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Symbolfoto für Prostatauntersuchung © blueringmedia

Prostatakrebs: Diagnose

Bei bestehendem Krebsverdacht wird durch eine exakte Diagnose festgestellt, welches therapeutische Vorgehen für den Betroffenen am besten geeignet ist. Dazu muss geklärt werden, ob tatsächlich ein Tumor vorliegt, wie groß und wie aggressiv er ist, ob er schon in das umliegende Gewebe gewachsen ist oder bereits Metastasen gebildet hat. Anhand der Auswertung der Gewebeproben lässt sich relativ zuverlässig beurteilen, wie aggressiv ein Prostatakarzinom ist, wie schnell es wachsen und streuen wird . . .

Diagnoseverfahren

Folgende Untersuchungen sind für die Diagnosestellung erforderlich: 

  • Tastuntersuchung: Beurteilt wird die Prostata v.a. hinsichtlich Größe, Form, Abgrenzbarkeit, Druckschmerz, Beschaffenheit, Knoten und Verhärtungen. Stellt die Ärztin/der Arzt Auffälligkeiten fest, wird durch weitere Untersuchungen abgeklärt, ob es sich um ein Karzinom handelt.
  • PSA-Bestimmung: Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, das nur in der Prostata produziert wird. Ein erhöhter PSA-Wert im Blut deutet auf eine Veränderung der Prostata hin. Bei jedem vierten Mann mit erhöhtem PSA-Wert wird durch eine Gewebeprobe (Biopsie) ein Karzinom nachgewiesen. Ein einmalig erhöhter PSA-Wert ist wenig aussagekräftig und sollte unbedingt kontrolliert werden (mit der gleichen Labormethode).
  • Transrektaler Ultraschall (TRUS): Kann ergänzend zur Tastuntersuchung durchgeführt werden, um Größe, Lage und Ausdehnung des Tumors genauer zu bestimmen. Bei der Untersuchung wird der Ultraschallkopf in den Enddarm (Rektum) eingeführt. Dies kann als unangenehm empfunden werden.
  • Multiparametrische MRT: Diese Spezialuntersuchung der Prostata wird in einigen spezialisierten Zentren (z.B. Europäisches Prostatazentrum der Univ.-Klinik für Urologie, Innsbruck) angeboten.
  • Gewebeprobeentnahme (Biopsie): Wenn Tastuntersuchung oder PSA-Wert einen Krebsverdacht ergeben, werden mit einer Stanzbiopsie Gewebeproben aus der Prostata entnommen. Dazu wird eine dünne Hohlnadel über den Enddarm an verschiedenen Stellen in die Prostata gestochen. Unter Ultraschallkontrolle werden zehn bis zwölf Gewebeproben entnommen und anschließend untersucht. Die Biopsie kann schmerzhaft sein, deshalb wird sie meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Um das Risiko einer Infektion durch Darmbakterien zu verringern, wird vor dem Eingriff ein Antibiotikum verabreicht. Nach der Biopsie kann Blut im Urin oder im Ejakulat auftreten.
  • Unter Umständen sind weitere Blutuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren wie Skelettszintigraphie oder PET-Untersuchungen erforderlich. Damit wird v.a. abgeklärt, ob sich der Tumor bereits ausgebreitet und Metastasen gebildet hat.

Klassifikation und Risikoabschätzung

Anhand der Auswertung der Gewebeproben lässt sich relativ zuverlässig beurteilen, wie aggressiv ein Prostatakarzinom ist, wie schnell es wachsen und streuen wird.

  • Tumorstadium: beschreibt die Größe und Ausdehnung des Karzinoms. Meist erfolgt die Beurteilung mithilfe des TNM-Systems. T steht für Tumor, also für die Größe und Ausdehnung des Primärtumors. N (Nodulus) beschreibt den Befall oder Nichtbefall von Lymphknoten. Der Buchstabe M steht für das Fehlen oder Vorhandensein von Fernmetastasen.
  • Gleason-Score: Diese Skala ist ein Maß für die Aggressivität des Tumors. Die Gewebeprobe wird unter dem Mikroskop untersucht. Ein niedriger Wert bis sechs bedeutet: Der Tumor wächst nicht oder nur langsam und bildet nicht unbedingt Metastasen. Ein Wert von acht oder mehr weist auf hohe Aggressivität hin.

Der PSA-Wert lässt gemeinsam mit Tumorstadium und Gleason-Score Rückschlüsse auf die Beschaffenheit und Aggressivität des Karzinoms zu. Anhand dieser Risikoeinschätzung entscheiden die behandelnden Ärztinnen/Ärzte, welche Therapie für den Betroffenen am besten geeignet ist.

Risikoeinschätzung des Prostatakarzinoms

Risikogruppe   Tumorstadium   PSA-Wert   Gleason-Score  
niedrig   bis T2a und   bis 10 ng/ml* und   bis 6  
mittel   T2b oder   10-20 ng/ml oder   7  
hoch   T2c-4 oder   über 20 ng/ml oder   8 oder mehr  
* Angabe auch in µl/l gebräuchlich

Quelle: S3-Patientenleitlinie Prostatakarzinom

Wohin kann ich mich wenden?

Haben Sie den Verdacht, an einem Prostatakarzinom zu leiden, können Sie sich bezüglich Abklärung an eine Fachärztin/einen Facharzt für Urologie und Andrologie wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten, die bei der Diagnose entstehen, werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten Leistungen (z.B. Medikamente, stationäre Aufenthalte) sind Kostenbeteiligungen der Patienten vorgesehen. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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