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Angiotensin Converting Enzym (ACE)

Die Bestimmung der ACE-Aktivität im Blut dient zur Diagnose und Verlaufskontrolle bei granulomatösen Lungenerkrankungen (v.a. Sarkoidose).

Warum wird ACE im Blut bestimmt?

Die Bestimmung der Aktivität des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE) im Blut dient zur Diagnose und Verlaufskontrolle bei granulomatösen Lungenerkrankungen (v.a. Sarkoidose).

ACE ist ein Enzym, das vorwiegend in den Endothelzellen der Lunge (das sind jene Zellen, welche die Innenwände der Blutgefäße auskleiden) gebildet wird. Seine eigentliche Aufgabe entfaltet ACE aber nicht in der Lunge, sondern es ist ein wichtiger Baustein in einem komplexen Hormonsystem:

  • dem Renin-Angiotensin-Aldosteron-(RAA)-System. Dieses Hormonsystem ist für die Blutdruckregulation sowie den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers mitverantwortlich.
    • Im Rahmen des RAA-Systems wandelt ACE das Hormon Angiotensin-I in Angiotensin-II um. Angiotensin-II ist ein stark blutdrucksteigerndes Hormon, und aus diesem Grund gibt es bestimmte Medikamente (die sogenannten ACE-Hemmer), die zur Behandlung des Bluthochdrucks (Hypertonie) eingesetzt werden.

Die Bestimmung der ACE-Aktivität im Blut hat aber bei der Diagnostik des Bluthochdrucks keine Bedeutung. ACE ist ausschließlich ein Diagnose- bzw. Verlaufsparameter bei granulomatösen Lungenerkrankungen (v.a. Sarkoidose).

Was bedeuten erhöhte bzw. niedrige ACE-Werte?

Erhöhte ACE-Werte können ein Hinweis auf eine

  • granulomatöse Lungenerkrankung (z.B. Sarkoidose) sein.

Niedrige ACE-Werte findet man z.B. bei

  • einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer (blutdrucksenkendes Medikament).

Granulomatöse Lungenerkrankungen

Bei granulomatösen Lungenerkrankungen kommt es zur Bildung sogenannter „epitheloidzelliger“ Granulome in der Lunge sowie in den Lymphknoten der Lunge. Diese Granulome sind allerdings nur unter dem Mikroskop als solche erkennbar. Aus diesem Grund müssen zur Diagnose einer solchen Erkrankung Zellen bzw. Gewebsproben aus der Lunge bzw. den Lymphknoten der Lunge entnommen werden.

Zu den granulomatösen Lungenerkrankungen gehören die

  • Tuberkulose und die
  • Sarkoidose (Morbus Boeck).

Die Tuberkulose ist eine ansteckende, bakterielle Infektionserkrankung, die durch Tuberkelbakterien (Mykobakterien) hervorgerufen wird. Die Ursachen für die Sarkoidose sind bisher unbekannt. Vermutlich handelt es sich im weitesten Sinne um eine Autoimmunerkrankung, wobei es auch eine genetische Disposition (familiäre Häufung) gibt.

Die Unterscheidung zwischen Tuberkulose und Sarkoidose gestaltet sich in der Medizin oft schwierig. Eine exakte Diagnosestellung ist aber die Voraussetzung für eine Behandlung:

  • Denn Tuberkulose und Sarkoidose werden komplett unterschiedlich therapiert.

So wird etwa die Tuberkulose mit bestimmten Antibiotikakombinationen über viele Monate behandelt, während zur Behandlung der Sarkoidose gegebenenfalls Kortikosteroide verabreicht werden können. Kortikosteroide dürfen aber keinesfalls bei Tuberkulose eingesetzt werden, weil dies u.U. lebensgefährlich sein könnte.

Aus diesem Grund ist für die Abklärung granulomatöser Lungenerkrankungen ein gutes Zusammenspiel der folgenden diagnostischen Spezialdisziplinen erforderlich:

  • Klinische Untersuchung:
  • Labordiagnostik:
    • Entzündungsdiagnostik,
    • Untersuchung von Kalzium- und Vitamin-D-Stoffwechsel,
    • ACE-Aktivität im Blut,
    • Gamma-Interferon-Test,
    • molekularbiologische Tuberkelbakteriendiagnostik (PCR);

  • Radiologiediagnostik:
  • Bronchienspiegelung (Bronchoskopie):
    • optische Begutachtung des Bronchialsystems der Lunge,
    • Gewinnung von Zell- und Gewebsproben für bakterioskopische, zytologische sowie histologische Untersuchungen;

  • Bakterioskopie:
    • Nachweis von säurefesten Stäbchenbakterien (Ziehl-Neelsen-Färbung) in Hustenschleim (Sputum) bzw. bronchoskopisch gewonnenen Zell- und Gewebsproben;

  • Mikrobiologie:
    • Nachweis von Tuberkelbakterien mittels Spezialkulturen in Hustenschleim (Sputum) bzw. bronchoskopisch gewonnenen Zell- und Gewebsproben;

  • Zelldiagnostik (Zytologie) sowie Gewebsdiagnostik (Histologie):
    • Nachweis von „epitheloidzelligen“ Granulomen in bronchoskopisch gewonnenen Zell- und Gewebsproben.
Synonyme: ACE
LOINC: 2742-5

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
U/l (Units pro Liter) 8–62 U/l 8–62 U/l 8–62 U/l 8–62 U/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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