Atembewegungen, Körperlage, Atemströmung, Atemgeräusche (Schnarchen) und Sauerstoffsättigung des Blutes. Im Vorfeld kann eine ambulante Messung (ambulante Polysomnographie) bestimmter Funktionen vorgenommen werden (z.B. von Pulsfrequenz, Sauerstoffsättigung des Blutes, Atembewegungen und Atemströmung). Diese erfolgt mittels eines kleinen Gerätes über Nacht zu Hause.

Was passiert im Schlaflabor?

Bei der Polysomnographie werden mittels Elektroden bzw. Sensoren, die an bestimmten Stellen des Körpers angebracht sind, „Informationen“ erfasst und an spezielle Geräte übermittelt. Diese Signale werden verstärkt, grafisch aufbereitet sowie aufgezeichnet und im Anschluss ausgewertet. Es wird ein sogenanntes Polysomnogramm erstellt. Die speziellen Apparaturen befinden sich in einem separaten Raum, in dem Schlafmedizinerinnen/Schlafmediziner das Verfahren mittels Video überwachen. Das Zimmer der schlafenden Patientin/des schlafenden Patienten ist davon getrennt. Die Polysomnographie ist schmerzfrei.

Registriert werden z.B. Gehirnströme (mittels EEG), Augenbewegungen (mittels EOG), Muskelspannungen (mittels EMG). Weitere Körperfunktionen, z.B. Atemanstrengung und Luftfluss an Mund und Nase können ebenfalls überwacht werden. An Ohrläppchen oder Zeigefinger wird die Sauerstoffsättigung des Blutes kontrolliert. Während der Polysomnographie kann eine andauernde Überdruckbeatmung mittels CPAP-Geräten vorgenommen werden. Dabei werden entweder Nase oder Mund und Nase mit einer Maske abgedeckt. Dieses Verfahren kommt zur Behandlung von schlafbezogenen Atmungsstörungen zum Einsatz.

Welche Vorbereitungen sind notwendig?

Vor der Polysomnographie erhalten Sie Informationen zum Ablauf und erfahren, was Sie mitbringen müssen. Offene Fragen können geklärt werden. Der Umgang mit den Elektroden bzw. Sensoren, der Verkabelung sowie CPAP-Masken wird erklärt.

Manche Medikamente beeinflussen den Schlaf. Teilen Sie daher Ihre Medikamenteneinnahme der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt mit. Auch über die Einnahme rezeptfreier Präparate sollte sie/er Bescheid wissen. In manchen Fällen werden Medikamente nach ärztlicher Absprache und unter ärztlicher Anleitung abgesetzt. Meist sind ev. Erkrankungen, Ernährungs- und Lebensstilfaktoren sowie Medikamenteneinnahme bereits bekannt. Denn der Polysomnographie gehen Arzt-Patienten-Gespräch und verschiedene Untersuchungen voraus.

Im Prinzip benötigen Sie für die Nacht im Schlaflaber ein ähnliches Gepäck wie für Übernachtungen außerhalb Ihrer Wohnung/Ihres Hauses (z.B. wenn Sie in den Urlaub fahren). Auch darüber erhalten Sie Informationen. Auf Alkohol, koffeinhaltige Getränke (z.B. Kaffee, schwarzer Tee, Cola) sowie andere aufputschende Getränke etc. sollten Sie am Tag der Untersuchung ab 14 Uhr verzichten. Kommen Sie mit frisch gewaschenem Haar zur PSG, damit Elektroden am Kopf gut haften. Verzichten Sie auf Haarstyling und -pflegeprodukte (z.B. Spray, Gel etc.).

Wie läuft die PSG ab?

Nachdem Sie sich für den Schlaf fertig gemacht haben, werden Elektroden bzw. Sonden am Körper angebracht und eingestellt. Sie liegen über Nacht in einem Einzelzimmer. Wichtige Funktionen des Körpers sowie Bewegungen etc. werden aufgezeichnet. In einem separaten Raum überwacht eine Ärztin/ein Arzt Ihren Schlaf und die Aufzeichnung.

Am Morgen werden die Elektroden/Sonden wieder abgenommen, die Ergebnisse ausgewertet und in einem gesonderten Termin besprochen. Die weitere Vorgehensweise und Therapie wird festgelegt. Für die Diagnose kann es notwendig sein, die Polysomnographie während mehrerer Nächte durchzuführen. Außerdem kann eine anschließende Untersuchung am Tag durchgeführt werden (Multipler Schlaflatenztest). Bei diesem wird die Einschlafneigung unter EEG-Kontrolle untersucht.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Die Polysomnographie stellt eine ungewohnte Situation dar. Eventuelle nicht funktionierende Elektroden etc. können rasch bemerkt werden, da während der Polysomnographie medizinisches Fachpersonal im separaten (Kontroll-)Raum ständig zugegen ist. Die Bewegungsfreiheit der Patientin/des Patienten bleibt trotz Elektroden/Sensoren erhalten. Nächtliche Bewegungen sind dadurch kaum beeinträchtigt.

Wo wird eine PSG durchgeführt?

Die Polysomnographie erfolgt in Schlaflaboren. Diese sind in Abteilungen von Krankenhäusern bzw. Kliniken eingegliedert (z.B. Interne Abteilung, Neurologie, Pulmologie etc.). Eine Übersicht über Schlaflabore in Österreich finden Sie auf der Website der ÖGSM (Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung).

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