Gesundheitsportal
Inhaltsbereich

Protein C

Protein C gehört zu den vom Körper selbst gebildeten Stoffen, welche die Blutgerinnung hemmen. Ein Mangel an Protein C kann daher zu Thromboseneigung führen.

Warum wird die PCA im Blut bestimmt?

Protein C gehört zur Gruppe der Blutgerinnungsfaktoren.

  • Blutgerinnungsfaktoren sind von der Leber gebildete Eiweißstoffe, die ein wichtiger Bestandteil der Blutflüssigkeit (des „Blutplasmas“) sind.

Die meisten Blutgerinnungsfaktoren sind am Zustandekommen der Blutgerinnung – d.h. bei der Bildung des Blutgerinnsels (Thrombus) – beteiligt.

Es gibt aber auch Gerinnungsfaktoren im Blut, die den gegenteiligen Effekt haben. Dabei handelt es sich um gerinnungshemmende Stoffe. Zu diesen Stoffen zählen Antithrombin III (AT3), Protein C (PC) und Protein S (PS). Für die Bildung von PC und PS ist Vitamin K notwendig, weshalb diese zu den sogenannten „Vitamin-K-abhängigen“ Blutgerinnungsfaktoren zählen.

All diese Stoffe sind u.a. für die Kontrolle der Blutgerinnung verantwortlich. Denn es darf im Körper niemals zu einer unkontrollierten Aktivierung der Blutgerinnung kommen. Das wäre ein lebensbedrohlicher Zustand.

Bei bestimmten Erkrankungen, aber auch bei Bettlägerigkeit (z.B. auch nach Operationen) kann es zu einer gesteigerten Blutgerinnungsneigung kommen (man spricht von einer Thromboseneigung bzw. Thrombophilie). Dieser Zustand kann dazu führen, dass es in einem Blutgefäß (meist sind davon Venen betroffen) zu einer Blutgerinnselbildung kommt. Ein solches Blutgerinnsel wird

  • „Thrombus“ genannt – die Erkrankung heißt „Thrombose“.

Die große Gefahr einer Thrombose besteht darin, dass sich ein Teil des Blutgerinnsels ablöst und über das venöse Blutgefäßsystem zum Herzen und schließlich zur Lunge wandert. Ein solcher abgelöster Teil eines Thrombus wird

  • „Embolus“ genannt – die Erkrankung heißt „Embolie“ (sie stellt eine Komplikation der Thrombose dar).

Eine solche Embolie kann einen akut lebensbedrohlichen Zustand darstellen. Denn je nach Größe des Embolus kann es zu einer mehr oder minder ausgedehnten Verstopfung von Lungengefäßen kommen. Diese Erkrankung wird als

  • „Pulmonalembolie“ bezeichnet – die Schädigung der Lunge durch diese Embolie heißt „Lungeninfarkt“.

Bei einem medizinischen Verdacht auf eine Thromboseneigung sollten die Hemmstoffe des Gerinnungssystems (Antithrombin III, Protein C, Protein S) im Blut untersucht werden. Ein solcher Verdacht ist in folgenden Situationen gegeben:

  • bei wiederholten Beinvenenthrombosen (insbesondere bei Personen unter 40 Jahren),
  • bei wiederholten Lungeninfarkten (Pulmonalembolien),
  • bei wiederholten Fehlgeburten etc.
Im medizinischen Labor wird zumeist die Protein-C-Aktivität (PCA) gemessen und als „Prozentwert der Norm“ angegeben.

Was bedeuten erniedrigte PCA-Werte?

Erniedrigte PCA-Werte im Blut können in den folgenden Fällen gefunden werden:

  • Angeborener Protein-C-Mangel – hier gibt es
    • die selteneren reinerbigen (ca. 1:600.000) – PCA-Werte <1 Prozent (ohne Behandlung tödlich) – sowie
    • die relativ häufigeren mischerbigen (ca. 1:250) Formen – PCA-Werte zwischen 20 und 70 Prozent.
  • Vitamin-K-Mangel.
  • Behandlung mit einem Vitamin-K-Gegenspieler (z.B. Marcoumar® oder Sintrom®) – das ist die sogenannte orale Antikoagulationstherapie.
  • Lebererkrankungen, Autoimmunerkrankungen, schwere Verläufe von Infektionserkrankungen.

Tiefe Venenthrombose (TVT)

Bei einer tiefen Venenthrombose (TVT) kommt es zum Verschluss einer tief gelegenen Vene durch die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus). In den meisten Fällen sind Beinvenen betroffen.

Als Ursache der TVT kommen

  • Schädigungen der Venenwand (z.B. Entzündungen),
  • Störungen des Blutstroms (z.B. Wirbelbildungen bei Krampfadern) sowie
  • Veränderungen der Zusammensetzung des Blutes (Ungleichgewicht zwischen gerinnungsfördernden und -hemmenden Faktoren) infrage.

Neben diesen direkten Ursachen existieren vielfältige Einflüsse, die das Auftreten einer TVT begünstigen. In diesen Fällen liegt dann eine sogenannte Thrombophilie (Thromboseneigung) vor:

  • Bettlägerigkeit (z.B. nach Operationen),
  • langes Sitzen (z.B. Langstreckenflüge – sogenanntes „Economy Class Syndrome“),
  • angeborener Mangel an Antithrombin III, Protein C bzw. Protein S,
  • andere angeborene Störungen wie Faktor-V-Leiden-Mutation etc.,
  • Lebererkrankungen,
  • Tumorerkrankungen (v.a. im Bereich von Bauchspeicheldrüse bzw. Prostata),
  • höheres Lebensalter,
  • Einnahme der „Anti-Baby-Pille“ plus Rauchen u.v.m.

Die Beschwerden einer TVT können vielfältig sein. Typisch sind

  • Schwellung des betroffenen Beines,
  • Schmerzen beim Drücken auf die betroffene Wade,
  • evtl. bläuliche Verfärbung des betroffenen Beines (sogenannte Zyanose).

Es gibt aber auch Fälle einer TVT, bei denen diese typischen Beschwerden komplett fehlen.

Die größte Gefahr einer TVT liegt darin, dass sich ein Teil des Blutgerinnsels ablöst und über das venöse Blutgefäßsystem zum Herzen und schließlich zur Lunge wandert. Ein solcher abgelöster Teil eines Thrombus wird

  • „Embolus“ genannt – die Erkrankung heißt „Embolie“.

Eine Embolie kann einen akut lebensbedrohlichen Zustand darstellen. Denn je nach Größe des Embolus kann es zu einer mehr oder minder großen Verstopfung von Lungengefäßen kommen. Diese Erkrankung wird als

  • „Pulmonalembolie“ bezeichnet – die Schädigung der Lunge durch diese Embolie heißt „Lungeninfarkt“.

In Hinblick auf die Diagnose einer TVT sollten die folgenden Untersuchungen erfolgen:

  • Genaue Befragung der Patientin/des Patienten (Anamnese),
  • Bestimmung von Fibrinogen-Spaltprodukten (D-Dimere) im Blut,
  • Ultraschalluntersuchung des Beines,
  • Phlebographie (Röntgendarstellung der Beinvenen mit Kontrastmittel).

Die Behandlung der TVT setzt an unterschiedlichen Punkten an:

  • Kompression des betroffenen Beines mit elastischen Binden bzw. einem Kompressionsstrumpf.
  • Vermeidung von Sitzen und Stehen.
  • Strenge Bettruhe ist zumeist nicht erforderlich.
  • Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten:
    • Verabreichung von Heparin (in der Praxis wird am häufigsten sogenanntes fraktioniertes, niedermolekulares Heparin eingesetzt),
    • Thrombolyse (d.h. medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels) mit sogenannten Fibrinolytika.

Bei Patientinnen und Patienten mit immer wieder auftretenden (rezidivierenden) Thrombosen ist die Durchführung einer

  • Thromboembolie-Prophylaxe erforderlich.
    • Dazu werden entweder niedermolekulare Heparine bzw. Vitamin-K-Gegenspieler (z.B. Marcoumar® oder Sintrom®) verwendet.
Weitere Informationen zu
Synonyme: Protein-C-Aktivität (PCA)
LOINC: 27818-4

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) 70–140 % 70–140 % 70–140 % 70–140 %

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse