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Mann mit Bettdecke über dem Kopf © Focus Pocus LTD
Mann mit Bettdecke über dem Kopf © Focus Pocus LTD

Insomnie

Bei Insomnien haben Betroffene Ein-, Durchschlafstörungen oder eine schlechte Schlafqualität (nicht erholsamen Schlaf) und leiden unter den Folgen dieser. Durch eine dauerhafte Schlafstörung kommt es zu einer erhöhten Müdigkeit am Tag, beeinträchtigten kognitiven Fähigkeiten, psychischen Problemen (z.B. Stimmungsschwankungen) und weiteren körperlichen Beschwerden.

Schlafstörungen bei Erwachsenen sind vielgestaltig. Je nachdem um welche Schlafstörung es sich handelt, zeigen sich weitere Symptome. Nicht jede Schlafstörung geht mit schweren gesundheitlichen Problemen einher. Akute Schlafprobleme wie etwa der Jet-Lag sind meist relativ „harmlos“ und vergehen oft wieder. Schlafstörungen können aber auch organische Gründe haben und zu teils starker gesundheitlicher Beeinträchtigung führen. Chronische Schlafprobleme, unzureichender Schlaf und mangelnde Erholung beeinträchtigen sowohl die körperliche Leistungsfähigkeit als auch die Psyche und das soziale Leben zum Teil massiv. Auch Lebensstilfaktoren und weitere äußere Faktoren spielen bei Schlafstörungen eine Rolle.

Welche Ursachen hat eine Insomnie?

Betroffene leiden bei dieser Schlafstörung an akuten oder chronischen Ein-, Durchschlafstörungen oder nicht erholsamen Schlaf sowie chronischer Erschöpfung oder starker Müdigkeit bzw. Schläfrigkeit am Tag. Die Störungen können kurzfristig auftreten (z.B. durch einschneidende Erlebnisse, übermäßigen Stress) oder länger bestehen (z.B. bei Erkrankungen) bzw. chronisch werden. Bei Erwachsenen können verschiedene Ursachen vorliegen, auch mehrere. Schlafstörungen und schlechte Schlafqualität stehen z.B. in Zusammenhang mit:

  • Lebenssituationen wie beruflichem oder privatem Stress, einschneidenden Erlebnissen, Jet-Lag, Schichtarbeit, Schlafumgebung (z.B. Lärm, Temperatur, Licht). Durch veränderte Lebensbedingungen kann es akut zu einer Insomnie kommen.
  • Inadäquater Schlafhygiene, diversen Lebensstilfaktoren und (teils in der Kindheit erlernten) Verhaltensweisen. Den Schlaf negativ beeinflussen kann z.B. Koffein, Nikotin, Alkohol.
  • Verschiedenen Erkrankungen und Störungen (z.B. psychische oder neurologische wie Depression, Angststörungen, Traumata, Posttraumatische Belastungsstörungen, Alzheimer-Demenz etc.) aber auch Lungenerkrankungen sowie
  • Schmerzen, schmerzhaften Erkrankungen, hormonellen Einflüsse (z.B. Schilddrüsenerkrankungen, Wechseljahre).
  • Anderen Schlafstörungen (z.B. Restless-Legs-Syndrom, Obstruktive Schlafapnoe),
  • Medikamenteneinnahme (Nebenwirkungen),
  • Substanzmissbrauch (z.B. Alkohol, Drogen, Medikamente).
  • Insomnien können jedoch auch eigenständige Schlafstörungen sein. Teils kann auch keine Ursache eruiert werden.

Der Begriff „Schlafhygiene“ bezeichnet Verhaltensweisen, die für einen erholsamen Schlaf förderlich sind. Die Schlafhygiene ist eine der therapeutischen Maßnahmen zur Behandlung von Schlafstörungen. Informationen dazu finden Sie unter Ein- und Durchschlafstörungen (DGSM).

Detaillierte Informationen erhalten Sie bei der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt. Allgemeine Infos und Hinweise zu Schlaf sowie Verhaltensweisen und Lebensstilfaktoren finden Sie unter 

Eine nichtorganische (akute) Insomnie zeigt sich beispielsweise durch:

  • Ein-, Durchschlafstörungen oder schlechter Schlafqualität (nicht erholsamer Schlaf),
  • die mindestens dreimal pro Woche auftreten und mindestens einen Monat lang andauern
  • und negative Auswirkungen auf Alltagstätigkeiten und Befinden (hoher Leidensdruck).

Ausmaß bzw. Stärke und Dauer der Beschwerden sowie die Symptome sind teils unterschiedlich. Schlafprobleme können z.B. bei starken Bewegungen im Schlaf oder Atemstillstand beim Schnarchen auftreten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wesentlich ist eine umfassende und frühmögliche Abklärung:

  • Dafür wird eine schlafmedizinische Anamnese durchgeführt. Es können bereits im Gespräch den Schlaf störende Ursachen identifiziert werden. Schlafgewohnheiten, Verhaltensweisen und Umweltfaktoren, die den Schlaf beeinträchtigen sowie die Lebenssituation und die gesundheitliche Situation werden miteinbezogen.
  • Hilfreich kann das Führen eines Schlaftagebuches sein. Auch Schlaffragebögen können zum Einsatz kommen.
  • Im Rahmen der Diagnose werden körperliche Untersuchungen durchgeführt, ev. Erkrankungen/Störungen abgeklärt. Zudem können verschiedene weitere Untersuchungen veranlasst und verschiedene Laborwerte bestimmt werden. 
  • Notwendig für die Diagnose sind nicht nur eventuelle körperliche und/oder psychische Ursachen, sondern auch die Wahrnehmung der Betroffenen, die mit einem hohen Leidensdruck einhergehen kann. Das persönliche Empfinden der Betroffenen spielt hinsichtlich der Schlafqualität eine wesentliche Rolle.

Wie erfolgt die Therapie?

Die Therapie der Insomnie orientiert sich an der individuellen Situation der/des Betroffenen, an der Ursache/den Ursachen bzw. an der ev. zugrunde liegenden Erkrankung (die ebenfalls behandelt werden muss). Therapeutische Ansätze können kombiniert werden. Zu den Maßnahmen zählen:

  • Fachliche Beratung zu Schlaf & Schlafhygiene (verhaltensmedizinische Beratung). Durch das Überprüfen bzw. Verändern der Schlafgewohnheiten und des Lebensstils sowie eine Optimierung der Schlafhygiene kann ein erholsamer Schlaf gefördert bzw. erreicht werden. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. Die Information der Betroffenen über Schlafstörungen ist ein wichtiger Pfeiler der Therapie. Falsche Vorstellungen von Schlaf bzw. einem „guten“ Schlaf bzw. Erwartungshaltungen können ebenfalls besprochen werden.
  • Einsatz weiterer kognitiv-verhaltenstherapeutischer Ansätze und kognitiver Interventionen (z.B. Entspannungsmethoden, Achtsamkeitsübungen, Stimuluskontrolle, Schlafrestriktion, Problemlösung, Umgang mit Stress etc.) – auch in Kombination.
  • Medikamentöse Therapie. Hypnotika (Schlafmittel) werden meist für die kurzfristige Behandlung der Beschwerden verwendet. Sie beheben die Ursache der Schlafstörung nicht. Schlafmittel dürfen ausschließlich nach Absprache mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt eingenommen werden. Verschiedene Medikamente bzw. Wirkstoffe können zum Einsatz kommen (z.B. BZRA – Benzodiazepin-Rezeptoragonisten wie Zolpidem, Zopiclon, Zaleplon, BZD, Antidepressiva, Antipsychotika/Neuroleptika, Antihistaminika, Alkoholderivate, Phytotherapeutika, Melatonin retard). Weitere Medikament können im Zuge der Behandlung einer eventuellen Grundkrankheit eingesetzt werden.

Nähere Informationen zu weiteren Schlafstörungen finden Sie unter 

Wohin kann ich mich wenden?

Hin und wieder schlecht zu schlafen, ist bis zu einem gewissen Grad normal. Wenn Sie jedoch über längere Zeit schlecht schlafen, tagsüber müde sind und/oder Ihr Wohlbefinden und Ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sind, sollten Sie eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen. Spätestens jedoch bei wochenlangen Schlafproblemen ist eine Konsultation unumgänglich.

Erste Ansprechpartnerin/erster Ansprechpartner ist meist

  • die Hausärztin/der Hausarzt.
  • Sie/er bezieht gegebenenfalls weitere Ärztinnen/Ärzte mit ein – z.B. verschiedene Fachärztinnen/Fachärzte zur Abklärung von somatischen (körperlichen) oder psychischen Ursachen.
  • Medizinerinnen/Mediziner mit Spezialisierung auf Schlafmedizin sind ebenfalls in Diagnose und Therapie involviert – z.B. in Schlaflaboren in verschiedenen Abteilungen von Krankenhäusern.
  • Eine Übersicht über Schlaflabore in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website der ÖGSM (Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung).

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Abklärung einer Insomnie sowie die Behandlung werden normalerweise von den Sozialversicherungsträgern übernommen.
Bei bestimmten Leistungen (z.B. Psychotherapie bei niedergelassenen Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten) kann ein Antrag auf Kostenzuschuss durch die Krankenversicherung gestellt werden. Weitere Informationen erhalten Sie unter Leistungen & Kosten.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

Weitere Infos zum Krankenhausaufenthalt.

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