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Junger Mann mit Fieberthermometer ©  deagreez
Junger Mann mit Fieberthermometer © deagreez

HIV: Symptome & Früherkennung

Menschen mit HIV zeigen je nach Stadium der Infektion unterschiedliche Symptome. Generell sind die klinischen Symptome einer HIV-Infektion kurze Zeit nach der Ansteckung unspezifisch und unterschiedliche ausgeprägt. Sie können in der Kombination der Einzelsymptome zwar typisch für HIV sein, aber niemals beweisend. Sie können auch bei anderen viralen Krankheiten auftreten. In jedem Fall muss zur Abklärung einer HIV-Infektion eine Laboruntersuchung auf HIV mit geeigneter Methode und eventuell im zeitlichen Verlauf erfolgen.

Die Früherkennung einer HIV-Infektion ist sowohl für die Betroffene/den Betroffenen als auch für deren Partnerin/Partner von großer Bedeutung. Dadurch kann früh mit der Behandlung begonnen und das Risiko einer Übertragung auf die Partnerin/den Partner verringert werden.

Welche Symptome können auftreten?

Bei mehr als der Hälfte aller Patientinnen und Patienten kommt es ein bis sechs Wochen nach der Ansteckung zu einer Erkrankung mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Halsschmerzen. Auch Lymphknotenschwellungen können auftreten.

Zu den möglichen Symptomen zählen: 

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Hautauschlag
  • Kopfschmerzen
  • Lymphknotenschwellung
  • Muskel- und Gelenksschmerzen
  • Entzündung im Rachenraum
  • Magen-Darm-Beschwerden (manchmal)
  • Mund- und Genitalgeschwüre (selten)
  • Anzeichen einer Gehirnhautentzündung (selten)

Weitere mögliche Hinweise aus einer Laboruntersuchung sind: Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie), Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie) und erhöhte Leberenzyme (GOT, GPT, GGT, Alkalische Phosphatase).

Nach den ersten Symptomen einer HIV-Infektion vorgehen oft Monate oder Jahre ohne weitere Beschwerden. Wenn die Krankheit weiter fortgeschritten ist und viele Immunzellen geschädigt sind, entwickeln sich weitere Erkrankungen. Dazu zählen weitere Infektionen (Koinfektionen), Hauterkrankungen, bestimmte Krebsformen oder Lungenentzündungen.

Warum ist die Früherkennung einer HIV-Infektion wichtig?

Die Früherkennung einer HIV-Infektion ist sowohl für die Betroffene/den Betroffenen als auch für deren Partnerin/Partner von großer Bedeutung. Dadurch kann eine Übertragung auf die Partnerin/den Partner verhindert werden. Die Früherkennung erfolgt mithilfe spezieller HIV-Tests.

In den ersten Monaten nach der HIV-Übertragung schießt die Viruslast im Blut, in der Samenflüssigkeit und im Vaginalsekret vorübergehend enorm in die Höhe. Dadurch besteht ein sehr hohes Risiko für eine HIV-Übertragung – noch dazu, weil die/der frisch Infizierte meist noch nichts über ihre/seine HIV-Infektion weiß und deshalb Risikosituationen nicht aus dem Weg geht.

Gleichzeitig ist für die HIV-positive Person ein möglichst frühzeitiger Beginn der Behandlung wichtig, da dies die Erfolgschancen der Therapie erhöht. Erfolgt bereits in der Phase der akuten HIV-Infektion (Primärinfektion) eine antiretrovirale Behandlung, wird dadurch das Körperabwehrsystem – vor allem das lymphatische System – besser geschützt.

Wann ist ein HIV-Test empfehlenswert?

Es gibt verschiedene Gründe, um einen HIV-Test durchführen zu lassen:

  • Sicherheit bei einer befürchteten Ansteckung,
  • Wunsch, ungeschützten Sex in der Partnerschaft zu haben,
  • Kinderwunsch,
  • Abklärung von Anzeichen, die auf eine HIV-Infektion hindeuten können, oder
  • bei Vorliegen einer anderen sexuell übertragbaren Erkrankung (Syphilis, Tripper, Chlamydien etc.) oder Hepatitis B/C.

Ausführliche Informationen finden Sie unter Diagnose von HIV/AIDS.

HIV-Test bei Schwangeren

In Österreich empfiehlt der Oberste Sanitätsrat, bei allen Schwangeren den HIV-Status zu erheben. Dies ist auch im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung vorgesehen. Das Wissen um eine mögliche HIV-Infektion ist für die werdende Mutter und ihr Kind von größter Bedeutung. Eine Behandlung der HIV-Infektion schützt die werdende Mutter vor einem Fortschreiten der Krankheit und das Kind vor einer Infektion mit dem HI-Virus. Wenn die Viruslast der Schwangeren unter die Nachweisgrenze sinkt, wird die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind drastisch verringert (ohne HIV-Therapie erfolgt eine Übertragung auf das Neugeborene in etwa einem Drittel der Fälle, mit erfolgreicher HIV-Therapie der Mutter beträgt das Risiko weniger als ein Prozent!).

Hinweis Im Mutter-Kind-Pass wird nur vermerkt, dass ein HIV-Test durchgeführt wurde. Das Testergebnis wird nicht angegeben.

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie einen HIV-Test durchführen lassen möchten (z.B. nach einem Risikokontakt), können Sie sich an folgenden Stellen wenden:

  • AIDS-Hilfen,
  • niedergelassene Ärztin/niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin 
  • niedergelassene Fachärztin/niedergelassener Facharzt 
  • HIV-Behandlungszentren in Krankenhäusern
  • Medizinische Labore
  • HIV-Heimtests in Apotheken 

Adressen und weitere Informationen finden Sie unter: Beratung & Hilfe

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

HIV-Antikörpertests sind bei der AIDS-Hilfe anonym und kostenlos möglich. Für einen HIV-Schnelltest ist ein Kostenbeitrag zu leisten. Wird ein HIV-Test von ärztlicher Seite zur Abklärung eines medizinisch begründeten Verdachts verordnet, werden die Kosten von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Jeder Risikokontakt stellt eine ausreichende medizinische Begründung dar. In medizinischen Laboren wird ein HIV-Test auch ohne Zuweisung gegen einen geringen Kostenbeitrag durchgeführt. 

Beratung & Hilfe

Downloads & Broschüren

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