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Reinigen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide © puje

Zahnpflege – so putzen Sie richtig!

Ob harte, weiche, heiße oder kalte Lebensmittel, unsere Zähne helfen uns täglich beim Zerkleinern der Nahrung in magengerechte Portionen. Damit die Zähne diese Aufgabe bis ins hohe Alter erfüllen können, ist es notwendig, sie täglich zu pflegen. Nur so kann Schäden vorgebeugt werden. Erfahren Sie, welche Zahnbürste die „richtige“ ist – Handzahnbürste, oder doch elektrisch . . .

Wann und wie oft putzen?

Unverzichtbare Basis für den Erhalt der Zähne ist daher die gründliche Reinigung mit der Zahnbürste. Dabei gibt es einige Grundregeln zu beachten:

  • „Nach dem Essen – Zähneputzen nicht vergessen“. Dieser Merkspruch beschreibt den Idealfall, wie oft wir am Tag unsere Zähne putzen sollten. Da dies aber im Alltag nicht immer möglich ist, können beispielsweise zahnschonende Kaugummis Abhilfe verschaffen. Durch das Kauen wird der Speichelfluss angeregt und bewirkt, dass die von den Bakterien gebildeten Säuren unwirksam gemacht werden. Aber auch das Ausspülen des Mundes mit Wasser nach dem Essen hilft, die Bakterien in Zaum zu halten.
  • Als Minimum gilt jedoch die „2x2 Formel“: Putzen Sie mindestens zwei Mal täglich je zwei Minuten lang die Zähne - Einmal morgens nach dem Frühstück und einmal abends vor dem Schlafengehen.

Auf die Putztechnik kommt es an

Beim Reinigen der Zähne sollen nicht nur Speisereste, sondern auch bakterieller Zahnbelag (Plaque) entfernt werden. Die Plaque wird von den im Mund vorhandenen Bakterien innerhalb von wenigen Stunden gebildet und ist kaum sichtbar. Zusammen mit den Bakterien ist der Zahnbelag sowohl für Karies als auch für Parodontitis verantwortlich.

Um die Plaque zu entfernen, reicht die Zahnbürste allein oft nicht aus, da mit dem Bürstenkopf nicht immer alle Stellen erreicht werden. Eine Schwachstelle, an der sich leicht Karies bildet, sind die Zahnzwischenräume. Damit auch diese ausreichend gereinigt werden, empfehlen Expertinnen und Experten, die Verwendung von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen (eigenen sich bei größeren Abständen zwischen den Zähnen). Die Reinigung der Zahnzwischenräume verringert sowohl die Anfälligkeit für Karies als auch Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontalerkrankungen).

Hinweis Wer Zahnseide falsch verwendet, kann Zahn und Zahnfleisch verletzen. Lassen Sie sich die richtige Anwendung in der Ordination Ihrer Zahnärztin/Ihres Zahnarztes zeigen.

Hier finden Sie eine Übersicht über verschiedene Zahnseideprodukte.

Weitere Informationen zu Karies, Gingivitis und Parodontitis finden Sie unter Zahnerkrankungen.

Die richtige Zahnbürste

Zu einer guten Mundhygiene zählen nicht nur das tägliche Zähneputzen und die richtige Putztechnik – auch eine geeignete Zahnbürste spielt eine wichtige Rolle.

Beim Kauf einer Zahnbürste steht heute eine große Auswahl zur Verfügung. Es gibt Zahnbürsten mit Schwingkopf bis hin zum Kurzkopf, Zahnbürsten mit geraden bis hin zu abgerundeten Borsten, Handzahnbürsten mit Vibration bis hin zu elektrischen Zahnbürsten. Welche ist also die richtige Zahnbürste? Beim Kauf einer Zahnbürste sollte besonderes Augenmerk auf die Borsten sowie den Zahnbürstenkopf gelegt werden.

Hinweis Für Zahnspangen-Träger gibt es spezielle Zahnbürsten und Aufsätze, die bei der schonenden und gründlichen Reinigung helfen!

Borsten der Zahnbürste

Beim Kauf einer Zahnbürste spielt die „Härte“ der Borsten eine wichtige Rolle. Diese wird üblicherweise in weich, mittel oder hart unterteilt. Bei gesundem Zahnfleisch empfehlen Expertinnen und Experten eine Bürste mit mittlerer Härte. Bei erkranktem Zahnfleisch kann eine Zahnbürste mit harten Borsten Zahnfleischbluten hervorrufen. Aus hygienischen Gründen sollten die Borsten der Zahnbürste aus Kunststoff sein. Naturborsten sind innen hohl und damit Bakterienträger.

Zahnbürstenkopf

Zahnbürstenkopf

Die ideale Zahnbürste hat einen kleinen Bürstenkopf (Länge ca. zwei bis drei cm), um auch schwerzugängliche Zahnwinkel und Zahnzwischenräume zu erreichen. Bei Handzahnbürsten ist es wichtig, auf abgerundete Kunststoffborsten zu achten.   

Hinweis Um die Zahnbürste vor Keimablagerungen zu schützen, ist es wichtig, sie nach jedem Gebrauch gründlich mit klarem Wasser abzuspülen und mit dem Kopf nach oben in den Zahnputzbecher zu stellen.

Handzahnbürste – oder doch elektrisch?

Ob elektrische Zahnbürsten die Zähne besser putzen als Handzahnbürsten, hängt davon ab, wie sich der elektrische Putzkopf bewegt. Zahnbürsten mit einem Putzkopf, der mehrmals pro Sekunde die Drehrichtung wechselt, können Zahnbelag etwas besser beseitigen als Handzahnbürsten.

Mit der richtigen Putztechnik reinigen Hand- und elektrische Zahnbürsten jedoch gleich gut. Für den Borstenkopf der elektrischen Zahnbürste gelten die gleichen Regeln wie für Handzahnbürsten:

  • kleiner Kopf
  • mittlere Borstenstärke (bei empfindlichem Zahnfleisch: weiche Borsten)
  • abgerundete Kunststoffborsten

Hinweis Wegen der einfachen Handhabung und dem guten Putzergebnis sind elektrische Zahnbürsten für Kinder und ältere Menschen besonders gut geeignet. Bei Hand zahnbürsten muss darauf geachtet werden, dass nicht zu fest aufgedrückt wird, denn dadurch kann der Zahnschmelz verletzt werden.

Wie oft die Zahnbürste wechseln?

Zahnbürsten haben eine begrenzte Lebensdauer, die von wenigen Wochen bis einigen Monaten reichen kann. Sobald die Borsten auseinanderstehen, sollte die Zahnbürste ersetzt werden. Sie bürstet nicht mehr richtig, und die abstehenden Borsten können das Zahnfleisch verletzen. Außerdem sprechen abstehende Borsten für einen zu großen Anpressdruck der Zahnbürste. Dieser kann die Zähne und das Zahnfleisch schädigen. In diesem Fall sollte auf eine elektrische Zahnbürste umgestiegen werden.

Hinweis Expertinnen und Experten empfehlen, spätestens alle zwei Monate die Zahnbürste zu wechseln.

Die ideale Putzdauer

Bei einer elektrischen Zahnbürste ebenso wie bei der Handzahnbürste sollten mindestens zwei bis drei Minuten ins Putzen investiert werden.

ABER: Zu langes und heftiges Zähneputzen wirkt sich ungünstig auf den Zahnschmelz aus. In einer Studie der Newcastle University (veröffentlicht 2003 im Journal of Clinical Periodontology) fanden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heraus, dass ab einer Putzdauer von zwei Minuten der Zahnschmelz angegriffen wird. Und zu starker Druck könnte das Zahnfleisch verletzen, statt die Bakterien wegzubürsten, so die Forscherinnen und Forscher.

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