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Zahnmodell © ponsulak

Mund & Zähne: Basis-Info

Mund, Zähne und Zunge bilden den Anfang des Verdauungsapparates. Sie dienen der Nahrungsaufnahme, aber auch der Sprache und Kommunikation. 

Mit den Zähnen zerkleinern wir beim Kauen die Nahrung. Schneide-, Eck- und Backenzähne sind ihren Aufgaben entsprechend unterschiedlich geformt. Die Zähne sind durch ihren Aufbau im Mund fest verankert und geschützt.

In der Mundhöhle wird der Nahrungsbrei mit Speichel vermischt und anschließend über die Speiseröhre in den Magen transportiert. Die Zunge hat wichtige Aufgaben unter anderem beim Kauen, Schlucken und Schmecken.

Wie viel Zähne hat das menschliche Gebiss?

Bereits bei der Geburt eines Babys sind alle Zähne im Kiefer angelegt. Ungefähr ab dem sechsten Lebensmonat brechen die ersten Milchzähne beim Säugling durch. Den Anfang machen meist die beiden unteren Schneidezähne. Mit etwa zweieinhalb Jahren ist das Milchzahngebiss mit insgesamt 20 Zähnchen vollständig. Bei Erwachsenen besteht das menschliche Gebiss aus insgesamt 32 Zähnen: 16 Zähne im Oberkiefer und 16 Zähne im Unterkiefer. Es gibt jedoch Menschen ohne Weisheitszähne, ihr Gebiss besteht daher nur aus 28 Zähnen. In seltenen Fällen können auch einmal mehr als 32 Zähne vorkommen. Manche davon erreichen die Oberfläche und sind im Mund zu sehen, andere bleiben im Knochen „stecken“.

Welche Zahntypen gibt es?

Anhand ihrer Funktion und Position im Gebiss werden vier verschiedene Zahntypen unterschieden: 


  • Schneidezähne (Incisivi): liegen im vorderen Bereich des Kiefers und sind für das Zerteilen der Nahrung zuständig. In jeder Kieferhälfte gibt es zwei Schneidezähne;
  • Eckzähne (Canini): schließen seitlich an die Schneidezähne an;
  • Backenzähne (Mahlzähne): liegen hinter den Eckzähnen. Bei den Backenzähnen wird in der Medizin zwischen zweihöckrigen Vorbackenzähnen (Prämolaren) und Backenzähnen mit jeweils vier Höckern (Molaren) unterschieden. Sie dienen dem Zermahlen der Nahrung.
  • Weisheitszähne: sofern vorhanden, sind die hintersten Backenzähne an jeder Seite des Kiefers.

Wie ist ein Zahn aufgebaut?

Ob Schneide-, Eck- oder Backenzahn, der Aufbau eines Zahnes ist immer gleich. Jeder Zahn besteht aus der Zahnkrone (Corona dentis), dem Zahnhals (Collum dentis) und der Zahnwurzel (Radix dentis).

Die Zahnwurzel liegt im Kieferknochen versteckt und endet mit der Wurzelspitze. Die Anzahl der Wurzeln ist von Zahn zu Zahn unterschiedlich. Backenzähne haben beispielsweise mehr Wurzeln (bis zu drei) während Schneide- oder Eckzähne nur eine Wurzel besitzen.

Die Zahnkrone ist der sichtbare Teil des Zahnes. Sie wird vom härtesten Material des menschlichen Körpers, dem Zahnschmelz, geschützt. Den Übergang zwischen der Zahnkrone und der Zahnwurzel bezeichnet man als Zahnhals. Er ist vom Zahnfleisch bedeckt. Unterhalb des Zahnschmelzes befindet sich das Zahnbein (Dentin). Das Zahnbein ist weicher als der Zahnschmelz. Es setzt sich bis in die Zahnwurzel fort und umschließt das Zahnmark (Pulpa). Das Zahnmark enthält den Zahnnerv, aber auch alle Blutgefäße. Damit können äußere Einflüsse wie warm und kalt wahrgenommen werden.

Als Zahnhalteapparat (Parodontium) bezeichnet man das Verankerungssystem der Zähne. Er besteht aus verschiedenen Stützgeweben, die die Funktion haben, den Zahn im Knochen zu verankern. Zu diesem System gehören das Zahnfach (Alveole), die Wurzelhaut (Desmodont oder Periodontium), der Zahnzement (Cementum) und das Zahnfleisch (Gingiva).

Mundhöhle & Zunge 

Die Mundhöhle wird begrenzt durch Lippen, Wangen, Mundboden, Gaumen sowie durch das Gaumenzäpfchen und die seitlich davon verlaufenden Gaumenbögen. Rund 300 Bakterienarten sorgen für eine „normale“ Mundflora und tragen damit wesentlich zur Mundgesundheit bei.

Aufbau der Mundhöhle

Die Mundhöhle gliedert sich in zwei Bereiche:

  • Mundvorhof: Raum zwischen Lippen, Wangen und Zähnen. Oberhalb des zweiten oberen Backenzahnes münden beidseits die große Speicheldrüsen (Glandulae parotidis).
  • Eigentliche Mundhöhle: Raum zwischen Zähnen, Mundboden mit der Zunge, Gaumen und Rachenraum. Im Bereich des Mundbodens vor der Zunge münden kleine Speicheldrüsen.

Mundschleimhaut

Die gesamte Mundhöhle ist mit rosafarbener, feuchter Mundschleimhaut ausgekleidet. Da sich die Zellen hier besonders rasch und häufig teilen, heilen Wunden im Mundbereich meist rascher als an anderen Körperstellen. Je nach ihrer Funktion ist die Schleimhaut dick und stark verhornt (an Zahnfleisch und Gaumen) oder dünn und elastisch (an den Lippen und Wangen, dem Mundvorhof und Mundboden sowie der Zungenunterseite). In der Mundschleimhaut befinden sich auch Sinnesrezeptoren für das Tast- und Temperaturempfinden. In der Schleimhaut der Zungenoberfläche liegen außerdem die Rezeptoren für den Geschmackssinn.

Speicheldrüsen

In die Mundhöhle münden mehrere Speicheldrüsen. Sie produzieren bis zu 1,5 Liter Speichel pro Tag, dessen Inhaltsstoffe für einen neutralen pH-Wert und ein für schädliche Keime feindliches Mundmilieu sorgen. Der Speichel befeuchtet und spült die Mundhöhle und spielt daher eine wichtige Rolle für die Selbstreinigung des Mundraumes und der Zähne. Darüber hinaus trägt er zur Verflüssigung und Aufbereitung des Nahrungsbreis bei und unterstützt damit die Verdauung. Im Speichel befinden sich auch jene Mineralien, aus denen auch die Zahnoberflächen aufgebaut sind. Diese spielen bei der Regeneration der Zahnoberflächen nach Säureeinwirkungen eine gewichtige Rolle.

Mundflora

In der Mundhöhle leben unzählige Mikroorganismen in einem natürlichen Gleichgewicht, v.a. etwa 300 Bakterienarten und verschiedene Hefepilze. Wird dieses durch innere oder äußere Einflüsse gestört, können verschiedenste Erkrankungen der Mundhöhle entstehen. Beispielsweise kann eine Verschiebung des Gleichgewichts hin zu einer Überzahl bestimmter, immer in der Mundhöhle vorhandener Bakterienarten zu Karies oder Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches (Gingivitis) führen. Durch die Einnahme von Antibiotika kann es zu einer Superinfektion mit Hefepilzen (v.a. Candida albicans) kommen.

Zunge

Die Zunge (Lingua) übernimmt wichtige Funktionen beim Kauen, Schlucken, Schmecken, Tasten und Sprechen, aber auch bei der Immunabwehr. Sie besteht aus mehreren Abschnitten:

  • Zungenwurzel (Zungengrund): Liegt im hintersten Teil der Zunge und enthält Muskelgewebe sowie die Zungenmandel (Tonsilla linguae), die einen Teil des Abwehrsystems darstellt. Die Zungenwurzel ist am Zungenbein verankert, das mit Bändern und Muskeln sowohl an der Schädelbasis als auch am Kehlkopf befestigt ist.
  • Zungenkörper: Schließt nach vorne an die Zungenwurzel an und besteht aus mehreren Schichten quergestreifter Muskulatur. Die geflechtartige Anordnung der Muskelfasern ist für die große Beweglichkeit und Verformbarkeit der Zunge verantwortlich. Über die Mitte des Zungenkörpers verläuft von vorne nach hinten eine Art Scheidewand aus Sehnenfasern.
  • Zungenspitze: Stellt das vorderste Ende der Zunge dar.
  • Zungenrücken: Beschreibt die obere Außenfläche der Zunge.
  • Zungenunterseite: Liegt nicht komplett frei, sondern ist in ihrem Mittelteil mit der Mundhöhle verwachsen.
  • Zungenrand: Trennt den Zungenrücken von der Zungenunterseite.
  • Zungenbändchen: Diese Falte der Mundschleimhaut befestigt die Unterseite der Zunge am Mundboden, wobei die Seitenränder und die Spitze freiliegen.

In der Zungenschleimhaut befinden sich zwei Gruppen von Papillen:

  • Mechanische Papillen: Verhelfen der Zunge zu ihrem Tastempfinden.
  • Geschmackspapillen: Enthalten Geschmacksknospen. Diese kleinen Nervenendigungen befähigen uns, süß, sauer, salzig, bitter und umami (japanisch: umami = Schmackhaftigkeit) zu unterscheiden. Die Knospen für „süß“ liegen vermehrt im vorderen Bereich der Zunge, daran schließen sich nacheinander salzig, sauer und dann wieder salzig an. Die Empfindung „bitter“ wird vor allem im hinteren Bereich der Zunge wahrgenommen. Prinzipiell kann allerdings jede Geschmacksrichtung in jedem Bereich der Zunge wahrgenommen werden.

Weitere Informationen zu Mund & Speiseröhre erhalten Sie unter Verdauungsorgane.


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