HIV: Symptome & Früherkennung

Die Früherkennung einer HIV-Infektion ist sowohl für die Betroffene/den Betroffenen als auch für deren Partnerin/Partner von großer Bedeutung. Dadurch kann eine Übertragung auf die Partnerin/den Partner verhindert werden. Die Früherkennung erfolgt mithilfe spezieller HIV-Tests.

Warum ist Früherkennung wichtig?

In den ersten Monaten nach der HIV-Übertragung schießt die Virusbelastung im Blut, in der Samenflüssigkeit und im Vaginalsekret vorübergehend enorm in die Höhe. Dadurch besteht ein sehr hohes Risiko für eine HIV-Übertragung – noch dazu, weil die/der frisch Infizierte meist noch nichts über ihre/seine HIV-Infektion weiß und deshalb Risikosituationen nicht aus dem Weg geht.

Gleichzeitig ist für die HIV-positive Person ein möglichst frühzeitiger Beginn der Behandlung wichtig, da dies die Erfolgschancen der Therapie erhöht. Erfolgt bereits in der Phase der akuten HIV-Infektion (Primärinfektion) eine antiretrovirale Behandlung, wird dadurch das Körperabwehrsystem – vor allem das lymphatische System – besser geschützt.

Wann ist ein HIV-Test empfehlenswert?

Es gibt verschiedene Gründe, um einen HIV-Test durchführen zu lassen:

  • Sicherheit bei einer befürchteten Ansteckung,
  • Wunsch, ungeschützten Sex in der Partnerschaft zu haben,
  • Kinderwunsch,
  • Abklärung von Anzeichen, die auf eine HIV-Infektion hindeuten können, oder
  • bei Vorliegen einer anderen sexuell übertragbaren Erkrankung (Syphilis, Tripper, Chlamydien etc.) oder Hepatitis B/C.

Ausführliche Informationen finden Sie unter Diagnose von HIV/AIDS.

Anzeichen einer HIV-Infektion

Bei Vorliegen der folgenden Anzeichen oder Erkrankungen sollte an die Möglichkeit einer (gleichzeitigen) HIV-Infektion gedacht werden:

  • Körperliche Symptome: Fieber, Nachtschweiß, generalisierte Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie), Gewichtsverlust oder Durchfall unklarer Ursache, chronische Müdigkeit, Mononukleose-Symptome.
  • Hautveränderungen: ausgeprägte seborrhoische Dermatitis, Ausbruch einer Psoriasis, wiederholte Furunkulose (zahlreiche Hautabszesse), Herpes zoster (Gürtelrose), Kaposi-Sarkom (blass verfärbter Hauttumor).
  • Schleimhautläsionen: Pilzinfektion im Mund- und Rachenraum (Soorstomatitis), orale Haarzellleukoplakie, wiederholte schwere aphtöse Geschwüre, Kaposi-Sarkom, aggressiv verlaufende Zahnfleischentzündung.
  • Neurologische Erkrankungen: akute aseptische Hirnhautentzündung (Meningitis), Pilzmeningitis, unklare Demenz, Erkrankungen des peripheren Nervensystems (Mono-/ Polyneuropathien).
  • Lungenerkrankungen: wiederholte Lungenentzündung (Pneumonien), Pneumocystis jiroveci Pneumonie, Tuberkulose, Pilzpneumonie.
  • Gastrointestinale Erkrankungen: Geschwüre in Magen und Zwölffingerdarm, lokale Lymphome, Kaposi-Sarkom, Hepatitis B, Hepatitis C.
  • Veränderungen des Bluts: Mangel an weißen oder roten Blutkörperchen bzw. Blutplättchen.
  • Krebserkrankungen: Lymphom, Analkarzinom etc.
  • STDs (Geschlechtskrankheiten): Gonorrhö (Tripper), Lues (Syphilis), Chlamydien- bzw.HPV-Infektion, Genitalwarzen etc.

HIV-Test bei Schwangeren

In Österreich empfiehlt der Oberste Sanitätsrat, bei allen Schwangeren den HIV-Status zu erheben. Dies ist auch im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung vorgesehen. Das Wissen um eine mögliche HIV-Infektion ist für die werdende Mutter und ihr Kind von größter Bedeutung. Eine Behandlung der HIV-Infektion schützt die werdende Mutter vor einem Fortschreiten der Krankheit und das Kind vor einer Infektion mit dem HI-Virus. Wenn die Virusbelastung der Schwangeren unter die Nachweisgrenze sinkt, wird die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind drastisch verringert (ohne HIV-Therapie erfolgt eine Übertragung auf das Neugeborene in etwa einem Drittel der Fälle, mit erfolgreicher HIV-Therapie der Mutter beträgt das Risiko weniger als ein Prozent!).

Hinweis

Im Mutter-Kind-Pass wird nur vermerkt, dass ein HIV-Test durchgeführt wurde. Das Testergebnis wird nicht angegeben.

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie einen HIV-Test durchführen lassen möchten (z.B. nach einem Risikokontakt), können Sie sich an folgenden Stellen wenden:

  • AIDS-Hilfen,
  • niedergelassene Ärztin/niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin,
  • niedergelassene Fachärztin/niedergelassener Facharzt,
  • HIV-Behandlungszentren in Krankenhäusern.
  • Medizinische Labore
  • HIV Heimtests in Apotheken

Adressen und weitere Informationen finden Sie unter: Beratung & Hilfe.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

HIV-Antikörpertests sind bei der AIDS-Hilfe anonym und kostenlos möglich. Für einen HIV-Schnelltest ist ein Kostenbeitrag zu leisten. Wird ein HIV-Test von ärztlicher Seite zur Abklärung eines medizinisch begründeten Verdachts verordnet, werden die Kosten von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Jeder Risikokontakt stellt eine ausreichende medizinische Begründung dar. In medizinischen Laboren wird ein HIV Test auch ohne Zuweisung gegen einen geringen Kostenbeitrag durchgeführt.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 30. November 2021

Abgenommen durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Doz. Dr. Alexander Zoufaly

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