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Schlafendes Mädchen © Sergey Nivens

Schlaf & Schlafstadien

Schlafen bedeutet für viele ruhiger Körper und ruhiger Geist. Doch während wir „schlummern“, ist das Gehirn aktiv, und im Körper laufen verschiedene Prozesse ab, die beispielsweise für die Verarbeitung von Ereignissen, Regeneration, Reparaturmechanismen und Immunsystem  wichtig sind. Der Körper passt den Wärmehaushalt an, Muskeln werden an- und entspannt, wir bewegen uns, verlagern die Körperposition u.v.m.
Wir träumen in der Nacht, auch wenn wir uns daran oft nicht mehr erinnern können. Außerdem wachen wir im Laufe der Nacht immer wieder auf. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal – und am nächsten Morgen oft nicht mehr in Erinnerung . . .

Bislang konnten viele Prozesse identifiziert werden, die mit Schlaf zusammenhängen. Allerdings ist vieles noch Gegenstand der Forschung. Fest steht jedenfalls: Schlafen muss jeder. Guter Schlaf hilft gegen Müdigkeit. Ohne Schlaf keine gesundes Leben und keine Leistungsfähigkeit.

REM- und NonREM-Schlaf

Grundsätzlich lassen sich beim Schlafen zwei Zustände erkennen, die sich stark voneinander unterscheiden:

  • REM-Schlaf. Früher wurde dieser auch als Traumschlaf bezeichnet. REM – Rapid Eye Movement – bedeutet auf Englisch so viel wie kurze schnelle Augenbewegungen, die sich in diesem Stadium beobachten lassen. Es ist die Zeit der intensivsten Träume. Im REM-Schlaf kommt es zu minimalen Bewegungsabläufen und zu hoher Aktivität des Gehirns.
  • NonREM-Schlaf. Dieser besteht aus verschiedenen Schlafstadien. Im NonREM-Schlaf sind Bewegungsabläufe und Gehirnaktivität erheblich reduziert.

REM- und NonREM-Schlaf unterscheiden sich vom sogenannten Wachzustand, während dem sowohl Bewegungsabläufe als auch Gehirnaktivitäten hoch sind. REM- und NonREM-Schlaf werden zusammen als Schlaf bezeichnet. Im Laufe des Schlafes wechseln sich die unterschiedlichen Zustände immer wieder ab – in relativ stabiler, charakteristischer Abfolge und in Zyklen von ca. 90 Minuten. Nach dem Einschlafen ist es vor allem ein Stadium des NonRem-Schlafes – der sogenannte Tiefschlaf –, der die nächtliche „Ruhe“ dominiert, in den Morgenstunden der REM-Schlaf.

Die Schlafstadien

Einschlafen und Schlaf sind an viele Veränderungen gekoppelt – wie etwa jenen der Gehirnaktivität. Es kommt zu Veränderungen von so gut wie allen Funktionssystemen des Körpers – beispielsweise von Atmung und Kreislauf, Verdauung, Wärmehaushalt sowie zu Hormonregulation und Änderungen des Muskeltonus (Muskelanspannung bzw. -entspannung) etc.

Die Körpertemperatur sinkt während der Nacht etwas ab und hat am frühen Morgen ihren niedrigsten Stand. Nach ca. drei Uhr nachts nimmt sie wieder zu. Auch der Puls fällt in der Regel nachts ab. Der Blutdruck sinkt im Vergleich zur Aktivität am Tag und steigt in der zweiten Hälfte der Nacht wieder an.

Untersuchungen im Schlaflabor konnten feststellen, dass der Schlaf kein einheitlicher Vorgang ist. Vielmehr treten verschiedene Stadien auf, mit unterschiedlichen Veränderungen im Organismus. Der Übergang vom Wachzustand zum Schlaf geschieht nicht von einer Sekunde auf die andere. Wir beginnen uns im Idealfall zu entspannen, bevor wir in den Tiefschlaf sinken:

  • „Einschlafstadium“ (Schlafstadium I). Dieses Stadium ist eine Art Übergang vom Wachzustand zum Schlaf. Es kommt zu wilden und grotesken Bildern und Gedanken. Das Bewusstsein ist noch voll aktiv. Man kann leicht aufschrecken. Kurze plötzliche Zuckungen der Muskeln können auftreten.
  • Leichter Schlaf (Schlafstadium II). Nach etwa einer viertel Stunde sind wir eingeschlafen. Die Muskulatur entspannt sich. Das Bewusstsein ist noch teils aktiv. Man ist relativ rasch weckbar. Nach einigen Minuten tritt der Tiefschlaf ein.
  • Tiefschlaf (früher Schlafstadium III und IV). Wir schlafen fest ein. Die Muskeln sind entspannt, die Atmung ist langsam und regelmäßig. Den Tiefschlaf nutzt der Körper u.a. für Regeneration, zur Zellteilung, zum Ausbessern von Gewebsschäden und für Reparaturmechanismen von Schädigungen am Erbgut. In dieser Zeit findet etwa ein Wachstum bei Kindern und Jugendlichen statt. Aus dem Tiefschlaf schrecken wir in der Regel nicht mehr so leicht hoch – auch durch lautere Geräusche nicht.
  • REM-Schlafstadium (Schlafstadium R). In dieser Phase bewegen sich die Augen ruckartig hin und her – daher auch die Bezeichnung. Bis auf die Augen ist die Skelettmuskulatur erschlafft. Das Gehirn ist jedoch aktiv. Herzschlag und Blutdruck sind erhöht, die Atmung ist schnell und unregelmäßig, Penis und Vagina sind stark durchblutet. Es kommen wirre Träume vor, emotionsgeladen und teils irreal. Nicht immer können wir uns an den Inhalt der Träume erinnern. Weitere Informationen finden Sie unter Träume.

Während der Nachtruhe wechseln sich mehrmals REM, Tiefschlaf und leichter Schlaf in unterschiedlichem Anteil ab – bis in den Morgenstunden schließlich Veränderungen im Körper (z.B. Ausschüttung von Stresshormonen und die Aktivierung des Kreislaufs) das Ende des Schlafes ankündigen.

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