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Zusammengekauertes Mädchen © surpasspro

Alkohol: Substanz & Wirkung

Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Alkohol meist Getränke, die einen bestimmten Alkoholanteil enthalten. Alkohol kann jedoch auch Bestandteil von Speisen sein. Er ist einerseits Genussmittel und führt andererseits in höheren Dosen zum Rausch – im Extremfall sogar zum Koma. Zudem kann es zu einer Abhängigkeit kommen. Welche akute und langfristige Wirkung Alkoholkonsum auf den Körper bzw. die Gesundheit hat, hängt von verschiedenen Faktoren ab . . . 

Wie entsteht Alkohol?

Chemisch gesehen handelt es sich bei Alkohol für Speisen und Getränke meist um Ethanol (Äthanol, Ethylalkohol, „Reinalkohol“, Trinkalkohol), das bei der alkoholischen Gärung von Kohlenhydraten entsteht. So kann etwa durch die Vergärung von Getreide oder Früchten ein Alkoholgehalt von bis zu 18 Volumprozent (Vol.-%) erreicht werden. Einen weit höheren Gehalt erzielt man durch Destillation dieses Alkohols. Zudem entsteht – in geringerem Ausmaß – bei der alkoholischen Gärung auch Methanol (Methylalkohol). Alkohol kann außerdem synthetisch hergestellt werden. Verwendung findet Alkohol in vielfältiger Form, unter anderem als Lösungs-, Desinfektionsmittel, in Kosmetika oder bestimmten Medikamenten (z.B. in homöopathischen und pflanzlichen Arzneimitteln).

Wirkung von Alkohol

Da Alkohol sowohl wasser- als auch fettlöslich ist, verteilt er sich im ganzen Körper. Die Alkoholkonzentration erhöht sich daher nicht nur im Blut, sondern in allen Flüssigkeiten des Körpers. Welche Wirkung Alkohol auf den Körper bzw. die Gesundheit hat, hängt von der aufgenommenen Menge und der Alkoholkonzentration in Getränken und Speisen ab. Außerdem beeinflussen die individuelle physische und psychische Verfassung. Zudem spielen Trinkgewohnheiten sowie die Toleranz (die Gewöhnung an Alkohol und die dadurch verringerte Empfindlichkeit und Reaktion auf Alkohol) eine Rolle.

Frauen vertragen meistens weniger Alkohol als Männer. Bei Kindern können bereits geringe Alkoholmengen drastische Auswirkungen haben. Bis zum vollendeten 16. Lebensjahr sollte am besten gar keinen Alkohol getrunken werden, danach in möglichst geringen Mengen. Der Körper entwickelt sich erst und kann durch Alkoholkonsum mitunter schwere Schäden erleiden.

Auch Menschen mit chronischen Krankheiten (z.B. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus), Bluthochdruck oder Lebererkrankungen sollten mit Alkohol besonders verantwortungsvoll umgehen. Eine besondere Gefahr stellt Alkohol für Ungeborene dar, denn diese reagieren darauf besonders sensibel. Der von der Schwangeren konsumierte Alkohol geht auf das ungeborene Kind über und kann zu irreparablen Schädigungen führen.

Akute Auswirkungen

Kurzfristig bewirkt Alkohol im Körper unter anderem eine Erweiterung der Blutgefäße, das Gefühl von Wärme, eine Blutdruck- und Pulssteigerung sowie eine Hautrötung. Alkohol gelangt rasch ins Gehirn und wirkt sich dort auf die Informationsübertragung der Nervenzellen aus. In geringen Mengen kann Alkohol stimulierend und „enthemmend“ wirken, in höheren Dosen jedoch „hemmend“.

Bemerkbar macht sich der Einfluss von Alkohol unter anderem beim Reaktionsvermögen. In Zusammenhang mit hohem Alkoholkonsum kann es zum sogenannten „Filmriss“ (Blackout) kommen. Die Betroffenen können sich an bestimmte Zeitabschnitte nur teilweise oder gar nicht mehr erinnern, da die Informationsaufnahme des Gehirns gedrosselt ist. Auch Symptome eines „Katers“ wie z.B. Kopfschmerzen, Durstgefühl oder Übelkeit, als Folge einer akuten Alkoholvergiftung, haben viele schon am eigenen Leib erfahren.

Mit steigendem Blutalkoholspiegel treten Sprach-, Gleichgewichts- sowie Koordinationsstörungen auf. Auch die Risikobereitschaft nimmt zu. Die ausgelassene Stimmung kann rasch kippen und in Gereiztheit und Aggression übergehen. Werden große Alkoholmengen in kurzer Zeit getrunken, kommt es zu schweren Vergiftungserscheinungen – im schlimmsten Fall sogar mit tödlichem Ausgang. Bereits bei relativ geringen Alkoholmengen ist die Reaktionsfähigkeit herabgesetzt (Unfallgefahr). Ab etwa vier Promille besteht Lebensgefahr. Eine Blutalkoholkonzentration von fünf Promille überleben die meisten Menschen nicht.

Langfristige Folgen

Langfristiger Alkoholkonsum in hohen Mengen führt oft zu einer Abhängigkeit, die mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergeht. Die gesundheitlichen Probleme entwickeln sich oftmals lange unbemerkt (z.B. Bluthochdruck, Schädigungen von Organen wie etwa der Leber oder Beeinträchtigungen der Potenz).

Das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen (wie Mund-, Rachen-, Speiseröhren- oder Brustkrebs) ist bei chronisch übermäßigem Alkoholkonsum erhöht. Da Alkohol relativ viele Kalorien enthält, kann sich regelmäßiges Trinken auch in Übergewicht auswirken.

Extremer und chronischer Alkoholkonsum kann zu schweren Schädigungen des Gehirns führen. Durch jeden Rausch werden Gehirnzellen zerstört. Außerdem können Entzugserscheinungen auftreten und sich Auswirkungen auf die Psyche zeigen, beispielsweise in Form starker Stimmungsschwankungen, Angstzuständen, Depressionen oder Persönlichkeitsveränderungen.

Hinweis Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und anderen Drogen oder auch Medikamenten kann die Wirkung deutlich verstärken und die Gesundheit massiv beeinträchtigen – mit teils gefährlichen Nebenwirkungen und Komplikationen.

Weitere Informationen finden Sie unter

Alkohol & Abhängigkeit

Die Alkoholabhängigkeit entwickelt sich meist langsam und über Jahre hinweg. Die Abhängigkeit von Alkohol kann schwerwiegende körperliche und geistige Auswirkungen haben und sogar tödlich enden.

Eine langfristige wiederholte Alkoholzufuhr (chronisches Trinken) wirkt sich unter anderem auf das Gehirn aus. Man geht heute davon aus, dass es dadurch zur Ausschüttung von Dopamin und zu einer vermehrten Ansprechbarkeit des sogenannten mesolimbischen Belohnungssystems kommt. Das heißt: Der Anreiz, den Alkohol auslöst, wird im Lauf der Suchtentwicklung immer stärker wahrgenommen.

Bezeichnend für eine Entwicklung zur Sucht ist der unbemerkte Übergang vom kontrollierten Alkoholkonsum zum unkontrollierten Trinken. Alkohol dominiert das Leben der Betroffenen mehr und mehr. Alkoholabhängige Menschen sind nicht mehr in der Lage, den Konsum von Alkohol auf Dauer zu steuern, auch wenn sie es möchten. Kennzeichnend ist außerdem der immer stärker werdende Drang zu trinken.

Körperliche, seelische und/oder soziale Schädigungen in Zusammenhang mit Alkohol müssen nicht unbedingt mit hohen Trinkmengen verbunden sein. Auch ist eine Sucht nicht zwangsläufig mit einem exzessiven Konsum verbunden. Meist wird Alkohol allerdings in entsprechend hohen Dosen getrunken.

Alkoholabhängigkeit ist nach wie vor ein Tabuthema, was dazu führt, dass entsprechende Probleme oft über lange Zeit verborgen bleiben. Dabei können schwerwiegende Schäden gerade durch eine frühe Diagnose abgefangen werden. Weitere Informationen zur Entwicklung einer Abhängigkeit, zu Risiko- und Schutzfaktoren finden Sie unter Abhängigkei: Basis-Info.

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