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Candia albicans © Dr_Kateryna

Intertriginöse Hefepilzinfektion

Candidosen der Haut sind Entzündungsreaktionen, die durch Hefepilze (überwiegend Candida albicans) hervorgerufen werden. Betroffen sind v.a. sogenannte intertriginöse Bereiche der Körperoberfläche, d.h. Areale, in denen dicht benachbarte, teilweise direkt gegenüberliegende Hautflächen ständig miteinander in Berührung kommen bzw. kommen können. Dazu zählen v.a. Achselhöhle, Leistenregion, Gesäßfalte, Genitalregion und der Bereich unterhalb der weiblichen Brust sowie jeweils zwischen den Fingern und den Zehen . . .

Entstehung

Candida-Pilze sind überall verbreitet und kommen bei vielen Menschen in der normalen Flora von Haut und Schleimhaut in geringer Zahl vor, ohne Probleme zu bereiten. Unter bestimmten Bedingungen kann es allerdings zu einer massiven Vermehrung und dadurch zu einer Entzündung kommen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • geschwächte Immunabwehr,
  • Stress,
  • Diabetes mellitus,
  • Übergewicht,
  • schlechter allgemeiner Gesundheitszustand,
  • äußere Faktoren wie Ernährung, Hygiene und Medikamenteneinnahme (z.B. Antibiotika, Kortison, Chemotherapeutika).

Häufig betroffen sind beispielsweise Menschen in fortgeschrittenem Alter, z.B. in Pflegeheimen. In diesen Fällen sind vor allem die großen Hautfalten betroffen. Eine Candidose zwischen den Fingern wird gehäuft bei Personen beobachtet, die Feuchtarbeiten verrichten, etwa bei Küchenpersonal in der Gastronomie sowie bei Beschäftigten in der Obst und Zucker verarbeitenden Industrie. Eine Candidose im Zwischenzehenbereich wird unter anderem durch das Tragen von luftundurchlässigem Schuhwerk oder häufigem Aufenthalt im Wasser (Schwimmen) begünstigt. Auch starkes Schwitzen und geringe Bewegungsmöglichkeit – wie das bei bettlägerigen Patienten häufig der Fall ist – begünstigen eine Candidose der Haut.

Vorbeugung

Die Häufigkeit von Pilzinfektionen wird durch hygienische Verhältnisse und die Lebensumstände bestimmt. Gefährdete Hautfalten sollten sauber und trocken gehalten werden. Mit an Hautpilz erkrankten Personen sollten direkter Körperkontakt und das gemeinsame Benutzen von Handtüchern, Haarbürsten etc. vermieden werden. Eventuell sollten pilzbekämpfende Mittel (Antimykotika) prophylaktisch benutzt werden. Dies ist besonders in Pflegeheimen und Spitälern wichtig.

Symptome

Bei Befall der großen Hautfalten sind nässende Hautveränderungen typisch. Der Rand zur gesunden Haut wird von einem Schuppensaum gebildet. Im Anfangsstadium sind im Herd oberflächliche schlaffe Bläschen oder Pusteln zu sehen, in behaarten Bereichen gelegentlich auch eine oberflächliche Entzündung der Haarfollikel (Follikulitis). Eine Candidose im Zwischenfinger- bzw. Zwischenzehenbereich beginnt mit kleinen Bläschen, die schnell platzen und einer erosiven Rötung im Faltengrund weichen. Der Rand wird von einem weißlichen Schuppensaum geprägt. Nicht selten bestehen schmerzhafte Hauteinrisse.

Diagnose

Hautpilz wird anhand der typischen Hautveränderungen und Symptome klinisch diagnostiziert. Meist wird eine Probe der befallenen Haut genommen und im Labor untersucht, um den Pilz zu identifizieren. In Einzelfällen sind auch eine Gewebeentnahme (Biopsie) mit nachfolgender histologischer Untersuchung oder weiterführende Diagnoseverfahren nützlich. Dies wird vor allem bei stark ausgedehnten Infektionen bei Patientinnen/Patienten mit Immunschwäche, auf HIV-Stationen oder bei transplantierten Personen mit einer Immuntherapie der Fall sein.

Therapie

Mit lokal anzuwendenden Antimykotika-Pasten oder -Cremes wird in den meisten Fällen eine Heilung der Hautcandidose erreicht. Wichtig ist, dass die befallenen Hautareale gut belüftet sind. In Einzelfällen kann auch eine systemische Therapie erforderlich sein.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Verdacht auf eine Hautpilzerkrankung sollte möglichst bald eine Hautärztin/ein Hautarzt aufgesucht werden. Eine Zuweisung in ein Pilzambulatorium ist empfehlenswert, da dies die Einleitung einer gezielten Therapie ermöglicht. Je früher eine Pilzerkrankung diagnostiziert und therapiert wird, umso schneller und besser erfolgt die Heilung. Hingegen kann Zuwarten oder Selbstbehandlung zu einer Verschlimmerung der Pilzerkrankung führen. Ärztinnen und Ärzte in Ihrer Nähe finden Sie unter Arztsuche.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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