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Herpes-simplex-Virus-Typ-1-PCR

Die PCR-Untersuchung auf HSV-1-DNA ist ein rasches und hoch sensitives labormedizinisches Verfahren zur Abklärung einer Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ-1 (HSV-1). HSV-1 ist ein Virus aus der Familie der Herpesviren (HHV-1) und typischer Erreger sogenannter Fieberblasen (Herpes labialis).

Warum wird eine HSV-1-DNA-PCR durchgeführt?

HSV-1 ist ein DNA-Virus aus der Familie der humanen Herpesviren (HHV-1). Herpesviren besitzen die typische Fähigkeit, im Anschluss an die akute Infektion im Körper zu persistieren und bei bestimmten Situationen (z.B. bei einer Schwächung des Immunsystems) eine erneute Infektion (Reinfektion) hervorzurufen.

Beim Menschen kann die HSV-1-Erstinfektion (meist im Kindesalter) zum typischen Beschwerdebild der

  • Gingivostomatitis herpetica (Stomatitis aphtosa) führen, die mit Fieber sowie einer schmerzhaften Bläschenbildung im Bereich von Mund- und Rachenraum einhergeht.

Die endogene Reaktivierung der nach Erstinfektion im Körper verbliebenen HSV-1 kann in weiterer Folge zu immer wiederkehrenden Episoden sogenannter

  • Fieberblasen (Herpes labialis) führen – narbenlos abheilende Bläschenbildungen im Bereich von Lippen und Mundschleimhaut.

Zur diagnostischen Abklärung eines Verdachtes auf eine HSV-1-Infektion können die folgenden Laboruntersuchungen durchgeführt werden:

  • Nachweis von Antikörpern gegen HSV-1 vom Typ IgG und IgM sowie
  • HSV-1-DNA-PCR (zum Beweis einer akuten Infektion).

Bei der HSV-1-DNA-PCR handelt es sich um ein direktes labormedizinisches Nachweisverfahren, bei dem das HSV-1-Erbgut (DNA) in Blut sowie anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Liquor – das ist die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) nachgewiesen werden kann.

Der Vorteil der HSV-1-DNA-PCR ist die rasche Verfügbarkeit der Untersuchungsergebnisse. Darüber hinaus besitzt das PCR-Verfahren eine sehr hohe Sensitivität. Das bedeutet, dass bereits geringste Mengen an HSV-1 im Untersuchungsmaterial zu einem zuverlässig positiven Ergebnis führen.

Wie ist das Ergebnis der HSV-1-DNA-PCR zu interpretieren?

Ein positives Ergebnis der HSV-1-DNA-PCR bedeutet in Kombination mit gegebenenfalls vorliegenden typischen Symptomen einen Beweis für das Vorliegen einer HSV-1-Infektion.

Allerdings schließt ein negatives HSV-1-DNA-PCR-Ergebnis eine entsprechende Infektion nicht mit Sicherheit aus. Aus diesem Grund müssen immer auch die folgenden grundsätzlichen Untersuchungen für die Abklärung suspekter Beschwerden berücksichtigt werden:

  • Anamnese (exakte Erhebung der Krankengeschichte),
  • Lebensalter der Patientinnen/Patienten,
  • Expositionsstatus,
  • erkrankungstypische Symptome sowie
  • Immunstatus der Patientin/des Patienten.

Herpes labialis (Herpes-simplex-Typ-1-Infektion)

Das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) ist ein Virus aus der Familie der Herpesviren. Bei diesen Viren handelt es sich um DNA-Viren, welche die typische Fähigkeit besitzen, nach einer Infektion in verschiedenen Zellen bzw. Geweben lebenslang zu verbleiben (persistieren) und bei bestimmten Situationen (z.B. bei einer Schwächung des Immunsystems) eine erneute Infektion hervorzurufen. Die wichtigsten Vertreter humaner Herpesviren (HHV) sind:

  • HHV-1: Herpes-simplex-Virus 1 (HSV-1) – typischer Erreger von Fieberblasen;
  • HHV-2: Herpes-simplex-Virus 2 (HSV-2) – „Fieberblasen“ im genitalen Bereich;
  • HHV-3: Varizellen-Zoster-Virus (VZV) – Feuchtblattern, Gürtelrose;
  • HHV-4: Epstein-Barr-Virus (EBV) – Pfeiffer’sches Drüsenfieber;
  • HHV-5: Cytomegalievirus (CMV) – Erreger bestimmter Organinfektionen (Lunge, Leber, Gehirn etc.).

Von Infektionen mit Herpesviren sind in Abhängigkeit vom Virustyp zumeist nur bestimmte Körperregionen und Gewebe betroffen. Die Infektion kann sich aber auch auf den gesamten Körper ausbreiten und zu schweren Komplikationen führen (Gehirn- und Hirnhautentzündungenetc.).

Die Übertragung von HSV-1 erfolgt in den meisten Fällen durch Tröpfcheninfektion über den Speichel in der Mehrzahl der Fälle bereits im Kindesalter. In Europa sind mehr als 95 Prozent aller Erwachsenen mit diesem Virus infiziert.

Im Hinblick auf das Beschwerdebild verläuft die Erstinfektion mit HSV-1 in der Mehrzahl der Fälle (>90 Prozent) asymptomatisch. In seltenen Fällen (unter zehn Prozent) kann es zum folgenden Krankheitsbild kommen:

  • Gingivostomatitis herpetica (Stomatitis aphtosa): Diese Erkrankung tritt meist im Kleinkindesalter auf und ist durch Fieber sowie schmerzhafte Bläschenbildung im Mund- und Rachenraum gekennzeichnet. Darüber hinaus kann es auch zu lokalen Lymphknotenschwellungen (Halsbereich) kommen.

Da HSV-1 nach der Primärinfektion lebenslang im Körper der betroffenen Patientinnen und Patienten verbleiben (zumeist in regionalen Nervenganglien), kann es unter bestimmten Umständen (Schwächung des Immunsystems, Sonnenexposition, Stress, andere Infektionen u.v.m.) zu einer sogenannten endogenen Reaktivierung der HSV-1-Infektion kommen:

  • Herpes labialis (Fieberblasen): Hierbei kommt es zu immer wiederkehrenden (rezidivierenden) Bläschenbildungen im Bereich von Lippen und Mundschleimhaut. Nach Verkrustung der Bläschen heilen diese narbenlos ab.

Neben diesen typischen Verlaufsformen der HSV-1-Infektion kann die Erkrankung in seltenen Fällen aber auch einen schweren Verlauf nehmen:

  • herpetische Bindehautentzündung (Keratokonjunktivits): hier kann es zu bleibenden Schädigungen der Hornhaut des Auges kommen;
  • Herpesenzephalitis: hierbei handelt es sich um die häufigste Form einer viral bedingten Enzephalitis (Entzündung des Gehirngewebes), die in mehr als 80 Prozent einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann;
  • Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialisparese);
  • Verschleppung der HSV-1-Infektion in den Genitalbereich (Herpes genitalis) u.v.m.

Für die Diagnose einer HSV-1-Infektion sind die folgenden Schritte erforderlich:

  • Genaue Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese);
  • Erfassung des typischen Beschwerdebildes in Abhängigkeit vom Lebensalter der Patientin/des Patienten;
  • in bestimmten Fällen können Blutuntersuchungen erforderlich sein:
    • Nachweis von Antikörpern gegen HSV-1 vom Typ IgG und IgM,
    • HSV-1-DNA-PCR (zum Beweis einer akuten Infektion) aus Blut bzw. Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) zur raschen Diagnosesicherung bei Verdacht auf eine Herpesenzephalitis.

Die Behandlung einer HSV-1-Infektion richtet sich nach der Schwere des Verlaufes, dem Bestehen einer Schwächung des Immunsystems sowie dem Lebensalter der betroffenen Patientin/des betroffenen Patienten.

Bei unkomplizierten Verlaufsformen eines Herpes labialis sind zumeist keine bzw. nur lokale Therapiemaßnahmen erforderlich (z.B. lokale Anwendung virostatischer Salben).

Bei schweren Verlaufsformen einer HSV-1-Infektion bzw. bei Auftreten von Komplikationen kann die systemische Verabreichung von Virostatika erforderlich sein:

  • Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir etc.
Synonyme: HSV-1-DNA-PCR/Blut (HSV1PB), HSV-1-PCR
LOINC: 49985-5 / HSV1 DNA # Bld PCR

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
negativnegativnegativnegativ


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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