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Mann mit Bettdecke über dem Kopf © Focus Pocus LTD

Ein- und Durchschlafstörungen

Ein- und Durchschlafstörungen bei Erwachsenen können verschiedene Ursachen haben, auch mehrere – zum Beispiel organische beziehungsweise psychische Erkrankungen oder andere Schlafstörungen. Sie können kurzfristig auftreten oder länger bestehen. Sie stehen unter Umständen in Zusammenhang mit Medikamenteneinnahme (Nebenwirkungen) oder Substanzmissbrauch. Insomnien können jedoch auch eigenständige Schlafstörungen sein. Wesentlich ist daher eine umfassende Abklärung, die die Gesundheit sowie Verhaltensweisen und Umweltbedingungen mit einbezieht . . .

Insomnie – was ist das?

Man unterscheidet:

  • Primäre Insomnie. Bei dieser liegt die Schlafstörung als eigenständige Störungsform vor. Die Schlafstörung ist in diesem Fall kein Symptom anderer Erkrankungen.
  • Sekundäre Insomnie. Dieser liegen andere Erkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder die Verwendung anderer Substanzen zugrunde. Die Schlafstörung ist in diesen Fällen ein Symptom (z.B. von Drogen- oder Alkoholmissbrauch).

Ein- und Durchschlafstörungen werden weiters eingeteilt in:

  • Anpassungsbedingte oder akute Insomnie (steht in Zusammenhang mit einem Stressor z.B. beruflicher Stress etc., kurz andauernd),
  • psychophysiologische Insomnie,
  • paradoxe Insomnie,
  • idiopathische Insomnie,
  • Insomnie durch psychische Erkrankung bzw. im Rahmen einer psychischen Störung,
  • Insomnie durch inadäquate Schlafhygiene,
  • verhaltensabhängige Schlafstörungen in der Kindheit,
  • Insomnie durch Medikamenten-, Drogen-, Substanzmissbrauch (Informationen zu Abhängigkeit/Sucht & Missbrauch),
  • Insomnie durch körperliche Erkrankungen (z.B. schmerzhafte Erkrankungen, neurologische Erkrankungen, Lungenerkrankungen).

Eine primäre Insomnie – also jene Form, die nicht Ausdruck anderer Erkrankungen ist – liegt vor bei

  • Ein-, Durchschlafstörungen oder schlechter Schlafqualität (nicht erholsamer Schlaf),
  • die mindestens dreimal pro Woche auftreten und mindestens ein Monat lang andauern,
  • und wenn sich negative Auswirkungen auf Alltagstätigkeiten und Befinden bemerkbar machen (hoher Leidensdruck).

Chronische Ein- und Durchschlafstörungen können Lebensqualität sowie das psychosoziale Leben u.U. massiv negativ beeinflussen. Durch eine dauerhafte Schlafstörung kommt es zu einer erhöhten Müdigkeit am Tag, beeinträchtigten kognitiven Fähigkeiten, psychischen Problemen (z.B. Stimmungsschwankungen) und weiteren körperlichen Beschwerden. Erkrankungen wie Depression, aber auch Substanzmissbrauch und -abhängigkeit können in Zusammenhang mit chronischer Insomnie stehen.

Diagnose einer Insomnie

Im Rahmen der Diagnose führt die Ärztin/der Arzt körperliche Untersuchungen durch, schließt psychische Erkrankungen/Störungen aus bzw. bestätigt diese, kann verschiedene weitere Untersuchungen veranlassen und verschiedene Laborwerte bestimmen lassen.

Wesentlich für die Diagnose sind jedoch nicht nur eventuelle körperliche und/oder psychische Ursachen, sondern auch die Wahrnehmung der Betroffenen, die mit einem hohen Leidensdruck einhergehen kann. Die Ärztin/der Arzt macht sich auch ein Bild über verschiedene Verhaltensweisen und Umweltfaktoren, die den Schlaf beeinträchtigen können sowie die Lebenssituation. Dafür führt sie/er eine schlafmedizinische Anamnese.

Hilfreich für die Diagnose kann das Führen eines Schlaftagebuches sein. Auch Schlaffragebögen können zum Einsatz kommen.

Therapie einer Insomnie

Ein- und Durchschlafstörungen können kurzfristig auftreten und rasch wieder vergehen. Die Therapie der Insomnie orientiert sich an der Ursache wie an der ev. zugrunde liegenden Erkrankung (die ebenfalls behandelt werden muss).

  • Fachliche Beratung zu Schlaf & Schlafhygiene (verhaltensmedizinische Beratung). Durch das Überprüfen bzw. Verändern der Schlafgewohnheiten und des Lebensstils sowie eine Optimierung der Schlafhygiene kann ein erholsamer Schlaf gefördert bzw. erreicht werden. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. Die Information der Betroffenen über Schlafstörungen ist ein wichtiger Pfeiler der Therapie. Falsche Vorstellungen von Schlaf bzw. einem „guten“ Schlaf bzw. Erwartungshaltungen können ebenfalls besprochen werden.
  • Einsatz weiterer kognitiv-verhaltenstherapeutischer Ansätze und kognitiver Interventionen (z.B. Entspannungsmethoden, Achtsamkeitsübungen, Stimuluskontrolle, Schlafrestriktion, Problemlösung, Umgang mit Stress etc.) – auch in Kombination.
  • Medikamentöse Therapie. Hypnotika (Schlafmittel) werden meist für die kurzfristige Behandlung der Beschwerden verwendet. Sie beheben die Ursache der Schlafstörung nicht. Schlafmittel dürfen ausschließlich nach Absprache mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt eingenommen werden. Verschiedene Medikamente bzw. Wirkstoffe können zum Einsatz kommen (z.B. BZRA – Benzodiazepin-Rezeptoragonisten wie Zolpidem, Zopiclon, Zaleplon, BZD, Antidepressiva, Antipsychotika/Neuroleptika, Antihistaminika, Alkoholderivate, Phytotherapeutika, Melatonin retard).

Wohin kann ich mich wenden?

Erste Ansprechpartnerin/erster Ansprechpartner ist meist die Hausärztin/der Hausarzt. Sie/er bezieht gegebenenfalls weitere Ärztinnen/Ärzte mit ein – z.B. verschiedene Fachärztinnen/Fachärzte zur Abklärung von somatischen (körperlichen) oder psychischen Ursachen. Medizinerinnen/Mediziner mit Spezialisierung auf Schlafmedizin sind ebenfalls in Diagnose und Therapie involviert – z.B. in Schlaflaboren in verschiedenen Abteilungen von Krankenhäusern. Eine Übersicht über Schlaflabore in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website der ÖGSM (Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung).

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Abklärung einer Insomnie sowie die Behandlung werden normalerweise von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

Bei bestimmten Leistungen (z.B. Psychotherapie bei niedergelassenen Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten) kann ein Antrag auf Kostenzuschuss durch die Krankenversicherung gestellt werden. Weitere Informationen erhalten Sie unter Leistungen & Kosten.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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