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Selbstuntersuchung der Brust © Forgiss

Selbstuntersuchung der Brust

Medizinerinnen und Mediziner empfehlen, dass Frauen ab dem 25. Lebensjahr jeden Monat eine Selbstuntersuchung der Brust durchführen sollen, um Veränderungen im Brustgewebe zu bemerken. Bei unklaren Veränderungen sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Frauen mit erhöhtem familiären Risiko sollten mit der Selbstuntersuchung ab dem 18. Lebensjahr beginnen und in Rücksprache mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen individuelle Früherkennungsmaßnahmen treffen. Ab 40 Jahren besteht für Frauen die Möglichkeit einer Teilnahme am österreichischen Brustkrebsfrüherkennungsprogramm.

Nutzen und Risiko der Selbstuntersuchung

Nach Schätzungen von Medizinerinnen und Medizinern werden rund 80 Prozent aller Tastbefunde eines Malignoms (bösartiger Tumor) von den Frauen als Zufallsbefund selbst entdeckt, allerdings in einem fortgeschrittenen Stadium. Nur in Einzelfällen konnten durch die Selbstuntersuchung kleinere, oberflächliche Tumore schon in frühen Stadien gefunden werden. 

Experten der Cochrane Collaboration, ein internationales Wissenschaftsnetzwerk, untersuchten den Nutzen der Selbstuntersuchung in großen Studien und konnten keine Senkung der Brustkrebssterblichkeit feststellen. Die Studien zeigten auch, dass bei Frauen, die Selbstuntersuchungen durchführten, fast doppelt so oft Biopsien (Gewebsentnahmen) durchgeführt wurden wie in der Gruppe der Frauen, die keine Selbstuntersuchungen vornahmen.

Dennoch räumen die Wissenschaftler ein, dass möglicherweise die höhere Aufmerksamkeit der Frauen für Brustkrebs-Warnzeichen in verschiedenen Ländern dazu beigetragen hat, die Brustkrebssterblichkeit zu senken. Sie empfehlen daher, dass Frauen auf Warnzeichen für Brustkrebs achten und gegebenenfalls diese ärztlich untersuchen lassen sollen. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Studienergebnisse in Englisch.


Hinweis Die Selbstuntersuchung ersetzt keine Mammografie!


Wie wird die Selbstuntersuchung durchgeführt?

Der beste Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung ist eine Woche nach Beginn der Regelblutung. Dann ist das Drüsengewebe weich und kann gut untersucht werden. Frauen nach der Menopause führen die Selbstuntersuchung am besten immer am gleichen Tag im Monat durch.

Bei der Selbstuntersuchung wird die Brust zunächst im Spiegel betrachtet und auf sichtbare Veränderungen geprüft, und zwar in zwei Positionen: Einmal sind die Arme gesenkt in der Hüfte abgestützt und in einer zweiten Position sind die Arme erhoben und die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Die Tastuntersuchung sollte sowohl im Stehen als auch im Liegen erfolgen. Unter der Dusche mit nasser Haut können Veränderungen besser gespürt werden. Bei der Selbstuntersuchung im Liegen ist eine Hand hinter dem Kopf erhoben. Die Brust wird bis in die Achsel auf spürbare Verdickungen, Knoten und vor allem sichtbare Veränderungen untersucht.

Durch die Selbstuntersuchungen bekommen Sie ein Gefühl für die Beschaffenheit Ihrer Brust und die „normalen“ Unregelmäßigkeiten. Sie können beobachten, wie sich die Brust im Monatszyklus normalerweise verändert. Bemerken Sie neue Veränderungen, z.B. einen Knoten, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zeigt Ihnen – zum Beispiel bei einer Vorsorgeuntersuchung oder einer gynäkologischen Untersuchung –, wie Sie Ihre Brust richtig untersuchen und auf welche möglichen Warnzeichen Sie achten sollten.

Die Selbstuntersuchung Schritt für Schritt

Betrachten Sie Ihre Brust zunächst im Spiegel und zwar in zwei Positionen: Ein Mal sind die Arme gesenkt und in der Hüfte abgestützt

Schritt 1:

Betrachten Sie Ihre Brust zunächst im Spiegel und zwar in zwei Positionen: Einmal sind die Arme gesenkt und in der Hüfte abgestützt.






Schritt 2:

In einer zweiten Position sind die Arme erhoben und die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Schauen Sie auf die Brüste von vorne und von beiden Seiten. Achten Sie auf sichtbare Veränderungen wie Dellen, Vorwölbungen oder Einziehungen der Brustwarze.





Schritt 3:

Anschließend führen Sie die Tastuntersuchung beider Brüste durch. Tasten Sie mit den Fingern der flach aufliegenden Hand die Brust in streichenden Bewegungen ab, und zwar mit der linken Hand die rechte Brust und mit der rechten Hand die linke Brust.



Schritt 4:

Heben Sie den Arm und untersuchen Sie die Brust bis in die Achsel auf spürbare Verdickungen, Knoten und sichtbare Veränderungen. Tasten Sie jedes Viertel der Brust sorgfältig ab. Für tiefere Gewebebereiche ist etwas mehr Druck notwendig.  



Schritt 5:

Drücken Sie jede Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger. Tritt ein Sekret (Flüssigkeit) aus, informieren Sie Ihren Arzt. 





Schritt 6:

Führen Sie die Tastuntersuchung auch im Liegen durch. Dabei ist eine Hand hinter dem Kopf erhoben.



Grafiken aus: Brustselbstuntersuchung, mit freundlicher Genehmigung des Instituts für Frauengesundheit Baden-Württemberg.

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