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Kind lehnt an Wand © Photographee.eu

Asperger-Syndrom: Was ist das?

Der Wiener Kinderarzt Hans Asperger beschäftigte sich als Erster intensiv mit Kindern, die Auffälligkeiten des Syndroms aufwiesen. Das Asperger-Syndrom zählt zu den sogenannten Autismus-Spektrum-Störungen. Es weist viele Ähnlichkeiten mit frühkindlichem Autismus auf. Das Asperger-Syndrom ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung . . .

Genetische Ursachen vermutet

Das Asperger-Syndrom unterliegt wie alle sogenannten Autismus-Spektrum-Störungen einem besonders starken genetischen Einfluss  mit einer Erblichkeit von ca. 70 bis 90 Prozent. Vermutlich beruht die Vielgestaltigkeit autistischer Störungen auf multiplen Interaktionen von Genen, die jedes für sich nur eine kleinen Effekt besitzen. Dabei wird deutlich, dass es sehr verschiedene genetische Ursachen für Autismus-Spektrum-Störungen gibt, die jedoch vermutlich alle ähnliche biologische Folgen für die Gehirnentwicklung haben. Dadurch können sie sich auch auf die Fähigkeiten zur sozialen Kommunikation dieser Kinder auswirken.

Während Kennzeichen des frühkindlichen Autismus bereits im frühen Kindesalter auftreten, kommt es beim Asperger-Syndrom oft erst später und nicht so ausgeprägt zu Auffälligkeiten in der Entwicklung bzw. im sozialen Verhalten. Die Sprachentwicklung ist unauffällig, es gibt jedoch Probleme mit dem sozialen Sprachverständnis und -ausdruck. Auch Lernprobleme, Tics oder Überempfindlichkeit gegenüber Umgebungsreizen (Geräusche, Gerüche etc.   treten auf. Die motorische Entwicklung (Gehen lernen etc.  kann verzögert sein. Auch im Erwachsenenalter kommen etwa Gangstörungen oder auffällige Bewegungsungeschicklichkeit vor. Geistige Behinderungen sind ausgeschlossen. Bezüglich weiterer begleitender kinder- und jugendpsychiatrischer Störungsbilder finden sich darüber hinaus besonders häufig einfache Aktivitäts-Aufmerksamkeitsstörungen, Angststörungen, depressive Störungen und Zwangsstörungen. Bis zu 70 Prozent der betroffenen Kinder hat mindestens  eine weitere psychiatrische Diagnose.

Alltagssituationen schwerer zu bewältigen

Die Selbstorganisation ist geringer ausgeprägt – Unterstützung für die Alltagsplanung ist daher meist notwendig. Zudem haben viele Betroffene Angst vor Situationen, die sie schwer bewältigen können (z.B. in die Schule gehen), und entwickeln mitunter durch diese Belastungen z.B. Depressionen oder Essstörungen
.

Später im Arbeitsleben erschweren Probleme mit Arbeitsorganisation, Einhaltung von Regeln sowie im sozialen Austausch mit Kolleginnen/Kollegen oder Vorgesetzten die Bewältigung des Alltags. Diese Eigenschaften machen es manchmal schwieriger, einen Job zu finden.

Andere Wahrnehmung

Menschen mit Asperger-Syndrom nehmen die Welt anders wahr. Es fällt ihnen schwer, mehrere Eindrücke gleichzeitig zu verarbeiten. Konzentrieren sie sich jedoch auf etwas Bestimmtes, können sie oft mehr wahrnehmen als andere. Sich vorzustellen, wie andere Menschen denken, sich anzupassen oder sich in sie einzufühlen ist für Betroffene schwierig. Sie haben mitunter jedoch spezielle, manchmal besonders hervorragende, Eigenschaften. In ihrem – meist eingegrenzten Interessengebiet – können sie Herausragendes leisten.

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