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Gerötetes Auge © vectorass

Fremdkörper im Auge

Fremdkörper können durch verschiedene Vorgänge ins Auge gelangen – etwa bei der Bearbeitung von Metall, Holz, durch Glassplitter, einen zurückfedernden Ast, Sport- oder Autounfälle, beim Spielen von Kindern oder durch eine unbedachte Bewegung u.v.m. Oftmals bietet zwar der Lidschlussreflex vor Fremdkörpern Schutz, jedoch nicht immer ausreichend. Selbst kleine Fremdkörper (z.B. Mücke, Sandkorn) machen sich sehr unangenehm und schmerzhaft bemerkbar – besonders wenn diese unter das Oberlid gelangen . . .

Verletzungen der oberen Schichten des Auges (Hornhaut) heilen oft rasch und ohne Komplikationen ab. In jedem Fall sollten Sie jedoch im Zweifelsfall die Augenärztin/den Augenarzt aufsuchen. Gelangen größere Fremdkörper ins Auge sollten Sie diese unbedingt kontaktieren.

Vorbeugende Maßnahmen

Bestimmte vorbeugende Maßnahmen tragen dazu bei, Verletzungen zu vermeiden. Beachten Sie Schutzvorschriften und Sicherheitsmaßnahmen an gefährlichen Arbeitsplätzen und verwenden Sie entsprechende Schutzbrillen. Auch bei Arbeiten, die zu Hause durchgeführt werden und die das Auge gefährden können (z.B. Schleifen, Fräsen, Holzarbeiten, Gartenarbeit etc.) oder beim Sport (z.B. Radfahren), sollten Sie Ihre Augen schützen. Spezielle Vorkehrungen (wie Augen- und Gesichtsschutz) sind insbesondere auch bei Schweißarbeiten zu treffen.

Weitere Infos zu vorbeugenden Maßnahmen finden Sie

Symptome

Je nach Größe und Anzahl der Fremdkörper treten Symptome auf, z.B.:

  • Fremdkörpergefühl,
  • unangenehmes Gefühl bis starke Schmerzen,
  • tränendes Auge,
  • gerötetes Auge,
  • Lichtempfindlichkeit sowie
  • eingeschränktes Sehen (verschwommenes Sehen).

Größere Fremdkörper sind meist deutlich sichtbar. Verletzungen können tief reichen, ohne dass das Auge blutet und/oder stark schmerzt.

Was man selbst tun kann

Durch Tränen und Blinzeln kann ein kleiner Fremdkörper „von selbst“ aus dem Auge hinaus transportiert werden. Unter Umständen sind jedoch weitere Maßnahmen notwendig.

  • Kleinere Fremdkörper: Durch Zuhilfenahme eines sauberen Taschentuches (z.B. Zipfel des Taschentuchs) oder eines feuchtes Wattestäbchens kann ein kleiner Fremdkörper entfernt werden. Dabei sollten Sie jedoch sehr vorsichtig sein. Gelingt es nicht, den Fremdkörper zu entfernen, muss eine Augenärztin/ein Augenarzt aufgesucht werden. Ein Reiben sollte vermieden werden.
  • Feste/gefährliche Fremdkörper: Versuchen Sie NICHT feste Fremdkörper (z.B. Glassplitter) zu entfernen! Überlassen Sie dies der Ärztin/dem Arzt. Andernfalls besteht die Gefahr das Auge noch mehr zu verletzen! Bewahren Sie Ruhe und wirken Sie beruhigend auf die/den Betroffenen ein. Verbinden Sie das Auge vorsichtig (steriler Augenverband). Achten Sie darauf, dass der Verband nicht auf das Auge drückt. Wählen Sie den Notruf – 144 oder 112.

Diagnose 

Die Ärztin/der Arzt erkundigt sich nach dem Hergang des Unfalls. Sie/er sieht sich das Auge und die Verletzung(en) genau an. Dafür führt sie/er verschiedene Untersuchungen durch. Sie/er prüft dabei, inwieweit die Hüllen des Auges verletzt sind, die Augenbeweglichkeit und -stellung beeinträchtigt ist sowie ob Einschränkungen des Gesichtsfelds vorliegen. Lid und Pupillenfunktion werden untersucht. Die Ärztin/der Arzt sieht sich den Augenhintergrund an, prüft die Sehschärfe und den Augeninnendruck.

Im Zuge der Diagnose wird unter Umständen eine Röntgenuntersuchung beziehungsweise eine Untersuchung mittels Ultraschall und/oder CT gemacht (z.B. um Metallteile erkennen zu können). Bei Verdacht auf einen nicht-metallischen Fremdkörper im Auge kann auch eine MR-Untersuchung angezeigt sein.

Therapie 

  • Oberflächliche Fremdkörper werden je nach Beschaffenheit mithilfe eines feuchten Watteträgers oder mit einer feinen Nadel entfernt, nachdem eine örtliche Betäubung vorgenommen wurde. Es kann sich bei metallischen Fremdkörpern ein sogenannter Rosthof bilden, der den Fremdkörper umgibt. Dieser wird mit einem kleinen Bohrer entfernt. Um eine Infektion zu vermeiden, wird eine Antibiotika-haltige Wund-Augensalbe aufgetragen. Eine Verlaufskontrolle mit Nachuntersuchungen ist notwendig. Ev. können Antibiotika verabreicht werden (lokal).

  • Fremdkörper, die in den Augapfel eingedrungen sind, werden operativ versorgt, wobei der Fremdkörper entfernt und die Wunde verschlossen werden kann. Diese Verletzungen sind besonders gefährlich, da sie zum Verlust des Auges führen können. Um das Augenlicht zu erhalten bzw. eine Sehleistung wieder zu erreichen, können mehrere Operationen notwendig sein. Je nach Schwere der Verletzung kann eine Glaskörperentfernung (Vitrektomie), Ersatz der Augenlinse, Laserbehandlung der Netzhaut, Hornhautverpflanzung etc. vorgenommen werden. Um Infektionen zu vermeiden, werden auch hier Antibiotika eingesetzt.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpartner sind die Augenärztin/der Augenarzt im niedergelassenen Bereich sowie Ärztinnen/Ärzte der Notaufnahme bzw. der Augenstation/Augenambulanz/Augenklinik eines Krankenhauses. Je nach Schwere der Verletzung können Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen involviert sein (z.B. HNO, Kiefer-, Neurochirurgie etc.). Die Hausärztin/der Hausarzt nimmt gegebenenfalls Überweisungen vor.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Diagnose und Behandlung von Augenverletzungen werden im Regelfall vom zuständigen Krankenversicherungsträger übernommen.

Informationen zu Kostenübernahme bei Wahlärztin/-arzt, Selbstbehalt etc. erhalten Sie
unter

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

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