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Mann und Frau beim Laufen © Rido
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Bluthochdruck (Hypertonie): Therapie

Die Basistherapie jeder Hypertonie sollten Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensstils sein. Dadurch normalisieren sich bei einem Viertel der Betroffenen mit einer leichten Bluthochdruckerkrankung die Werte. Bei allen anderen Formen ist zusätzlich eine medikamentöse Therapie notwendig. Zu den wichtigsten Säulen einer Lebensstiländerung zählen Gewichts-, Stressreduktion, Ausdauertraining, Ernährung und Reduktion bzw. Verzicht auf Genussmittel, wie Nikotin und Alkohol.

Maßnahmen zu Verbesserung des Lebensstils

Weiters sollten bestehende Herz-Kreislauferkrankungen entsprechend behandelt werden. Nähere Informationen finden Sie unter Bluthochdruck: Prävention.

Wie erfolgt die medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck?

Die Therapie richtet sich laut den Leitlinien der Europäischen Herzgesellschaft (ESC) nach der individuellen Risikosituation der Patientin, des Patienten. Eine Behandlung kann bereits im normalen Bereich (130-139/85-89 mmHg) in Betracht gezogen werden, wenn die Patientin/der Patient ein sehr hohes kardiovaskuläres Risiko aufweist bzw. wenn Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensstils nach einer gewissen Zeit nicht greifen. Im Falle einer Grad 2-Hypertonie (160–179/100–109 mmHg) und Grad 3-Hypertonie (ab 180/110 mmHg) muss eine medikamentöse Behandlung umgehend eingeleitet und der Zielwert innerhalb von drei Monaten erreicht werden. Seit 2018 gilt laut ESC-Leitlinien als Blutdruck-Untergrenze für die Behandlung ein systolischer Wert von 120mmHg. Gleichzeitig wurden die Therapie-Zielwerte gesenkt, speziell bei älteren Personen.

Folgende Blutdruck-Zielwerte werden nun in den meisten Fällen angestrebt, immer unter der Voraussetzung, dass die Behandlung von der Patientin/dem Patienten vertragen wird:

  • systolisch: 18-65 Jahre: 130 mmHg oder niedriger (nicht unter 120); ab 65 Jahre: 130–139 mmHg;
  • diastolisch: altersunabhängig 70–80 mmHg;z.B.

Als Standard gilt eine medikamentöse Zweifach-Kombinationstherapie von Beginn an. Eine initiale Monotherapie kommt nur noch in Ausnahmefällen infrage (z.B. bei Hypertonie im Stadium 1). Kann der Zielblutdruck mit der gewählten Medikation nicht erreicht werden, wird die Therapie schrittweise um zusätzliche Präparate ergänzt. 

Folgende fünf Medikamentengruppen sind erste Wahl:

  • ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker (ARB) erweitern Gefäße und hemmen blutdrucksteigernde Hormone.
  • Diuretika vom Thiazidtyp (Thiazide) niedrigdosiert steigern die Ausscheidung von Kochsalz und Wasser über die Nieren. Häufig werden diese mit einem anderen Stoff aus dieser Gruppe kombiniert.
  • Kalziumantagonisten: erweitern die peripheren Gefäße
  • Betablocker senken die Herzarbeit und vermindern den Belastungsblutdruck.

Weitere Bluthochdruckmedikamente:

  • Alpha-1-Blocker und direkte Vasodilatatoren erweitern die Gefäße.
  • Zentral wirksame Medikamente hemmen den Sympathikus.
  • Aldosteronantagonisten steigern die Kochsalzausscheidung.

Die Ärztin/der Arzt wird je nach Begleiterkrankungen und Nebenwirkungen eine geeignete Therapie auswählen. Häufig muss die Behandlung das gesamte weitere Leben durchgeführt werden. Deshalb ist eine ausführliche Aufklärung über Nebenwirkungen und Einnahmeprozedere zu Beginn der Therapie entscheidend für den Erfolg.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Behandlung von Bluthochdruck können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin.

Die Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie verleiht an speziell weitergebildete Ärztinnen und Ärzte den Titel „Hochdruckspezialist“. Die Namen sind auf der Website www.hochdruckliga.at zu finden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

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