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Ärztin mit Lungenröntgen © Artur Gabrysiach

Asthma: Weiterführende Untersuchungen

Eine lungenfachärztliche Untersuchung sichert die klinische Diagnose bei Verdacht auf Asthma ab. Dabei ist die Lungenfunktionsprüfung ein wichtiger Bestandteil. Sie gibt mithilfe verschiedener Verfahren Auskunft über die momentane Leistungsfähigkeit der Lunge bzw. der Bronchien. Eine aussagekräftige Lungenfunktionsprüfung ist wesentlich von der Mitarbeit des zu Untersuchenden abhängig. Dies kann mitunter etwas anstrengend sein . . .

Methoden der Lungenfunktionsdiagnostik

Lungenfunktionstests geben Auskunft über die Leistungsfähigkeit der Lunge und Bronchien. Dafür werden verschiedene relevante Parameter gemessen (beim Ein- und Ausatmen, im Ruhezustand, unter Belastung etc.). Zur Beurteilung der Messwerte werden geeignete Norm- oder Referenzwerte herangezogen, an denen der ermittelte Messwert (Ist-Wert) „relativiert“ wird. Die Sollwerte sind abhängig von Alter, Geschlecht, Körpergröße sowie ethnische Herkunft und unterliegen einer gewissen Schwankungsbreite. Daher unterscheiden sich die Sollwerte für Lungenfunktionsparameter auch weltweit. In Österreich gelten die Referenzwerte der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP).

Zu den Untersuchungsmethoden der Lungenfunktionsdiagnostik zählen:

  • Spirometrie: Die Spirometrie ist einfach und kostengünstig, da sich der apparative Aufwand in Grenzen hält. Sie wird in der Routinediagnostik eingesetzt, dient der Früherkennung sowie der Verlaufskontrolle von Lungenerkrankungen. Bei der Spirometrie werden Luftmenge und Luftströmungsgeschwindigkeit beim Ein- und Ausatmen beurteilt. Die Messung erfolgt durch Ein- und Ausatmen über ein Rohr, das an ein elektronisches Gerät angeschlossen ist. Die Ärztin/der Arzt gibt die Atemmanöver vor (Luft anhalten, Luft so schnell wie möglich ausstoßen etc.). Die ermittelten Messwerte werden grafisch aufgezeichnet. Bei Asthma bronchiale misst die Spirometrie die Atemflussbeschränkung, die durch die charakteristische Verengung der Atemwege auftritt. Dies ermöglicht auch eine Beurteilung des Schweregrades der Erkrankung.

  • Bronchospasmolyse-Test: Wurde mithilfe der Spirometrie eine Verengung der Bronchien festgestellt, kommt der Bronchospasmolyse-Test zum Einsatz. Er gibt Aufschluss darüber, inwieweit die Verengung der Bronchien rückgängig gemacht werden kann. Dafür wird im Anschluss an die Spirometrie ein bronchienerweiterndes Medikament (Bronchospasmolytikum) inhaliert und die Messung etwas später nochmals wiederholt. Ist die Lungenfunktionsprüfung mit einer solchen Substanz deutlich besser, unterstreicht dies die Diagnose „Asthma bronchiale“. Dieser Test ist auch für weitere therapeutische Schritte aussagekräftig. Nach der Durchführung von Spirometrie und Bronchospasmolyse-Test sind weiterführende Lungenfunktionstests nur selten notwendig.

  • Ganzkörperplethysmografie: Diese Messung findet in einer geschlossenen Kabine statt. Sie ist apparativ aufwändiger, ermöglicht aber spezielle und besonders genaue Messungen. Sie gilt als die sicherste Methode, um Asthma von anderen die Lungenleistung beeinträchtigenden Erkrankungen (z.B. Lungenfibrose) zu unterscheiden. Der Einsatz dieses Verfahrens ist sinnvoll, wenn eine Spirometrie nicht durchgeführt werden kann oder alle zuvor genannten Untersuchungen keine klaren Ergebnisse erbracht haben.

Zusätzliche Untersuchungsmethoden

Die Lungenfunktionstestung stellt das zentrale Untersuchungsverfahren zur Sicherunger der Diagnose Asthma bronchiale dar. Dennoch kann es in bestimmten Fällen notwendig sein, zusätzliche Untersuchungen durchzuführen. Diese kommen insbesondere im akuten Asthmaanfall oder bei unschlüssigen Ergebnissen der vorausgegangenen Diagnostik zum Einsatz. Auch können sie in bestimmten Fällen zur Abgrenzung des Asthma bronchiale von anderen Erkrankungen (Differenzialdiagnosen) durchgeführt werden.

Reversibilitätstest

Wenn das Ergebnis der Spirometrie eine für Asthma typische Verengung der Atemwege zeigt, sollte zur Klärung der Diagnose ein Reversibilitätstest durchgeführt werden. Bei diesem Test bekommt die Patientin/der Patient ein Medikament, das die verengten Bronchien erweitert. Einige Zeit nach Gabe des Medikaments wird die Lungenfunktion erneut gemessen. Fällt dieses Ergebnis besser aus als vor der Einnahme des Medikaments, hat dieses gewirkt. Dann kann die Diagnose Asthma mit großer Wahrscheinlichkeit gestellt werden.

Provokationstest

Bei hochgradigem Verdacht auf Asthma – aber zum Untersuchungszeitpunkt unauffälliger Lungenfunktion – kann ein inhalativer Provokationstest sinnvoll sein. Er dient zur Feststellung der Asthmaneigung durch Inhalation einer bronchial reizenden Substanz. Gelegentlich wird die Provokation mittels körperlicher Belastung durchgeführt, etwa bei Kindern oder bei spezifischen Hinweisen auf ein Belastungsasthma in der Anamnese. Ein Provokationstest ist jedoch nur selten erforderlich und darf nur unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt werden. Ausgeschlossen sind beispielsweise Patienten, welche vor kurzem einen Schlaganfall erlitten haben.

Blutgasanalyse

Bei einigen Krankheitsbildern ist es wichtig, den Sauerstoffgehalt des Blutes zu messen. Dies kann beispielsweise mittels einer Blutgasanalyse erfolgen. Diese Messung zeigt Störungen des Gasaustauschs in der Lunge. Dabei wird meist aus dem Ohrläppchen Blut entnommen und anschließend in einem Gerät – neben anderen Parametern – der Sauerstoff- und Kohlendioxydgehalt des Blutes bestimmt. Damit wird gemessen, ob über die Lunge entsprechend Sauerstoff aufgenommen werden kann. Die Blutgasanalyse kann im Ruhezustand oder unter Belastung durchgeführt werden. Vor allem bei schweren asthmatischen Krankheitsbildern zählt sie zu den Standarduntersuchungen. Bei Asthma bronchiale ist die Blutgasanalyse im Intervall oft normal, zeigt jedoch im akuten Anfall meist eine deutliche Verschlechterung.
Die Blutgasanalyse gibt Auskunft über den Schwere- und damit Gefährdungsgrad sowie die Prognose.

EKG

Bei dieser Untersuchung werden Herzstromkurven aufgezeichnet. Das EKG besitzt eine zentrale Bedeutung in der Diagnostik von Herzerkrankungen. Herzrhythmus- und Durchblutungsstörungen sind mögliche Befunde. Darüber hinaus kann die Untersuchung jedoch auch Hinweise auf eine Rechtsherzüberlastung als mögliche Folge einer Lungenerkrankung geben. Ein solches EKG-Muster zeigt sich oft auch im akuten Asthmaanfall. Darüber hinaus wird das EKG zum Ausschluss einer Herzerkrankung als Ursache für eine bestehende Atemnot eingesetzt.

Bildgebende Verfahre

Eine Röntgenaufnahme der Organe des Brustkorbs (Herz, Lunge, Gefäße) stellt die Basis der bildgebenden Verfahren dar. Sie kann bei Erstdiagnose eines Asthma bronchiale, vor allem zur Abgrenzung von anderen Erkrankungen sinnvoll sein. Bei einem schweren Asthma bronchiale können noch weitere bildgebende Untersuchungen sinnvoll sein: z.B. Computertomographie (CT).

Wohin kann ich mich wenden?

Bestimmte Lungenfunktionstests (beispielsweise Spirometrie) werden von vielen Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern angeboten. Eine vollständige Lungenfunktionsuntersuchung wird meist nur von Lungenfachärztinnen/Lungenfachärzten und Spezialambulanzen durchgeführt. Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen die dafür nötige Überweisung ausstellen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Grunddiagnostik ist bei einem Krankheitsverdacht durch die Sozialversicherung abgegolten. Weiterführende radiologische Untersuchungen wie beispielsweise eine Computertomografie sind bewilligungspflichtig, da sie nicht zu den Standarduntersuchungsmethoden zählen.

Die Kosten für Spirometrie, Ganzkörperplethysmografie, Bronchospasmolyse- und Provokationstest werden derzeit nicht von allen Krankenkassen übernommen. Weitere Diagnoseverfahren wie die Blutgasanalyse werden ebenfalls nicht von allen Krankenkassen bezahlt. Fragen Sie daher direkt bei Ihrer Krankenkasse oder bei Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt nach.

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