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Kind mit entzündetem Auge © uwimages

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Bei einer Konjunktivitis ist die Bindehaut des Auges entzündet. Die Augen röten sich. Eine Bindehautentzündung kann nur ein Auge betreffen, jedoch auch auf das zweite Auge und andere Personen übertragen werden. Je nach unterschiedlicher Ursache (z.B. Bakterien, Viren etc.) werden verschiedene therapeutische Maßnahmen gesetzt. Beschwerden der Augen, wie beispielsweise Rötungen, Schwellungen, verklebte Augen, Fremdkörpergefühl, Brennen, Jucken, tränende Augen, Schmerzen etc. sollten bei der Augenärztin/dem Augenarzt abgeklärt werden . . .

Bindehautentzündung – was ist das?

Eines der typischen Anzeichen einer Bindehautentzündung ist das gerötete Auge. Charakteristisch ist außerdem, dass das Auge am Morgen verklebt ist und eine gelblich-weiße Flüssigkeit absondert (bei bakterieller Konjunktivitis). Tränende Augen, Fremdkörpergefühl, Brennen und Jucken (z.B. bei einer allergischen Reaktion) kommen vor. In seltenen Fällen kann auch eine Lichtscheu (Photophobie) vorhanden sein.

Die Bindehautentzündung kann durch verschiedene Ursachen bedingt sein:

  • Bakterien;
  • Viren;
  • Pilze;
  • Allergien, allergische Reaktionen;
  • chemische, physikalische, thermische Reize, UV-Strahlen (z.B. Verätzung, Rauch, Staub, Kälte, Wind, Reaktionen auf Medikamente, Make-up, UV-Strahlen im Gebirge, Schweißarbeiten, zu lange getragene, beschädigte oder verunreinigte Kontaktlinsen, Überanstrengung durch lange andauernde und konzentrierte Naharbeit, Schlafmangel) – weitere Informationen zu UV-Strahlen & Schädigungen des Auges finden Sie unter Photoophthalmie/Photokeratitis;
  • Verletzungen;
  • trockene Augen.

Zu einer Bindehautentzündung kann es aufgrund von Erkrankungen und anderen Entzündungen kommen, z.B. infolge einer Nasennebenhöhlenentzündung. Stellungsanomalien der Lider oder Wimpern, Benetzungsstörungen, nicht korrigierte Brechungsfehler des Auges etc. können ebenfalls zu einer Bindehautentzündung führen.

Hinweis Bestimmte Bindehautentzündungen sind ansteckend und können daher auf andere Personen weiter übertragen werden (z.B. Chlamydien [Neugeborenenkonjunktivitis], Adenoviren etc.).

Diagnose 

Die Ärztin/der Arzt macht sich ein Bild von den Beschwerden der Patientin/des Patienten und führt eine Befunderhebung durch. Sie/er kann durch die Symptome die Ursache der Bindehautentzündung eingrenzen und Untersuchungen vornehmen (z.B. Spaltlampenuntersuchung, Abstrich der Bindehaut und Erregernachweis). Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion können Allergietests vorgenommen werden.

Therapie

Bestimmte Bindehautentzündungen heilen oft ohne Folgen und relativ rasch wieder ab – auch ohne spezieller Therapie. Andere hingegen müssen behandelt werden. Je nach unterschiedlicher Ursache der Bindehautentzündung werden verschiedene therapeutische Maßnahmen gesetzt, wie beispielsweise:

Bakterielle Bindehautentzündung

Leicht eitrige bakterielle Bindehautentzündungen werden mit antibiotischen Tropfen behandelt. Bei starker Eiterbildung kann zudem eine Augensalbe verwendet werden. Eine durch Chlamydien bedingte Bindehautentzündung wird mittels Antibiotika systemisch (Tabletten) und lokal behandelt. Diese Konjunktivitis ist eine sogenannte okulogenitale Infektion – d.h. Chlamydien werden meist durch Geschlechtsverkehr übertragen und über Hände ins Auge weitergegeben. Durch eine unbehandelte Infektion kann es zu dauerhaften Schäden am Auge kommen. Geschlechtspartner müssen systemisch mitbehandelt werden. Eine Chlamydien-Konjunktivitis kann auch bei Neugeborenen auftreten, wenn sie bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden (siehe Neugeborenenkonjunktivitis). Auch Gonokokken, die ebenfalls durch Geschlechtsverkehr – und bei der Geburt von der Mutter auf das Kind – übertragen werden, können zu einer Konjunktivitis führen. Behandelt werden diese mittels Antibiotika. Weitere Informationen zu Chlamydien und Gonokokken (Tripper, Gonorrhö) finden Sie unter Sexuell übertragbare Krankheiten.

Virale Bindehautentzündung

Steht die Konjunktivitis in Zusammenhang mit einem viralen Infekt der Atemwege (grippaler Infekt), kann künstliche Tränenflüssigkeit eingesetzt werden. Bindehautentzündungen, die durch Virusinfektionen entstehen, heilen zwar oft „von alleine“ ab. Einige der Erreger sind jedoch hoch ansteckend (Adenoviren, sogenannte epidemische Konjunktivitis, Keratoconjunctivitis epidemica). Eine besonders sorgfältige Hygiene (Händehygiene, Händeschütteln unterlassen, keine gemeinsam benutzten Handtücher etc.) ist in diesen Fällen notwendig. Das völlige Abheilen kann lange dauern. Spezifische Therapie gibt es nicht. Weitere Informationen zur Keratokonjunktivits epidemica finden Sie unter www.rki.de. Außerdem kann es zu einer Bindehautentzündung durch Herpesviren kommen, die auch für die Entstehung von Fieberblasen verantwortlich sind. Eine Herpes-simplex-Konjunktivitis tritt bei Kindern im Zuge einer Primärinfektion auf, zeigt sich durch Bläschen am Lid, Rötung sowie geschwollene Bindehaut. Diese kann von alleine abheilen oder mittels Aciclovir behandelt werden. Beim Herpes-simplex-Virus kann es außerdem zu einem Wiederauftreten kommen. Das Virus bleibt stets lebenslang im Organismus und kann durch Reize (z.B. UV-Strahlung, Infekte etc.) aktiviert werden. Dadurch kann es zu Entzündungen – v.a. der Hornhaut kommen (Keratitis).

Neugeborenenkonjunktivitis

Bindehautentzündungen können bereits bei Neugeborenen auftreten. Die Erreger sind dabei unterschiedlich. Eine Infektion mit Chlamydien (Chlamydia trachomatis) oder dem Herpes-simplex-Virus wird bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen. Die sogenannte Chlamydienblennorrhö (Infektion mit chlamydia trachomatis durch Übertragung der infizierten Geburtswege) wird bei Säuglingen mit Erythromycin-Augentropfen behandelt. Gleichzeitig wird eine systemische Therapie mit Erythromycin bei der Mutter vorgenommen. Eine Herpes-simplex-Konjunktivitis bei Neugeborenen wird mit Aciclovir-Augensalbe therapiert. Besonders gefährlich sind Infektionen mit Gonokokken, die jedoch seltener vorkommen. Behandelt wird die sogenannte Gonoblennorrhö mit Penicillin. Vorbeugend wird die so genannte Credé-Prophylaxe angewandt.

Allergische Konjunktivitis & Reizkonjunktivitis

Dieser Form der Bindehautentzündung liegt eine allergische Reaktion zugrunde (z.B. auf Inhaltsstoffe von Augenmedikamenten, Lebensmitteln, Kosmetika, Antigenen wie Pollen etc.). Abschwellende, chromoglyzinhaltige sowie steroidhaltige Augentropfen oder H-1-Rezeptorenblocker (topische Antihistaminika) werden verwendet, um Symptome zu mindern. Weitere Untersuchungen wie Allergietests können vorgenommen werden, um den/die Auslöser zu identifizieren – und später zu meiden. Informationen zu Allergietests und zur Behandlung von allergischen Reaktionen finden Sie unter Allergien. Verschiedene Reize wie Rauch, UV-Strahlung können ebenfalls eine Konjunktivitis hervorrufen. Hier kann künstliche Tränenflüssigkeit zum Einsatz kommen. Auslöser sollten möglichst gemieden werden bzw. ein Schutz vor den spezifischen Reizen erfolgen.

Tränenmangel

Eine Konjunktivits durch Tränenmangel (Konjunktivitis sicca) kann mittels Tränenersatzmittel behandelt werden. Weitere Informationen zur Behandlung finden Sie unter Trockenes Auge.

Brechungs- & Stellungsfehler

Brechungsfehler bzw. Fehlsichtigkeit sind ebenfalls u.U. Gründe für eine Bindehautentzündung. Diese werden teils durch Brillen/Linsen korrigiert. Weitere Informationen zur Behandlung von Fehlsichtigkeit finden Sie unter Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus.

Pilze

Durch Pilze hervorgerufene Entzündungen betreffen selten die Bindehaut. Behandelt werden diese durch Antimykotika (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen), die sowohl lokal als auch systemisch eingesetzt werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Beschwerden der Augen (Rötungen und Schwellungen der Augen, verklebte Augen, Fremdkörpergefühl, Brennen, Jucken, tränende Augen, Schmerzen etc.) sollten bei der Augenärztin/dem Augenarzt (auch: Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) abgeklärt werden. Sie/er diagnostiziert eine Bindehautentzündung und legt die Therapie fest. Auch die Hausärztin/der Hausarzt kann Ansprechstelle sein und gegebenenfalls Überweisungen in die Wege leiten.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der augenärztlichen Untersuchung zur Abklärung einer Bindehautentzündung werden normalerweise von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

Weitere Informationen zu Vertragsärztinnen/-ärzten finden Sie unter Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte.

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