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Bunte Pillen © Digitalpress

Schlaganfall: Sekundärprophylaxe

Innerhalb des ersten Jahres nach einem Schlaganfall oder einer TIA erleiden zwischen zwei und 15 Prozent der Patientinnen und Patienten einen weiteren Hirninfarkt – innerhalb der ersten fünf Jahre sogar zwischen 25 und 42 Prozent. Daher ist die Sekundärprävention beim Schlaganfall extrem wichtig und beginnt bereits im Krankenhaus nach Abklingen der Akutphase. Die medikamentöse Therapie  bzw. Prophylaxe richtet sich nach den für den Schlaganfall ursächlichen Faktoren – wie z.B. Bluthochdruck, Blutgerinnungsstörung oder erhöhte Cholesterinwerte . . .

Thrombozytenfunktionshemmer

Die Thrombozytenfunktionshemmer (TFH) nehmen in der Sekundärprävention des ischämischen Insults einen festen Platz ein. Diese Medikamente wirken gezielt gegen das „Zusammenklumpen“ von Thrombozyten und verhindern dadurch die Bildung eines Blutgerinnsels. ASS (Acetylsalicylsäure, enthalten z.B. in Aspirin®) ist der am besten untersuchte TFH und wird häufig verabreicht – allerdings nur dann, wenn eine Blutung ausgeschlossen ist. ASS bzw. andere TFH (Dipyridamol, Ticlopidin, Clopidogrel) können alleine, aber auch in Kombination zur Anwendung kommen.

Blutgerinnungshemmer

Schlaganfall-Patientinnen/-Patienten mit bestimmten Herzerkrankungen (Herzschwäche, koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Herzklappenfehler oder Vorhofflimmern) benötigen gerinnungshemmende (manchmal stattdessen auch plättchenfunktionshemmende) Medikamente. Gerinnungshemmende Medikamente (Antikoagulanzien) bewirken, dass das Blut langsamer gerinnt. Keineswegs machen sie das Blut „dünner“. Die oftmals verwendete Bezeichnung „Blutverdünner“ ist daher nicht korrekt. Gerinnungshemmer werden in aller Regel nicht mit Thrombozytenfunktionshemmern kombiniert, da dadurch die Gefahr von Blutungskomplikationen ansteigt.

Die neuere Generation der blutgerinnungshemmenden Medikamente ist vor allem für Patientinnen/Patienten mit Vorhofflimmern, die einen Schlaganfall erlitten haben, geeignet. Die sogenannten „neuen Antikoagulantien“ oder auch "nicht Vitamin K abhängigen Antikoagulanzien" haben den Vorteil, dass keine regelmäßigen Blutkontrollen notwendig sind, dafür müssen aber andere Blutparameter, wie z.B. Nierenwerte, regelmäßig bestimmt werden.

Blutdrucksenker

Ein erhöhter Blutdruck spielt bei der Entstehung von Schlaganfällen eine entscheidende Rolle. Er erhöht das Risiko für einen Schlaganfall um das Vier- bis Sechsfache. Daher setzt nach der Akutphase auch bereits die Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten (Antihypertensiva) ein. Eine konsequente antihypertensive Therapie kann das relative Risiko für einen Schlaganfall um 25 Prozent und für eine Hirnblutung um 50 Prozent reduzieren.

Diabetes-Therapie

Diabetes mellitus ist ein definitiver Risikofaktor für TIA und Schlaganfall. Seine Rolle als Risikofaktor für einen wiederholten Schlaganfall bzw. eine TIA ist nicht ganz so eindeutig. Die Diabetes-Häufigkeit von Patientinnen und Patienten mit TIA oder Schlaganfall beträgt unterschiedlichen Quellen zufolge zwischen 15 und 33 Prozent. Bei Schlaganfall-Patientinnen/Schlaganfall-Patienten mit Diabetes mellitus wird neben der korrekten Einstellung des Blutzuckers eine rigorosere Blutdruckkontrolle gefordert, da diese Patientengruppe durch einen erhöhten Blutdruck besonders gefährdet ist.

Cholesterinsenker

Der Zusammenhang zwischen Cholesterinspiegel und Schlaganfall ist weniger stark als zwischen Cholesterinspiegel und Herzinfarkt. Dennoch gehen ein erhöhter Gesamtcholesterinspiegel oder erhöhte LDL-Cholesterinwerte bzw. niedrige HDL-Cholesterinwerte mit einem erhöhten Schlaganfall-Risiko einher. Groß angelegte Studien und Meta-Analysen belegen den Nutzen cholesterinsenkender Medikamente (Statine oder auch CSE-Hemmer genannt) in der Sekundärprävention des Schlaganfalls. So bestätigt beispielsweise die SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels ), dass eine deutliche Senkung des LDL-Cholesterins in der Sekundärprävention Schlaganfälle verhindern kann. Bei Patientinen/Patienten mit sehr hohen Cholesterinwerten oder Unverträglichkeiten auf Statine kommen auch immer mehr andere Substanzgruppen (unter anderem Antikörper) zum Einsatz. Neben der medikamentösen Behandlung mit cholesterinsenkenden Mitteln wäre es für Schlaganfall-Patientinnen und Schlaganfall-Patienten jedoch auch wichtig, ihren Lebensstil (z.B. gesunde Ernährung, Bewegung) zu ändern.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Behandlung erfolgt meist bereits im Krankenhaus und wird über die Krankenhauskosten abgerechnet, die durch die Sozialversicherung abgedeckt sind. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Hausärztin/den Hausarzt, bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

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