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Folat

Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin, das vor allem in grünen Gemüsesorten und Innereien (Leber) vorkommt. Ein Mangel an Folsäure (Folat) kann zu schweren Blutbildveränderungen (Anämie) führen.

Warum wird Folsäure im Blut bestimmt?

Vitamine sind besondere Nahrungsbestandteile, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Solche Nahrungsbestandteile nennt man essenziell. Diese müssen dem Körper mit der Nahrung zugeführt werden.

Die Vitamine werden in zwei Gruppen geteilt:

  • fettlösliche Vitamine: Vitamin A, D, E und K
  • wasserlösliche Vitamine: Vitamine des B-Komplexes (B12), Vitamin C (Ascorbinsäure), Folsäure (Folat) u.v.m.

Im Blut können die folgenden Vitamine bei bestimmten medizinischen Fragestellungen gemessen werden:

  • Vitamin A: Darmerkrankungen, Nachtblindheit
  • Vitamin B12 und Folsäure: Abklärung einer Blutarmut
  • Vitamin D: Untersuchung des Knochenstoffwechsels

Im Körper ist der Folsäurestoffwechsel eng mit dem von Vitamin B12 verbunden. Beide Vitamine sind als Koenzyme am Protein- und Nukleinsäurestoffwechsel beteiligt. Ein Mangel an Vitamin B12 und/oder Folsäure kann zu schweren Blutbildveränderungen („perniziöse Anämie“) führen.

Hinweis In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Folsäure erhöht. Ein Mangel kann zu Fehlbildungen beim Ungeborenen führen (Neuralrohrdefekt).

Was bedeuten niedrige/erhöhte Folsäurewerte?

Eine Verminderung von Folsäure im Blut kann vielfältige Ursachen haben:

  • Fehlernährung (mangelhafte Zufuhr) bei Alkoholismus,
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes,
  • angeborene Stoffwechselerkrankungen.

Bei folgenden Erkrankungen kann es zu einer Erhöhung von Folsäure im Blut kommen:

  • Überdosierung von Vitaminpräparaten
  • Hämolyse (vermehrter Abbau roter Blutkörperchen)

Anämie

Eine Anämie (Blutarmut) ist eine Verminderung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und/oder eine Verminderung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) im Blut.

Bei schweren Formen der Blutarmut kann unter Umständen die Versorgung der Gewebe des Körpers mit Sauerstoff gefährdet sein. Besonders anfällig für einen Sauerstoffmangel ist dabei das Herz. Dementsprechend sind vor allem herzkranke Menschen bei einer Anämie besonders gefährdet.

Die Ursachen einer Anämie sind vielfältig:

  • Störung der Bildung der Erythrozyten im Knochenmark:
    • Eisenmangel (Eisenmangelanämie) – das ist die häufigste Anämieform überhaupt
    • Mangel von Vitamin B12 und Folsäure
    • Mangel des Nierenhormons Erythropoetin („renale Anämie“)
  • Blutverlust
    • z.B. Darmblutungen
    • Verletzungen
  • Gesteigerter Blutabbau (Hämolyse)
    • Malaria
    • angeborene Hämoglobinerkrankungen (Sichelzellenanämie, Thalassämie, Kugelzellanämie)

Weitere Informationen zu Folsäure in der Ernährung finden Sie unter Folsäure (Folat).

Synonyme: Folsäure (FOLS)
LOINC: 2284-8

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
ng/ml (Nanogramm pro Milliliter) 1,8–9 ng/ml 1,8–9 ng/ml 1,8–9 ng/ml 1,8–9 ng/ml

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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