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Ärztin spricht mit Patientin © Alexander Raths

Harninkontinenz: Diagnose

Haben Sie Probleme beim Wasserlassen oder leiden Sie an Harnverlust? Eine ärztliche Abklärung ist in diesem Fall sinnvoll. Scheuen Sie sich nicht, dieses Tabuthema anzusprechen. Wenn Sie sich auf den Arztbesuch gut vorbereiten möchten, sollten Sie bereits im Vorhinein ein Blasentagebuch führen. Dieses sogenannte Miktionsprotokoll liefert der Ärztin/dem Arzt wertvolle Hinweise und unterstützt bei der Diagnose. 

Blasentagebuch zum Arztbesuch mitnehmen

In einem Blasentagebuch notieren Sie über zwei bis drei Tage was, wann und wie viel Sie trinken, die Häufigkeit der Toilettengänge, die Harnmenge (z.B. mittels Messbecher), die Intensität des Harndrangs und ob unkontrollierter Harnverlust auftritt oder nicht.

Auf der Website der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich steht ein Blasentagebuch zum Download bereit.

Nach einem Anamnese-Gespräch folgt eine Untersuchung des Harns auf eventuelle Infektionen sowie auf Blut. Bei der körperlichen Untersuchung des Unterbauchs werden Blase und angrenzende Organe abgetastet.

Diese Fragen erwarten Sie

Die Ärztin/der Arzt wird Ihnen viele Fragen stellen, die sich eventuell besser beantworten lassen, wenn Sie sich darauf vorbereiten.

Fragen, die im ärztlichen Gespräch vorkommen können:

  • Seit wann haben Sie die Beschwerden?
  • Wie oft müssen Sie Wasser lassen?
  • Haben Sie das Gefühl, die Blase nicht ganz entleeren zu können?
  • In welchen Situationen geht unfreiwillig Harn ab, z.B. beim Husten, Lachen, Niesen oder Sport?
  • Wie sind Geruch und Farbe des Urins?
  • Haben Sie derart intensiven Harndrang, dass Sie häufig nicht rechtzeitig eine Toilette erreichen?
  • Nehmen Sie Medikamente ein? Wenn ja, welche?
  • Bestehen Erkrankungen bzw. hatten Sie Operationen?

Weiterführende Untersuchungen

In weiterer Folge ist zur exakten Diagnose eine fachärztliche Abklärung erforderlich. Bei Bedarf werden in einer Ultraschalluntersuchung Nieren und Harnwege sowie bei Männern die Prostata genauer beurteilt. Der Ultraschall gibt zudem Auskunft zum eventuellen Verbleib von Restharn sowie zu potenziellen Nieren- oder Harnsteinen.

Weiterführende mögliche Untersuchungen:

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie den Verdacht haben, an Harninkontinenz zu leiden, können Sie sich zur Abklärung an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie
  • Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie
  • Inkontinenzambulanz an Krankenhäusern

Sie können sich auch vorab per Telefon bei der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich unter der Telefonnummer 0810/100 455 unverbindlich und kostenlos beraten lassen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der ärztlichen Abklärung einer Harninkontinenz werden normalerweise von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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