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Ergometrieuntersuchung bei Patienten © Klaus Eppele

Ergometrie (Leistungstest)

Unter Ergometrie versteht man die Messung der körperlichen Leistungsfähigkeit unter Beobachtung bestimmter Körperfunktionen mithilfe eines EKGs. Neben dem Einsatz in der Sportmedizin kommt die Ergometrie vor allem in der Kardiologie und Pulmologie zur Beurteilung von belastungsabhängigen Veränderungen der Herz- und Lungentätigkeit zum Einsatz. Eine spezielle Vorbereitung für ist nicht erforderlich. Eine Ergometrie sollte nicht mit nüchternem Magen erfolgen . . .

Wann ist eine Ergometrie notwendig?

Zeichen einer koronaren Herzerkrankung (KHK) wie Atemnot, Stechen in der Brust oder Leistungsminderung treten oft nur unter körperlicher Anstrengung auf und sind daher bei Untersuchungen im Ruhezustand nicht erkennbar. Bei einer Ergometrie wird unter strenger ärztlicher Aufsicht ein Belastungszustand herbeigeführt, und bei Auftreten von Beschwerden können bestimmte Messwerte der Herz-Kreislauf-Funktion (z.B. Blutdruck, Herzschläge pro Minute, Rhythmus und Veränderungen im EKG) erfasst werden. Dies gibt Hinweise auf die Ursache der Beschwerden.

Wichtige Indikationen für eine Ergometrie im Rahmen der klinischen Diagnostik sind u.a.:

  • Beurteilung des Blutdruckverhaltens (Diagnose einer sogenannten Belastungshypertonie)
  • Beurteilung der Herzmuskeldurchblutung (Diagnose einer koronaren Herzerkrankung)
  • Beurteilung von Herzrhythmusstörungen unter Belastung
  • Beurteilung einer Herzmuskelschwäche
  • Beurteilung der körperlichen Belastungsfähigkeit vor Operationen
  • Beurteilung bestimmter Herzklappenerkrankungen (z.B. Ermittlung des richtigen Operationszeitpunktes einer Aortenklappenstenose)

Welche Vorbereitungen sind erforderlich?

Vor Beginn der Ergometrie erfolgt ein Gespräch und eine körperliche Untersuchung durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt. Dadurch wird festgestellt, ob Sie für eine Ergometrie geeignet sind. Teilen Sie Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt bekannte Erkrankungen oder Verletzungen, Operationen des Bewegungsapparats etc. unbedingt vor der Untersuchung mit.

Eine spezielle Vorbereitung ist nicht erforderlich. Eine Ergometrie sollte nicht mit nüchternem Magen erfolgen. Sie sollten daher vorher eine kleine Mahlzeit zu sich nehmen. Eventuell sind bestimmte Medikamente vor der Untersuchung abzusetzen. Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt wird Sie darüber informieren.

Für den Belastungstest auf dem Fahrrad bzw. auf dem Laufband sollten Sie bequeme Sportkleidung und Turnschuhe tragen. Während der gesamten Untersuchung wird eine Blutdruckmanschette am linken Oberarm angelegt. Aus diesem Grund findet die Untersuchung meist mit nacktem Oberkörper statt.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Zunächst wird ein Ruhe-EKG aufgezeichnet und der Blutdruck im Ruhezustand gemessen. Dazu werden mehrere Elektroden an der Haut des Brustkorbs und Rückens befestigt und eine Blutdruckmanschette am linken Oberarm angelegt. Anschließend wird unter körperlicher Belastung das EKG kontinuierlich aufgezeichnet.

Die körperliche Belastung erfolgt entweder auf einem Fahrrad oder einem Laufband. Alle zwei Minuten wird der Widerstand des Fahrradergometers bzw. die Geschwindigkeit des Laufbandes erhöht, um so eine kontrollierte Steigerung der Belastung hervorzurufen. Die Untersuchung wird bis zur Belastungsgrenze durchgeführt, es sei denn, bestimmte Messwerte (wie Blutdruck oder Herzfrequenz) überschreiten die festgelegten Grenzwerte oder es treten Herz- oder Atembeschwerden auf. Nach Erreichen der Belastungsgrenze sollten Sie noch einige Minuten ohne Anstrengung weitertreten bzw. laufen, damit auch Beschwerden, die erst kurze Zeit nach der Belastung auftreten, erkannt werden können.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Die möglichen Nebenwirkungen und Komplikationen haben ihre Ursache in der körperlichen Anstrengung. Durch die Aufzeichnung des EKGs selbst treten keine Nebenwirkungen auf. Folgende Nebenwirkungen bzw. Komplikationen können allerdings während oder nach einer Ergometrie auftreten:

Leichte häufige Nebenwirkungen:

  • leichter Muskelkater am Tag nach der Untersuchung,
  • Schmerzen im Bewegungsapparat infolge einer Überbeanspruchung bei Erkrankungen des Skeletts, der Gelenke oder der Muskulatur,
  • Atemnot durch Überanstrengung oder bei Herzschwäche infolge einer Lungenstauung,
  • Kreislaufkollaps.

Schwere Nebenwirkungen:

  • Herzrhythmusstörungen bis zum Kammerflimmern oder Herzstillstand,
  • Angina pectoris (Stechen oder Engegefühl in der Brust, gelegentlich mit Ausstrahlung in den linken Arm),
  • Herzinfarkt.

Treten lebensbedrohliche Komplikationen wie Herzinfarkt oder Kreislaufstillstand ein, werden sofort Wiederbelebungsmaßnahmen durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt eingeleitet. Um solchen Komplikationen möglichst vorzubeugen, muss die Ärztin/der Arzt vor jeder Ergometrie genau überprüfen, ob eventuell Kontraindikationen für die Durchführung einer Ergometrie vorliegen (z.B. akutes Koronarsyndrom, Herzmuskelentzündung, schwere Herzklappenerkrankung, zu hoher Blutdruck etc.)

Wo wird eine Ergometrie durchgeführt?

Eine Ergometrie kann bei niedergelassenen Ärztinnen/Ärzten für Allgemeinmedizin und Fachärztinnen/Fachärzten für Innere Medizin oder in Krankenhäusern mit einer internistischen Abteilung durchgeführt werden. Eine Überweisung durch Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt ist erforderlich.

  •  Ärztinnen/Ärzte für Allgemeinmedizin und Fachärztinnen/Fachärzte für Innere Medizin in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Arztsuche.
  • Krankenhäuser (mit internistischer Abteilung) in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Spitalssuche.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten einer Ergometrie werden bei Krankheitsverdacht von Ihrem Krankenversicherungsträger übernommen. Eine Zuweisung bzw. Überweisung ist für Untersuchungen im Krankenhaus notwendig; diese ist in der Regel ein Monat ab dem Ausstellungstag gültig.

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