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Ernährung bei Chemo- und Strahlentherapie

Bei Chemo- oder Strahlentherapie kann es aufgrund der Nebenwirkungen zu Einschränkungen in der Ernährung kommen. Typische Beschwerden sind etwa Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Kau- und Schluckbeschwerden, Durchfall, Geschmacksveränderungen oder Völlegefühl. Eine ausreichende Nahrungszufuhr ist jedoch wichtig, um einen Gewichtsverlust oder Unterversorgungen zu vermeiden.

Beschwerden Ernährungsempfehlung
Appetitlosigkeit
  • kleine Portionen über den Tag verteilen
  • Speisen schön und appetitlich anrichten
  • Nahrungszufuhr alle zwei bis drei Stunden, eventuell auch nachts
  • starke Essensgerüche vermeiden (Kaltes ist geruchsärmer)
  • appetitanregende Kräuter und Gewürze verwenden (z.B. Basilikum, Oregano, Curry, Ingwer)
  • appetitanregende Getränke (alkoholfrei, z.B. Bitter Lemon, Tonic Water)
  • individuelle Vorlieben und Geschmacksempfindungen berücksichtigen
  • Essen in angenehmer Atmosphäre
Kau- und Schluckbeschwerden,
Entzündungen des oberen Verdauungstraktes
  • pürierte bis flüssig-breiige Kost (Suppen, Eintöpfe)
  • mild gewürzte Speisen
  • keine stark säurehaltigen Lebensmittel wie Essig oder Zitrusfrüchte
  • kohlensäurehaltige Lebensmittel meiden
  • Kühles und Gefrorenes bevorzugen
  • Säfte und Obstmus (z.B. Kleinkinderspeisen, Kindergläschen)
Übelkeit,
Erbrechen
  • lauwarme, mild gewürzte Speisen
  • um die Entstehung von Abneigungen (Aversion) zu vermeiden, sollten Lieblingsspeisen nicht angeboten werden
  • zwischendurch trockene Lebensmittel wie Zwieback oder Cracker
  • kalte Speisen bevorzugen (geruchsärmer)
  • „Nicht-Essen“ verstärkt Übelkeit
Durchfall
  • ballaststoffarme Kost
  • keine blähenden Gemüsesorten
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr, insbesondere bei starken Durchfällen
  • Fenchel-, Kümmel- und Pfefferminztee
  • stopfende Speisen wie Reis, geschabter Apfel, Banane oder Heidelbeertee
  • ev. Verträglichkeit von Laktose abklären
Geschmacksveränderungen
  • kombinieren nach Gusto: würzen und salzen nach eigenem Empfinden
  • bei metallischem Nachgeschmack helfen bittere Getränke (z.B. Bitter Lemon, Tonic Water oder Zitronensaft)
  • Kaugummi, saure Bonbons sowie Mundspülungen mit Wasser oder Zitronenwasser verbessern den Geschmack
  • Fleisch, Fisch oder Geflügel mit Sojasauce, Fruchtsaft oder Wein marinieren
  • bei Abneigung gegen Fleisch, Fisch oder Wurst, alternative Eiweißquellen konsumieren (z.B. Milch und -produkte, Eier)
Völlegefühl,
Blähungen
  • leicht Verdauliches essen
  • blähende Lebensmittel meiden (z.B. Hülsenfrüchte, frisches Brot, grobgeschrotetes Vollkornbrot)
  • Kräuter unterstützen die Verdauung (z.B. Basilikum, Bohnenkraut, Dill, Thymian, Anis, Kümmel)
  • langsam essen und gut kauen
  • vor bzw. nach dem Essen trinken (keine Kohlensäure)
  • mehrere kleine Portionen über den Tag verteilen
  • Röstprodukte (z.B. Kaffee) und Saures wirken anregend

Quelle: Verband der Diaetologinnen/Diaetologen Österreichs und Deutscher Gesellschaft für Ernährung (modifiziert)

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Letzte Aktualisierung: 6. August 2021

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Verband der Diaetologen Österreichs

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