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Zuckerwürfel ©fotolia/Papillon

Diabetes: Was ist das?

Unter Diabetes mellitus wird eine Gruppe von Stoffwechselkrankheiten verstanden, deren gemeinsamer Befund ein chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel ist. Rund 600.000 Menschen leiden in Österreich an Diabetes. 

Über 90 Prozent aller Diabetes-Erkrankten sind von Typ-2-Diabetes betroffen, eine Erkrankung, die sich meist im Erwachsenenalter entwickelt, die aber zunehmend auch schon bei jungen Menschen diagnostiziert wird. Typ-2-Diabetes hat zum Teil genetische Ursachen und entsteht häufig als Begleiterscheinung von Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas).

Der deutlich seltenere Typ-1-Diabetes tritt meist schon in der Kindheit oder im Jugendalter auf und entwickelt sich als Folge einer Autoimmunreaktion. 

Zuckerstoffwechsel

Alle Zellen des Körpers brauchen Zucker (Einfachzucker bzw. Glukose), um richtig zu funktionieren, er liefert den Muskeln und Organen Energie für ihre Arbeit. Glukose wird im Darm aus der Nahrung aufgenommen und gelangt von dort ins Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt. Über den Blutkreislauf wird der Zucker zu den Zellen verteilt. Damit die Zellen den Zucker verwerten und in Energie umwandeln können, muss er zunächst in die Zellen aufgenommen werden. Hierfür ist das körpereigene Hormon Insulin zuständig: Es sorgt u.a. dafür, dass der süße Kraftstoff aus dem Blutkreislauf in die Körperzellen gelangt und dort verarbeitet wird. Insulin senkt also den Blutzuckerspiegel und steuert den Zuckerstoffwechsel der Zellen. 

Wie die Zuckerkrankheit entsteht 

Insulin wird normalerweise von der Bauchspeicheldrüse produziert. Von dort wird es ins Blut abgegeben und kann seine lebenswichtigen Aufgaben erfüllen.

Bei Diabetes mellitus kann der Körper entweder nicht genug Insulin produzieren (Typ-1-Diabetes) oder er kann das Insulin nicht entsprechend nutzen (Typ-2-Diabetes). Das hat zur Folge, dass der mit der Nahrung aufgenommene Zucker nicht ausreichend aus dem Blut in die Zellen transportiert werden kann. Es bleibt ständig zu viel Glukose im Blut über (Hyperglykämie), gleichzeitig ist die Zuckerverwertung der Zellen gestört.

Diabetes mellitus entwickelt sich schleichend, oft über Jahre hinweg. Meist spielen mehrere Störungen zusammen, die von den Betroffenen teilweise geerbt und/oder im Laufe des Lebens erworben wurden. Unterschiedliche Ursachen können zur Entstehung verschiedener Diabetes-Formen führen.

Typ-1-Diabetes

Menschen mit dem selteneren Typ-1-Diabetes leiden an einer Autoimmunerkrankung, die dazu führt, dass die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zu wenig oder gar kein Insulin erzeugen kann. Bei den Betroffenen werden die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse, die für die Insulin-Produktion verantwortlich sind, durch körpereigene Abwehrzellen oder Autoantikörper (gegen körpereigene Strukturen gerichtete Antikörper) zerstört. Dadurch entwickelt sich ein mit der Zeit zunehmender Insulinmangel.

Die Autimmunerkrankung kann vermutlich durch Virusinfektionen ausgelöst werden, aber auch die genetische Veranlagung spielt bei der Entstehung von Typ-1-Diabetes eine Rolle.

Typ-2-Diabetes 

Bei Menschen mit dem weit häufigeren Typ-2-Diabetes wird zwar zunächst genug Insulin von der Bauchspeicheldrüse produziert, es kann seine Wirkung an den Zellen aber nicht richtig entfalten. Die Körperzellen werden bei diesem Krankheitstyp zunehmend unempfindlich auf Insulin und können die Glukose nicht mehr richtig aufnehmen (man spricht von Insulinresistenz). In der Folge bleibt mehr Zucker im Blut zurück, woraufhin die  Bauchspeicheldrüse auch entsprechend mehr Insulin produziert. Das schafft sie allerdings nur über eine begrenzte Zeit: Wenn sie sich erschöpft, kommt es zum Insulinmangel und der Entwicklung dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel.

Beim Typ-2-Diabetes spielen die Lebensgewohnheiten eine wichtige Rolle, denn Übergewicht, ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung erhöhen das Erkrankungsrisiko und können bei genetisch vorbelasteten Personen zu Diabetes führen. 

Andere Diabetes-Formen

Neben den beiden Hauptformen Typ-1- und Typ-2-Diabetes werden weitere Typen von Diabetes mellitus nach deren Ursachen unterschieden. Dazu zählen: genetische Defekte der Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse, genetische Defekte der Insulin-Wirkung, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, hormonelle Erkrankungen, Infektionen oder medikamentös bzw. chemisch (z.B. durch Alkohol) bedingter Diabetes. Als eigene Diabetes-Form gilt der Schwangerschaftsdiabetes.

Folgeerkrankungen

Bei Diabetikerinnen/Diabetikern erhöht der chronische Blutzuckerüberschuss das Risiko, dass sich Ablagerungen in den Blutgefäßen bilden. Daraus können Gefäßerkrankungen entstehen – wie die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall, Erkrankungen der Augennetzhaut, Nierenerkrankungen oder das diabetische Fußsyndrom. Diabetes ist auch mit einem erhöhten Risiko für Demenzerkrankungen (Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit) verbunden.

Weitere Informationen:

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