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Beispielbild Schilddrüsenszintigraphie (mit freundlicher Unterstützung des Klinikum Wels)

Schilddrüsenerkrankungen: Diagnose

Zur Abklärung von Erkrankungen der Schilddrüse stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung: Blutuntersuchung, Ultraschall, Szintigraphie, Röntgenuntersuchung sowie Feinnadelpunktion. Die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt leitet je nach Notwendigkeit die passenden Untersuchungen ein.

Blutuntersuchung

Durch die Bestimmung der Schilddrüsenhormone kann eine Funktionsstörung sowie eine akute oder chronische Entzündung der Schilddrüse diagnostiziert werden. Durch die Bestimmung schilddrüsenspezifischer Antikörper im Blut kann eine chronische Entzündung oder eine Funktionsstörung diagnostiziert werden. Zur Feststellung einer Struma (Kropf) oder eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms ist die Blutuntersuchung primär nicht geeignet. Bei der Nachsorge nach Schilddrüsenkrebs zeigt ein Anstieg des „Tumormarkers“ Thyreoglobulin (TG) ein Wiederauftreten (Rezidiv) der Erkrankung an. Lediglich das medulläre Schilddrüsenkarzinom kann primär durch eine Erhöhung des Calcitoninspiegels im Blut erkannt werden.

Weitere Informationen finden Sie in der Laborwerte-Tabelle.

Ultraschall

Die Schilddrüse liegt am Hals nahe der Körperoberfläche und kann daher mittels Ultraschall sehr gut untersucht werden. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist völlig schmerzfrei. Die meisten Schilddrüsenerkrankungen zeigen typische Veränderungen im Ultraschall. Vergrößerungen und Knoten der Schilddrüse sowie entzündliche Veränderungen können so einfach festgestellt werden. Bei Verdacht auf Schilddrüsenkrebs oder bei der Nachsorge nach einer Operation können im selben Untersuchungsgang auch die Halslymphknoten kontrolliert werden.

Szintigraphie

Bei der Schilddrüsenszintigraphie wird ein radioaktiv markierter Trägerstoff (Radiopharmakon) injiziert und gelangt über den Blutkreislauf in die Schilddrüse. Mit einer speziellen Gamma-Kamera kann die von diesem Trägerstoff abgegebene Strahlung gemessen und ein Funktionsbild der Schilddrüse erzeugt werden. Je nach Stoffwechselaktivität des Organs kommt es auf dem erzeugten Bild (Szintigramm) zu mehr oder weniger intensiver Darstellung. Finden sich in der Ultraschalluntersuchung Knoten in der Schilddrüse, können diese im Szintigramm hinsichtlich ihrer Funktion beurteilt werden:

  • „Warme“ Knoten unterscheiden sich nicht vom restlichen Schilddrüsengewebe und nehmen an der normalen Hormonproduktion teil.
  • „Heiße“ Knoten, auch autonome Adenome genannt, produzieren unabhängig von der körpereigenen Steuerung zu viel an Hormonen.
  • „Kalte“ Knoten beteiligen sich nicht am Stoffwechsel. Hinter ca. fünf Prozent der kalten Knoten verbirgt sich Schilddrüsenkrebs.

Die Szintigraphie selbst ist schmerzfrei. Allerdings verursacht die Injektion des Radiopharmakons in die Vene ein leicht schmerzhaftes Empfinden, das als „Brennen“ wahrgenommen wird. Insgesamt dauert die Untersuchung ca. dreißig Minuten. 

Hinweis Die Strahlenbelastung einer Szintigraphie ist äußerst gering. Bei Schwangeren und stillenden Müttern wird diese Untersuchung allerdings aus Vorsichtsgründen nicht durchgeführt. Bei Kleinkindern entscheidet je nach Art der Erkrankung im Einzelfall die Fachärztin/der Facharzt für Nuklearmedizin über die Durchführung einer Szintigraphie.

Röntgenuntersuchung

Bei großen Strumen (Struma, Kropf) kann es zu einer Verlagerung bzw. Einengung der Luft- und Speiseröhre kommen. Zur Beurteilung des Luftröhrendurchmessers dient eine Röntgenzielaufnahme. Die Speiseröhre kann durch Schlucken eines Kontrastmittelbreis beurteilt werden (Schluckakt).

Hinweis Röntgenuntersuchungen sind bei Schwangeren zu vermeiden!

Feinnadelpunktion

Durch die ultraschallgezielte Feinnadelpunktion eines Schilddrüsenknotens können dessen Zellen mikroskopisch beurteilt werden. Entartete Zellen sind ein Hinweis auf Schilddrüsenkrebs und erfordern eine Operation.
Nach Desinfektion der Haut und Lokalisierung des Knotens mit dem Ultraschallkopf wird eine Nadel durch die Haut direkt in den Knoten gestochen und mithilfe einer aufgesetzten Spritze Gewebe gewonnen. Dieses wird dann durch die Pathologin/den Pathologen untersucht. Die Untersuchung ist nicht ganz schmerzfrei, in den meisten Fällen ist eine lokale Betäubung jedoch nicht erforderlich.

Hinweis Die Untersuchung darf nicht unter laufender Therapie mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten (Phenprocoumon, Acenocumarol) durchgeführt werden, da es sonst zu lebensgefährlichen inneren Blutungen kommen kann!

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