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Beispielfoto ärztliche Untersuchung © ISO K° - photography

Häufige Erkrankungen der Schilddrüse

Erkrankungen der Schilddrüse kommen traditionellerweise in den Alpenländern gehäuft vor, da es sich um Jodmangelgebiete handelt. Die häufigsten Schilddrüsenerkrankungen sind: Struma (Kropf), Über- und Unterfunktion, Entzündungen und Schilddrüsenkrebs.

Die Struma

Als Struma (umgangssprachlich Kropf) bezeichnet man eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma diffusa), die meistens mit einem knotigen Umbau des Gewebes (Struma nodosa) einhergeht. Die häufigste Ursache für eine Struma ist ein jahrelanger ernährungsbedingter Jodmangel. Durch bestimmte Wachstumsfaktoren kommt es zu einer Vermehrung von Schilddrüsenzellen und damit zu einer Volumenzunahme des Organs. Seltener sorgen auch Schilddrüsenzysten für eine sichtbare Vergrößerung der Schilddrüse.

Die Überfunktion der Schilddrüse

Bei der Überfunktion (Hyperthyreose) werden von der Schilddrüse zu große Mengen an Schilddrüsenhormonen gebildet. Es kommt zur „Überstimulation“ in den Zielorganen mit folgenden möglichen Symptomen:

  • Rascher und/oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Gewichtsabnahme
  • Nervosität, Zittern, Schwitzen
  • Schlafstörungen
  • Durchfallneigung

Es gibt verschiedene Formen der Überfunktion, die zwei häufigsten Formen sind:

  • die Autonomie und
  • die immunogene Hyperthyreose (auch Basedow’sche Krankheit genannt).

Bei der Autonomie handelt es sich um einen oder mehrere Knoten bzw. einen Bereich der Schilddrüse, in dem unabhängig von der Steuerung durch die Hirnanhangsdrüse und dem Bedarf im Körper Schilddrüsenhormone produziert werden. Die Basedow’schen Krankheit ist eine Störung des Immunsystems, bei der bestimmte im Blut zirkulierende Antikörper die Schilddrüsenzellen zur vermehrten Hormonproduktion stimulieren.

Im Rahmen von Entzündungen der Schilddrüse, bei Einnahme bestimmter Medikamente (Amiodaron – ein Medikament gegen Herzrhythmusstörungen) und in der Schwangerschaft kann es ebenfalls zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommen. Weitere Informationen finden Sie unter Schilddrüse und Schwangerschaft. Unbehandelt kann eine länger bestehende Überfunktion der Schilddrüse zu einer Schädigung des Herzens führen.

Die Unterfunktion der Schilddrüse

Bei der Unterfunktion (Hypothyreose) erzeugt die Schilddrüse zu wenig Hormone. Dies führt zu einer verlangsamten Funktion zahlreicher Organe des Körpers mit folgenden möglichen Symptomen:

  • Müdigkeit, allgemeine Schwäche
  • Frieren bei normaler Raumtemperatur
  • Gewichtszunahme
  • Wassereinlagerungen
  • Verstopfungsneigung

Häufigste Ursachen einer Unterfunktion sind chronische Entzündungen der Schilddrüse, Operationen und Strahlentherapie im Halsbereich. Eine über längere Zeit bestehende Unterfunktion der Schilddrüse führt zu einer Erhöhung des Cholesterinspiegels und kann eine bestehende Depression verstärken.

Entzündungen der Schilddrüse

Zu den akuten Schilddrüsenentzündungen gehören die „akute eitrige Thyreoiditis“ und die „subakute Thyreoiditis de Quervain“. „Thyreoiditis“ leitet sich von der Fachbezeichnung der Schilddrüse (Glandula thyroidea) ab, die Endung „-itis“ steht für Entzündung. Diese Erkrankungen äußern sich durch Berührungsschmerz im Schilddrüsenbereich und grippeähnliche Symptome. Im Akutstadium kann es zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommen. Sie heilen meist ohne nachteilige Folgen aus. Nur in seltenen Fällen kann daraus eine Unterfunktion entstehen.
Die häufigere chronische Schilddrüsenentzündung (auch Hashimoto-Thyreoiditis genannt) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper im Blut die Schilddrüsenzellen angreifen. Sie verläuft in den meisten Fällen ohne Beschwerden, kann aber durch die Zerstörung von Schilddrüsengewebe zu einer Unterfunktion führen.

Schilddrüsenkrebs

Bösartige Erkrankungen der Schilddrüse (Schilddrüsenkrebs) treten selten auf und machen weniger als ein Prozent aller Krebsfälle in Österreich aus. Sie lassen sich in folgende zwei Gruppen einteilen:

  • Die differenzierten Schilddrüsenkarzinome, die direkt von den Schilddrüsenzellen ausgehen und eine gute Prognose aufweisen.
  • Die undifferenzierten Karzinome, die schnell wachsen und eine ungünstige Prognose haben.

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom geht von den sogenannten C-Zellen in der Schilddrüse aus. Diese erzeugen das Hormon Calcitonin, das in den Kalziumstoffwechsel eingreift. Diese Form der Schilddrüsenkrebserkrankung kann familiär gehäuft auftreten.

In den frühen Stadien der Erkrankung kommt es selten zu Beschwerden im Halsbereich. Es können folgende (Spät)-Symptome auftreten:

  • tastbarer oder sichtbarer Knoten am Hals
  • vergrößerte Halslymphknoten
  • Globusgefühl (Gefühl, als hätte man einen Kloß im Hals)
  • Heiserkeit
  • Schluckstörungen

Näherer Informationen finden Sie unter Schilddrüsenkrebs.

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