Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Zahnbehandlung © Andriy Bezuglov

Karies: Was ist das?

Karies ist eine „Infektionskrankheit“, die durch Säuren von Bakterien verursacht wird. Sind die „Kariesbakterien“ einmal in der Mundhöhle, halten sie sich dort hartnäckig. In Österreich leidet praktisch jeder Erwachsene und jedes dritte Kind an dieser weit verbreiteten Zivilisationskrankheit. Dank verbesserter Vorsorge ist es in den vergangenen Jahrzenten zu einem Rückgang gekommen. Dennoch ist Karies nach wie vor die am häufigsten vorkommende Erkrankung der Zähne . . .

Übertragungswege

Unter Karies versteht man die Zerstörung der Zahnsubstanz durch Säuren von Bakterien aus der Plaque/dem Biofilm (Zahnbelag). In unserer Mundhöhle befindet sich eine Vielzahl von Bakterien – das ist ganz natürlich. Die meisten der Bakterien sind sogar nützlich, da bereits im Mund die Verdauung beginnt. Kariesauslösende Bakterien (z.B. Streptococcus mutans, Laktobazillen) sind bei der Geburt noch nicht vorhanden. Sie werden jedoch meist in den ersten Lebensjahren durch die Eltern, Geschwister oder andere Personen auf das Kind übertragen (z.B. durch das Abschlecken eines Löffels oder Schnullers).

Sind die „Kariesbakterien“ einmal in der Mundhöhle, halten sie sich dort hartnäckig. Nur regelmäßiges Entfernen der Zahnbeläge durch Zähneputzen und Verwenden von Zahnseide hilft, Karies zu verhindern. Bei mangelnder Zahnpflege bleiben Zahnbeläge auf, an und zwischen den Zähnen zurück. Die Bakterien beginnen sofort mit der Zersetzung der Kohlenhydrate (z.B. Zucker) aus der Nahrung. Dabei entsteht Säure (z.B. Milchsäure), die den Zahnschmelz auflöst. Schreitet die Karies fort, werden auch das Zahnbein und der Zahnnerv befallen. Im schlimmsten Fall kann Karies zum Zahnverlust führen.

Wie entsteht Karies?

Kariesbakterien bevorzugen auf ihrem Speiseplan vor allem Süßigkeiten und Lebensmittel mit besonders vielen Kohlenhydraten, wie z.B. Chips und Pizza. Eine zuckerreiche Ernährung bildet daher die ideale Grundlage für das Überleben und die Vermehrung der kariesauslösenden Bakterien, da diese vor allem die Zuckerbestandteile der Nahrung in Säure umwandeln. Diese Säure greift den Zahnschmelz an und der Zahn wird allmählich zerstört, wenn er nicht gereinigt oder behandelt wird.

Hinweis Kinder sind besonders anfällig für Karies, da der Zahnschmelz bei Milchzähnen weniger robust ist.


Eine wichtige Rolle spielt der Speichel. Der Speichel neutralisiert Säuren in der Mundhöhle und kann den Zahnschmelz remineralisieren – er bringt von Säuren aus dem Zahnschmelz gelöste Mineralien wie Kalzium wieder zurück. Bei zu wenig „Spucke“ im Mund vermehren sich die Bakterien daher besonders gut. Das ist beispielsweise in der Nacht der Fall, wenn wir schlafen. Zu dieser Zeit haben die Speicheldrüsen wenig zu tun. Aus diesem Grund ist es wichtig, abends vor dem Schlafengehen nochmals gründlich die Zähne zu putzen, damit sich die Kariesbakterien nicht vermehren können.

Formen & Anzeichen von Karies

Die Zahnmedizin unterscheidet folgende drei Formen von Karies:

  • Schmelzkaries/Dentinkaries: Bei der Schmelz- bzw. Dentinkaries handelt es sich um die am häufigsten auftretende Form der Karies.
  • Wurzelkaries: Mit zunehmendem Alter zieht sich das Zahnfleisch zurück und legt Teile der Zahnwurzel frei. Da die Wurzeln nicht von Zahnschmelz geschützt sind, erkranken diese viel schneller an Karies.
  • Sekundärkaries: Bei der Sekundärkaries handelt es sich um eine erneute Kariesbildung bei einer bereits behandelten Kariesstelle (z.B. zwischen einer Füllung und Zahn).

Jeder sollte seine Zähne regelmäßig selbst kontrollieren. Erste sichtbare Zeichen sind weiße Flecken – sogenannte „white spots“ – im Zahnschmelz. Zunächst entsteht auf dem Zahnschmelz eine raue Fläche. Diese begünstigt das Anhaften von Plaque. Wird Karies in diesem Anfangsstadium (Initialkaries) entdeckt, lässt sich die beginnende Zerstörung des Zahnschmelzes durch intensive Mundhygiene und verstärkte Anwendung von Fluoriden oft noch aufhalten.

Bei weiterem Fortschreiten verfärben sich die betroffenen Stellen meist gelblich-braun. Die Karies dringt nach und nach durch den Zahnschmelz und greift das Zahnbein an. Oft machen sich jetzt die ersten Schmerzen bemerkbar. Große Schmerzen verursacht die Karies spätestens dann, wenn sie den Nerv des Zahnes erreicht hat und sich dieser entzündet.

Hinweis Nicht immer ist eine beginnende Zahnkaries von außen sichtbar. Daher sollten im Jahresabstand Bissflügelröntgen angefertigt werden um Karies im klinisch schlecht einsehbaren Seitenzahnbereich früh genug erkennen zu können. Nur Ihre Zahnärztin/ihr Zahnarzt kann sicher sagen, ob sich Karies gebildet hat. Regelmäßige Zahnarztbesuche können helfen, Karies rechtzeitig zu entdecken und zu behandeln. Bleibt Karies unbehandelt, bildet sich im Zahnschmelz ein Loch. Im schlimmsten Fall kann es zum Zahnverlust kommen.

Karies vorbeugen

Kinder und Erwachsene können ihr Risiko für Karies verringern, wenn sie ihre Zähne regelmäßig mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen. Durch das Reinigen der Zähne werden Bakterien und Belag von den Zähnen entfernt.

Die effektivsten Maßnahmen, um Karies vorzubeugen, sind:

  • regelmäßiges Zähneputzen auch in den Zahnzwischenräumen: Es wird empfohlen, die Zähne mindestens zweimal täglich nach dem Essen zu putzen.
  • regelmäßige zweimal jährliche Kontrolluntersuchungen bei der Zahnärztin/beim Zahnarzt mit zweimal jährlicher professionelle Mundhygiene
  • reduzieren von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln – vor allem als Zwischenmahlzeiten

Hinweis Vorsicht bei Fluoridtabletten! Da Fluorid Nebenwirkungen haben kann, dürfen Kinder nicht zu viel davon aufnehmen.

Wohin kann ich mich wenden?

Auch wenn Sie keine Beschwerden haben, sollten Sie regelmäßig nach Empfehlung Ihrer Zahnärztin/Ihres Zahnarzt Kontrollbesuche wahrnehmen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die zahnmedizinischen Leistungen umfassen neben der Zahnbehandlung und dem Zahnersatz auch kieferorthopädische Leistungen (Kieferregulierungen).

Bei folgenden Ärztinnen/Ärzten bzw. Einrichtungen können zahnmedizinische Leistungen in Anspruch genommen werden:

  • bei Vertragszahnärztinnen/Vertragszahnärzten
  • bei Wahlzahnärztinnen/Wahlzahnärzten und
  • in Zahnambulatorien (in eigenen Einrichtungen der Krankenversicherungsträger und in Vertragseinrichtungen)

Hinweis Bitte beachten Sie, dass Wahlärztinnen/Wahlärzte ihre Honorare frei bestimmen können und dabei an keine Tarife gebunden sind. Daher empfiehlt es sich, vor der Behandlung mit Ihrem Krankenversicherungsträger die Kostenfrage abzuklären.


Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse