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Krebs-Zellen © Juan Gärtner

Krebs: Entstehung

Krebserkrankungen entstehen durch komplexe Mechanismen, die zu einer ungehemmten Vermehrung von entarteten Zellen führen. Veränderungen im genetischen Code, der DNS, können durch gestörte körpereigene Prozesse z.B. fehlerhafte Reparatur der DNS oder auch durch extern einwirkende Karzinogene (krebsauslösende Faktoren) verursacht werden. Die meisten Krebserkrankungen treten sporadisch auf. Es existieren jedoch familiär gehäufte Mutationen in Krebsgenen. In fünf bis zehn Prozent der Fälle sind die genetischen Veränderungen erblich bedingt. Fast alle Krebsarten haben ihren Ursprung in einer einzigen Zelle. Nach neueren Forschungen müssen mehrere Mutationen in einer Zelle auftreten, um zu einer bösartigen Veränderung zu führen.

Von Onkogenen und Tumorsuppressorgenen

Tumoren neigen dazu, sich in benachbartes Gewebe und im Körper auszubreiten sowie auch in entfernten Organen Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden. Obwohl die moderne Forschung in den letzten Jahrzehnten große Erfolge hinsichtlich Krebsforschung erzielte, sind dennoch viele Fragen nach wie vor ungelöst. Erst nach und nach erschließen sich der Wissenschaft die Ursprünge von malignen Erkrankungen und neue Heilungswege.

Es gibt zwei Hauptklassen von Krebsgenen: die Onkogene und die Tumorsuppressorgene. Beide beeinflussen das Zellwachstum sowie die Zellteilung unmittelbar. Normalerweise werden Onkogene von gesunden Zellen in Schach gehalten und Tumorsuppressorgene sorgen – vereinfacht gesagt – für die Unterdrückung von Krebsauslösern. In Krebszellen hingegen mutieren Onkogene und können schwer oder gar nicht mehr kontrolliert werden und Tumorsuppressorgene verlieren ihre Funktion. Während der Krebsentstehung vermehren sich Zellen unterschiedlich, nicht immer führt dies automatisch zu einem Fortschreiten der malignen Entwicklung. Es gibt auch Wege in „Sackgassen“. Wie viele Veränderungen ablaufen müssen, damit ein bösartiger Tumor entsteht, ist für die meisten Tumoren nicht bekannt.

Familiäre Vorbelastung

Zu einem kleinen Anteil treten Krebserkrankungen bei erblicher Vorbelastung auf. Bis dato wurden ca. 100 Syndrome familiärer Krebserkrankungen entdeckt. Die meisten davon sind selten. Dazu zählen etwa die familiäre adenomatöse Polypose, das familiäre Melanom oder das hereditäre Mamma- und Ovarialkarzinom. Nach aktuellem Wissensstand der Forschung ist es möglich, dass erblich bedingte Tumorerkrankungen verursachende Gene auch in sporadischen (nicht erblichen) Tumoren mutiert auftreten können. Die meisten erblich bedingten Krebserkrankungen beruhen auf einer Mutation von Tumorsuppressorgenen. Auch bei familiärer Vorbelastung spielen bei vielen Tumorerkrankungen Umweltfaktoren eine wichtige Rolle.

Genetische Tests: Humangenetische Beratung wichtig

Es besteht die Möglichkeit, genetische Testungen bei Krebssyndromen durchzuführen, um das familiäre Krebsrisiko einzuschätzen. Negative Gentests bedeuten, dass das Risiko an Krebs zu erkranken, nicht höher ist als in nicht erblich vorbelasteten Familien. Dieses Ergebnis kann sehr entlastend sein. Ist das Ergebnis des Gentests jedoch positiv, kann dies zwar eine optimierte Krebsvorsorge und -früherkennung nach sich ziehen, aber auch zu Ängsten oder Depressionen führen. Genetische Tests sollten immer mit einer humangenetischen Beratung vor der etwaigen Untersuchung und einer ausführlichen Befundbesprechung einhergehen. Eine richtige Interpretation der Gentests ist nur mit entsprechender Fachkenntnis möglich. Genetische Tests werden z.B. bei vermuteter genetischer Neigung zu hereditärem Mammakarzinom oder familiären Melanomen durchgeführt. Für die breite Masse eignen sich diese Tests jedoch nicht. Internettests ohne persönliche Beratung und Betreuung sind als unseriös anzusehen.

Die Rolle der Viren

Es existieren Krebsarten, deren Entstehung mit Viren in Verbindung gebracht wird:

Viren allein lösen keine Krebserkrankung aus, können aber im komplexen Entstehungsprozess von Krebs entscheidende Veränderungen bewirken.

Das humane Genomprojekt

1990 begann das Humangenomprojekt (HPG) – mit dem Ziel die gesamte genetische Information des Menschen zu entschlüsseln: 3,2 Milliarden Basenpaare der DNA der 22 Chromsomenpaare , sowie des X- und des Y-Chromosoms. Von Amerika ausgehend, nahmen viele Länder der Erde an dem Projekt teil. Seit 2003 gilt das menschliche Genom als vollständig entschlüsselt. Das Nachfolgeprojekt heißt ENCODE (ENCyclopedia of DNS Elements) und ermittelt die Identität und genaue Lage aller Gene im Genom. Zudem sollen alle funktionalen Elemente im Zusammenhang mit dem menschlichen Erbgut erforscht werden. Das Cancer Genome Project analysiert Veränderungen in Tumoren, um künftig besser für Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen gerüstet zu sein.

Einfluss von Umweltfaktoren & Lebensstil

Alles, was zu DNS-Brüchen oder anderen Schäden an der DNS führen kann, kann potenziell zur Auslösung einer Krebserkrankung führen. Für folgende Umweltfaktoren konnte nachgewiesen werden, dass sie krebsauslösend wirken können:

  • Elektromagnetische Strahlen,
  • gewisse Chemikalien, darunter auch solche, die im Tabakrauch vorkommen,
  • chronische Infektionen.

Des Weiteren spielen Ernährungsfaktoren bzw. Übergewicht eine Rolle. Nähere Informationen finden Sie unter Ernährung und Krebserkrankungen. Übermäßiger Alkoholkonsum kann ebenfalls an der Krebsentstehung mitbeteiligt sein – vor allem bei Karzinomen der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, des Magen- und Darmtraktes sowie der weiblichen Brust und der Leber.

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