Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Baby wird gestillt © juan_aunion

Neurodermitis: Vorbeugung

Zu den Hauptursachen der Neurodermitis zählen genetische Faktoren. Wenn die chronische Hauterkrankung (oder eine andere Allergie) schon in der Elterngeneration oder bei Geschwistern vorkommt, tragen Säuglinge ein erhöhtes Risiko, ebenfalls daran zu erkranken. Speziell für diese Risikokinder werden einige Maßnahmen empfohlen, um die Gefahr für das Auftreten einer Erkrankung zu senken. Diese Tipps können auch zur Risikosenkung bei Kindern ohne bekannte Neurodermitisneigung beitragen . . .

Aktives & passives Rauchen vermeiden

Rauchen in der Schwangerschaft und Stillzeit erhöht das Neurodermitisrisiko deutlich. Daher sollten Frauen in der Schwangerschaft weder aktiv noch passiv rauchen. Auch nach der Geburt sollte auf ein rauchfreies Umfeld des Kindes geachtet werden.

Stillen als Schutzfaktor

Muttermilch ist ein wichtiger Schutzfaktor, um der Entwicklung einer Neurodermitis entgegenzuwirken. Stillen über mindestens vier Monate sowie die späte (> vier Monate) Einführung von Beikost wird zur Vorbeugung bei Risikokindern (positive Familienanamnese bezüglich atopischer Erkrankungen) empfohlen. Bei Kindern, die während der Stillzeit ein atopisches Ekzem bekommen, können allerdings über die Muttermilch übertragene Allergene wichtige Provokationsfaktoren sein und die Umstellung auf eine (hydrolysierte) Säuglingsnahrung erforderlich machen.

Hinweis Auch wenn Stillen aus anderen Gründen nicht möglich ist, sollte eine hypoallergene Säuglingsnahrung gefüttert werden.

Nutztierhaltung hat positiven Effekt

Kinder, die in einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Nutztierhaltung aufwachsen, zeigen deutlich weniger Sensibilisierungen, Asthma bronchiale und allergische Bindehautentzündungen. Besonders günstig scheint sich die Schweinehaltung auszuwirken. Die Effekte von Haustierhaltung sind umstritten. Bei nachgewiesener Allergie sollen Haustiere möglichst nicht im Wohnbereich gehalten werden.

Fragliche Wirkung von Probiotika

Der Einsatz von Probiotika (Laktobazillen) wird in der Werbung intensiv propagiert. Allerdings gibt es für deren Einnahme während der Stillzeit durch die Mutter und nach dem Abstillen als Zusatz zur Säuglingsmilch noch keine aussagekräftigen Untersuchungsergebnisse. Daher existieren auch keine einheitlichen Empfehlungen von medizinischen Fachgesellschaften.

Kein negativer Einfluss von Impfungen

Der Einfluss von Impfungen auf die Wahrscheinlichkeit des Auftretens atopischer Erkrankungen wird kontrovers diskutiert. Die Ergebnisse der bisher zu diesem Thema durchgeführten Studien sind uneinheitlich. Große Meta-Analysen zeigten keine negativen Einflüsse des Impfens. Im Impfplan des Nationalen Impfgremiums werden Risikokinder (positive Familienanamnese bezüglich atopischer Erkrankungen) sowie Kinder mit bereits ausgebrochener Neurodermitis nicht von den allgemein gültigen Impfempfehlungen ausgeschlossen.

Allergene möglichst meiden

Zur Senkung des Neurodermitisrisikos wird das Meiden von Substanzen mit bekannt hohem allergieauslösendem Potenzial empfohlen. Dazu gehören Kontaktallergene wie z.B. Waschmittelrückstände, Henna, Nagellack. Besonders wichtig ist die Reduktion von Hausstaubmilben. Diese gibt es in jedem Haushalt, der in einer Höhe bis zu 1.500 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die eigentlichen Verursacher der Hausstaubmilbenallergie sind nicht die mikroskopisch kleinen Tierchen selbst, sondern ihre winzigen, eiweißhaltigen Kotballen. Diese gelangen in den Hausstaub, treffen auf die Schleimhäute der Augen und Atemwege und kommen mit der Haut in Kontakt. Bei Allergikerinnen und Allergikern können die Eiweißstoffe in diesen Kothäufchen eine Überempfindlichkeitsreaktion auslösen.

Milben finden bei 25 bis 30 Grad Celsius sowie einer hohen Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent ihre optimalen Lebensbedingungen vor. In der Wohnung ist vor allem die Bettmatratze ein großes Milbenreservoir: Sie bietet ausreichend Nahrung in Form von menschlichen Hautschuppen und Pilzen. Zudem garantiert sie Feuchtigkeit und Wärme. In einem Bett leben tausende Milben pro Gramm Staub.

Zur Verringerung der Hausstaubmilbenbelastung werden v.a. folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Bettwäsche regelmäßig (am besten einmal wöchentlich bei 60 Grad Celsius) waschen,
  • Wohnräume mehrmals täglich lüften,
  • Teppiche und Vorhänge entfernen oder regelmäßig reinigen,
  • regelmäßig Staubwischen,
  • Staubfänger (Strohblumengestecke etc.) entfernen,
  • Kuscheltiere einmal pro Monat tiefgefrieren, das tötet die Milben ab.
  • Für das Baby neue Schaumstoffmatratzen verwenden, am besten mit milbendichten Überzügen (sogenannten Encasings). Die Kosten dafür werden von den Krankenkassen nicht übernommen.
Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse