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Symbolfoto Leber © 7activestudio

Alkoholabhängigkeit: Folgen

Langfristiger, regelmäßiger, hoher Alkoholkonsum kann schwere Erkrankungen verursachen. Die chronische Abhängigkeitserkrankung und ihre Folgen betreffen jedoch nicht nur die körperliche Gesundheit der Betroffenen, sondern wirken sich auch auf die Psyche aus. Das soziale Leben mit nahen Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen wird oftmals in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt beispielsweise zur Schädigung von Gehirn und Nerven. Betroffen sind außerdem etwa Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse sowie das Herz-Kreislauf-System und vieles mehr . . . 

Körperliche Schäden

Exzessiver und regelmäßiger Konsum von Alkohol führt zu schweren Schädigungen verschiedenster Körperzellen. Bei einer Alkoholabhängigkeit sind folgende Organe und Organsysteme hauptsächlich betroffen:

  • Leber: Durch chronischen Alkoholkonsum kommt es zu einer Verfettung der Leber (Fettleber) und dadurch zu einer Vergrößerung. Auch eine Entzündung der Leber (alkoholische Hepatitis) tritt auf. Schädlicher Alkoholkonsum kann letztendlich zu einer Leberzirrhose mit Schädigung von Lebergewebe und zum Funktionsverlust führen. Da die Leber ein wichtiges Organ für den Stoffwechsel ist, kommt es durch ihren Funktionsverlust zur Beeinträchtigung anderer Körperfunktionen (z.B. Blutgerinnungsstörungen). Eine Leberzirrhose kann bis zu Leberversagen und Tod führen. Weiter Informationen finden Sie unter Leberzirrhose.
  • Bauchspeicheldrüse: Bei einer Alkoholabhängigkeit kann zudem eine alkoholbedingte Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) vorkommen. Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist lebensbedrohlich. Häufig entwickelt sich allerdings eine chronische Entzündung. Als Folge der Schädigung der Bauchspeicheldrüse ist unter anderem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) möglich.
  • Nervensystem/Gehirn: Eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen bei chronischem Alkoholkonsum ist die alkoholische Polyneuropathie – eine Nervenentzündung mit Schmerzen und Lähmung der Beine. Durch die starke Beeinträchtigung des Gehirns können teils schwere Hirnschädigungen entstehen, z.B. die Hirnatrophie, bei der es zu einem Verlust von Gehirnsubstanz kommt. Auch das Wernicke-Korsakow-Syndrom kommt vor. Es kennzeichnet sich durch eine Polyneuritis der Beine (Störung des peripheren Nervensystems) und die Korsakow’sche Psychose. Diese Störung des Gehirns zeigt sich unter anderem in folgenden Symptomen: Verlust des Altgedächtnisses, sogenannte Konfabulationen (Gedächtnislücken werden mittels Ausreden überspielt, die die Betroffenen aber für wahr halten) oder Verschlechterung des Auffassungsvermögens.
  • Herz-Kreislauf-System: Erkrankungen des Herzmuskels sind ebenfalls Folgen von chronisch erhöhtem Alkoholkonsum (wie Erweiterung des Herzmuskels, Herzschwäche).
  • Muskulatur: Die Muskulatur wird durch jahrelangen regelmäßigen Alkoholkonsum beeinträchtigt. So kann es zu Muskelerkrankungen kommen.
  • Speiseröhre, Magen und Darm: Der Magen-Darm-Trakt sowie Mundhöhle und Speiseröhre werden durch den Alkoholkonsum in Mitleidenschaft gezogen. Es können sich Entzündungen und Geschwüre bilden. Schleimhautrisse der Speiseröhre, Magenschleimhautentzündungen und/oder Schleimhautschädigungen des Dünndarms sind möglich.

Das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen (wie Mund-, Rachen-, Speiseröhren- oder Brustkrebs) ist bei chronisch übermäßigem Alkoholkonsum erhöht. Außerdem kann es zu Potenzstörungen sowie Blutbildungsstörungen oder Blutarmut (Anämie) kommen.

Über Jahre hinweg beeinträchtigt hohe Alkoholzufuhr das Gehirn. Wird Alkohol plötzlich abgesetzt, ist mit Fehlregulationen und schwerwiegenden Folgen (z.B. Delirium tremens) zu rechnen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Alkoholabhängigkeit: Therapie.

Psychische Folgen

Die Schädigung von Gehirn und Nerven durch langfristigen hohen Alkoholkonsum beeinflusst zudem die Psyche. Verschiedene Auswirkungen zeigen sich, z.B. starke Stimmungsschwankungen, Angstzustände, Depression und/oder Persönlichkeitsveränderungen. Auch Alkoholhalluzinose (akustische und optische Halluzinationen aufgrund der eingeschränkten Gehirnfunktion durch Alkohol) und Eifersuchtswahn können auftreten.

Alkoholabhängigkeit hat nicht nur schwerwiegende Folgen für die Betroffenen, sondern auch für deren Familien, Partnerinnen/Partner und Kinder. Sie leiden meist stark unter der Situation, da oftmals ein Zusammenhang zwischen Gewalt und Alkoholkonsum besteht. Außerdem kann es zu Schwierigkeiten am Arbeitsplatz sowie zu Unfällen, z.B. im Straßenverkehr oder im Haushalt, kommen. Das soziale Leben der Betroffenen ist erheblich beeinträchtigt. Auch Dritte können betroffen sein (Isolation der Familie, Freundeskreis wendet sich ab).

Weitere Informationen erhalten Sie unter

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