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Frau mit weit geöffnetem Mund © pathdoc

Mund, Rachen & Kehlkopf

Mund (Mundhöhle) und Rachen (Pharynx) dienen sowohl als Luftweg als auch der Nahrungsaufnahme – für das Essen und Trinken. Der Kehlkopf (Larynx), der sich im unteren Rachenraum befindet, verschließt den Luftweg beim Schlucken. Darüber hinaus ist er für die Erzeugung von Lauten – für Stimme und Sprechen – essenziell. Der Bereich von Mund spielt unter anderem eine große Rolle bei der Abwehr von Keimen. Spezielle Anteile des Speichels dienen beispielsweise der Abwehr von Erregern. Auch die Mandeln sind – vor allem in der Kindheit – für die Abwehr bedeutend . . .

Atmen & Schlucken

Beim Schlucken wird der Mundboden zusammengezogen und der Bissen mithilfe der Zunge Richtung Rachen weitertransportiert. Sobald die Rachenhinterwand berührt wird, setzt der Schluckreflex ein (unwillkürliche Phase). Der Nasen-Rachen-Raum wird verschlossen (mithilfe des Gaumensegels) – sodass der Weg zurück bzw. zu den oberen Luftweg „versperrt“ ist. Der Kehlkopf wird mithilfe von Muskulatur angehoben und der Kehldeckel über den Kehlkopf geklappt, die Stimmritze geschlossen. Dadurch sind auch die unteren Atemwege (Luftröhre) „abgeschlossen“. Gleichzeitiges Schlucken und Atmen ist dann nicht möglich. Nachdem geschluckt wurde, wird der Kehlkopf durch Muskeln wieder nach unten „gedrückt“, und die Atmung kann wieder erfolgen.

Der untere Teil des Rachens bildet den Übergang zur Speiseröhre. Feste Nahrung und Flüssigkeit werden über die Speiseröhre (Ösophagus) in den Magen transportiert. Weitere Informationen finden Sie unter der Verdauungstrakt.

Das Schlucken ist ein komplexer Prozess, an dem viele verschiedene Nerven und Muskeln beteiligt sind und der über verschiedene Verbindungen und Bereiche des Gehirns gesteuert wird. Störungen können verschiedene Bereiche und Strukturen dieses Schluckprozesses betreffen. Gelangen flüssige oder feste Fremdkörper in die Atemwege, sind die Folgen unterschiedlich schwerwiegend. Sie reichen von plötzlichem Husten und kurzem nach Luft „schnappen“ bis hin zur Notfallsituation. Weitere Informationen zu

Stimme & Sprechen

Durch die Gelenke und Muskeln des Kehlkopfes können Stimmritze und Stimmbänder „gesteuert“ und verändert werden. Die Stimmritze kann geöffnet und geschlossen werden; die Stimmlippen werden mithilfe des Luftstroms zum „Schwingen“ gebracht. Je nach Stärke der Spannung und Öffnungsgrad der Stimmritze hat der Ton unterschiedliche Höhen. Stärkere Spannung = höherer Ton. Die Stimmlippe ist dann kurz und dünn – also stark gespannt. Wenn wir gehaucht sprechen, sind die Stimmlippen etwas geöffnet. Ist die Stimme hart und gepresst, sind die Stimmlippen geschlossen. Wird tief Luft geholt, kann der harten Stimme auch entsprechende Stimmstärke verliehen werden.

Für die Artikulation ist jedoch mehr als der Kehlkopf notwendig. Rachen, Mund, Nase und Nasenhöhlen spielen eine Rolle. Stellung von Zunge und Lippen, aber auch Gaumen (Gaumensegel) und Zähne tragen dazu bei, dass ein Laut (korrekt) hervorgebracht werden kann. Für die Steuerung dieser Mechanismen ist auch hier das Gehirn mit unterschiedlichen Nervensträngen und Bereichen zuständig. Für eine korrekte Entwicklung der Sprache ist außerdem ein „funktionierendes“, gutes Gehör Voraussetzung. Die Stimme ändert sich im Laufe des Lebens – während der Pubertät etwa durch Wachstum des Kehlkopfes und Verlängerung der Stimmlippen.

Stimm- sowie Sprechstörungen können verschiedene Bereiche betreffen und unterschiedliche Ursachen haben. Eine davon betrifft die Atemtechnik (fehlerhafte Verwendung der Atemmuskulatur). Heiserkeit beispielsweise tritt bei einer entzündeten Schleimhaut des Kehlkopfes auf. Aber auch durch eine Überbelastung oder falsche Stimmtechnik u.v.m. kann es zu einer solchen kommen.

Geschmack

Wie etwas schmeckt – sauer, salzig, bitter, süß oder umami (wohlschmeckend, Fleisch- oder Glutamatgeschmack) –, nimmt der Mensch über die Geschmackspapillen der Zunge wahr. Seit neuestem wird auch „fettig“ als Geschmack angegeben. Die Geschmacksknospen in den Geschmackspapillen werden von sogenannten sensorischen Neuronen versorgt, die Geschmacksinformationen an das Gehirn weiterleiten und dadurch Geschmacksempfindungen auslösen. Sauer, salzig, süß oder umami werden in fast allen Regionen der Zunge mit unterschiedlicher Empfindlichkeit wahrgenommen. Die Geschmacksqualität „bitter“ findet sich jedoch hauptsächlich am hinteren Ende der Zunge, dem Zungengrund.

Für das Geschmacksempfinden spielt außerdem der Geruchssinn eine wesentliche Rolle.
Andere Sinne tragen ebenfalls zum Geschmackserlebnis bei – so beispielsweise die „Optik“ der Speisen und Getränke. Außerdem befinden sich auf der Zunge Papillen, die für das Tast-, Temperatur- und Schmerzempfinden zuständig sind (Papillae filiformes, fadenförmige Papillen).

Lymphatischer Rachenring

Die Mandeln (Tonsillen) des lymphatischen Rachenrings liegen am Übergang von Nasen- bzw. Mundhöhle und Rachen. Und bestehen aus Rachen-, Gaumen-, Zungenmandeln, Seitensträngen sowie Lymphfollikeln an der Hinterwand des Rachens. Sie dienen der Abwehr von Krankheitserregern, die über Atmung oder Nahrungsaufnahme eindringen. Die Mandeln stehen in Verbindung mit dem Lymphsystem des Körpers und sind Teil dieses Systems sowie des Immunsystems. Bei Kontakt eines Antigens mit weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) wird eine Reaktion des Immunsystems (Immunantwort) ausgelöst.

Vor allem in der Kindheit kommt den Mandeln eine wesentliche Bedeutung zu. Weitere Informationen finden Sie unter Entzündung der Gaumenmandeln bei Kindern.

Schilddrüse

Knapp unterhalb des Kehlkopfes und vor der Luftröhre (Trachea) befindet sich die Schilddrüse. Die von ihr erzeugten Hormone sind beispielsweise Voraussetzung für eine normale Funktion vieler Organsysteme. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Schilddrüse: Funktion.

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