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Blutröhrchen © corbis-fancy

Erhöhte Blutfette: Diagnose

Erhöhte Blutfette bereiten keine Beschwerden und werden daher meist zufällig festgestellt. Im Fall der Blutfette darf von einzeln gemessenen Laborwerten niemals auf das Vorliegen einer Fettstoffwechselstörung geschlossen werden. Leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Aufgrund der Unterscheidung in LDL- und HDL-Cholesterin ist eine Beurteilung des Gesamtcholesterinspiegels nur bedingt aussagekräftig. Interessanter ist das Verhältnis von LDL zu HDL . . .

Die Diagnose

Erhöhte Blutfettwerte werden mittels Blutuntersuchung diagnostiziert. Dazu ist es wichtig, dass die Patientin/der Patient mindestens zwölf Stunden lang nüchtern ist. Bestimmt werden im Blut der Gesamt-, der HDL-Cholesterin- sowie der Triglyzerid-Wert. LDL-Cholesterin wird meist nicht direkt gemessen, sondern anhand einer Formel errechnet (Friedewald-Formel).

Hinweis LDL-Bestimmung mittels „Friedewald-Formel“: LDL-Cholesterin (mg/dl) = Gesamt-Cholesterin (mg/dl) – [Triglyzeride (mg/dl) /5] – HDL-Cholesterin (mg/dl)

Sind im Blut erhöhte Blutfettwerte erkennbar, versucht die Ärztin/der Arzt, die Ursachen und Zusammenhänge zu ermitteln. Sie/er wird im Anamnese-Gespräch fragen, ob ein erhöhter Cholesterin-Spiegel bei direkten Verwandten (Eltern, Geschwister) bekannt ist. Interessant ist für die Ärztin/den Arzt zudem, ob in Ihrer Familie Fälle von (frühen) Herzkrankheiten aufgetreten sind. Die Ärztin/der Arzt wird den Blutdruck messen, gegebenenfalls eine klinische Untersuchung vornehmen und den Körper auf Cholesterinablagerungen kontrollieren, v.a. an den Augen und (Achilles-)Sehnen.

Eventuell sind weiterführende Untersuchungen erforderlich, z.B.:

Für die Ärztin/den Arzt kann bereits das Muster der Blutfettwerte zueinander sowie die Höhe der Werte aufschlussreich sein. Bei extrem hohen Triglyzerid- und/oder extrem hohen LDL-Spiegeln kann von einem genetischen Defekt (primäre Fettstoffwechselstörung) ausgegangen werden. Eine Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern kann frühzeitige Veränderungen im Sinne einer Arteriosklerose aufzeigen.

Wann sind die Werte erhöht?

Heutige Erkenntnisse betrachten die enge Angabe eines Normalwertes für das Gesamtcholesterin als weniger sinnvoll. Stattdessen orientiert sich die Ärztin/der Arzt am Herz-Kreislauf-Risiko einer Person:

Je höher das Risiko, desto niedriger soll das schlechte (LDL-)Cholesterin liegen. Eine Orientierung bietet das Verhältnis der einzelnen Blutfettwerte zueinander (Quotient).

Gesamt-Cholesterin-/HDL-Quotient

Aufgrund der Unterscheidung in LDL- und HDL-Cholesterin ist eine Beurteilung des Gesamtcholesterinspiegels nur bedingt aussagekräftig. Ist der Gesamtcholesterinspiegel erhöht, muss das Verhältnis von LDL zu HDL – der Quotient – ermittelt werden. Ein hoher HDL-Wert beeinflusst dabei den Quotienten positiv. Beim Gesamt-Cholesterin-/HDL-Quotienten gilt ein Wert von unter 4 als günstig.

Weitere Informationen finden Sie im Labor-Teil unter Was ist normal? und Fettstoffwechsel.

Gängige SOLL-Referenzwerte in der Labormedizin sind

  • Gesamtcholesterin: unter 200 mg/dl
  • LDL-Cholesterin: unter 160 mg/dl
  • HDL-Cholesterin: über 45 mg/dl
  • Triglyzeride: zwischen 50 bis 150 mg/dl
  • Gesamtcholesterin-/HDL-Quotient: unter 4

 Wohin kann ich mich wenden?

Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung werden über die Blutabnahme auch die wichtigsten Blutfettwerte erhoben. Weitere Informationen erhalten Sie unter So läuft eine Vorsorgeuntersuchung ab.

Erste Anlaufstelle zur Abklärung einer eventuellen Fettstoffwechselstörung ist die

  • Ärztin/der Arzt für Allgemeinmedizin.

Zur weiterführenden Abklärung kann ein Besuch bei folgenden Stellen erforderlich sein:

  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin,
  • Stoffwechselambulanzen (Ambulanz für Innere Medizin).

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Diagnose einer Fettstoffwechselstörung werden im Normalfall von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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