Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Mann kratzt sich am Arm © kanachaifoto

Ekzeme

Das Ekzem (Juckflechte, häufig auch Dermatitis genannt) ist die häufigste aller Hauterkrankungen. Nahezu jeder Mensch erkrankt zumindest einmal im Leben daran. Die Bezeichnung Ekzem ist ein Sammelbegriff für entzündliche, meist juckende, nicht ansteckende Hautkrankheiten, die in verschiedenen Formen auftreten . . .

Ursachen

Ekzeme können durch vorwiegend äußere (exogene) oder innere (endogene) Einflüsse hervorgerufen werden, wobei in jedem Fall eine gewisse Veranlagung vorhanden ist.

  • Exogene Ekzeme werden auch Kontaktekzeme genannt. Sie können entweder als allergische Reaktion auf ein Kontaktallergen oder aber als Irritation auf eine toxische oder reizende Substanz auftreten. Allergische Kontaktezeme können nach einer Sensibilisierung des Organismus auf verschiedenste Substanzen auftreten: Naturstoffe wie Pflanzeninhaltsstoffe ebenso wie synthetische Verbindungen (z.B. Nickelsulfat, Duftstoffmischungen, Hautpflegemittel, Formaldehyd etc.). Meistens erfolgt der Kontakt direkt über die Haut, in seltenen Fällen auch über die Nahrungsaufnahme. Eine einmal entstandene Kontaktallergie bleibt meist lebenslang bestehen. Nicht allergische („irritative“) Kontaktekzeme werden durch Chemikalien wie z.B. Putzmittel hervorgerufen.
  • Endogene Ekzeme beruhen auf einer erblichen Veranlagung und betreffen rund zehn Prozent der Bevölkerung. Das häufigste endogene Ekzem ist das atopische Ekzem, die Neurodermitis.

Symptome

Das Erscheinungsbild sowie der Verlauf von Ekzemen bzw. Dermatitiden sind weitgehend unabhängig von der zugrunde liegenden Ursache.

  • Das akute Ekzem ist häufig mit Juckreiz, Rötung und Bläschenbildung verbunden. Die Herde nässen oft und verkrusten leicht. Wenn der Auslöser des Ekzems nur einmalig auftritt, heilt es ab. Alle vorhandenen Hautveränderungen haben ein einheitliches Erscheinungsbild.
  • Bei wiederholtem oder dauerhaftem Kontakt mit dem Auslöser heilt das Ekzem nicht ab und wird chronisch. Es ist durch trockene, schuppende Haut, gesteigerte Verhornung und Juckreiz gekennzeichnet. Die Haut verdickt sich, wird rissig und rau. Verschiedene Ekzem-Stadien können gleichzeitig bestehen.

Diagnose

Klinisches Bild und Krankengeschichte sind wegweisend für die Diagnosestellung. Dabei wird auch nach möglichen Auslösern gesucht. Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion wird ein sogenannter Epikutantest durchgeführt. Dabei werden infrage kommende Kontaktallergene in einer hautverträglichen Konzentration für 48 Stunden mit speziellen Testpflastern auf die erscheinungsfreie Rückenhaut appliziert. Liegt eine Kontaktsensibilisierung vor, entwickelt sich eine Ekzemreaktion an der Kontaktstelle.

Therapie

  • Vermeidung der Auslöser: Die wichtigste Maßnahme besteht darin, den Kontakt mit der auslösenden Substanz zu vermeiden. Ist dieses Allergen oder Irritans nicht ganz aus dem persönlichen Umfeld zu entfernen, sind Maßnahmen zur Verhinderung des erneuten Kontaktes wichtig. Dazu gehören Schutzkleidung (in vielen Fällen vor allem Schutzhandschuhe bei gefährdenden Tätigkeiten), Hautpflege und gegebenenfalls arbeitshygienische Vorkehrungen wie Änderung von Arbeitsabläufen, Vermeiden von Feuchtarbeit etc. Werden Kontaktallergene mit der Nahrung aufgenommen, können diätetische Maßnahmen sinnvoll sein, z.B. eine nickelarme Diät bei Nickelallergikerinnen/-allergikern.
  • Lokale Therapie: ist zur Behandlung der Beschwerden in den meisten Fällen ausreichend. Zur Verfügung stehen Kortikosteroide und Calcineurinantagonisten. Weiters sind UV-Bestrahlung und PUVA (Chemotherapie mit Psoralen plus UVA-Licht) bei chronischen Ekzemen, speziell bei Handekzemen, wirksam. Auch die lokale Anwendung von Psoralen ist möglich.
  • Systemische Therapie: Eine kurzzeitige Kortikosteroid-Einnahme kann bei Kontaktekzemen in schweren Akutfällen erforderlich sein. Daneben kommen auch Ciclosporin A und Alitretinoin zum Einsatz. Eine Hyposensibilisierungstherapie wie beispielsweise bei Pollen- oder Insektengiftallergie steht zur Behandlung von allergischen Kontaktekzemen nicht zur Verfügung.
  • Hautpflege und -schutz: Eine Nachbehandlung mit feuchtigkeitsspendenden Pflegepräparaten zur beschleunigten Regeneration der Hautbarriere und zum Schutz vor erneutem Auftreten von Ekzemen sowie die Anwendung von Hautschutzpräparaten sind sinnvoll. Diese sollten individuell an die Bedürfnisse der/des Betroffenen angepasst sein.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Auftreten von Ekzemen sollten Sie umgehend eine Hautärztin/einen Hautarzt aufsuchen. Diese/dieser wird gemeinsam mit Ihnen nach der Ursache suchen und sinnvolle Verhaltensmaßnahmen empfehlen. Wenn eine Kontaktsensibilisierung durch den Beruf entstanden ist, sollte die Hautärztin/der Hautarzt dies an die zuständige Unfallversicherung melden. Bei besonders gefährdeten Berufsgruppen wie Friseurin/Friseur, Zahntechnikerin/Zahntechniker oder Bauberufen kann ein nicht ausreichend vermeidbarer Allergenkontakt zur Berufsunfähigkeit führen.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse