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Rauchende Schornsteine ©rusty elliott

Asthma: Ursachen & Auslöser

Die Ursachen für das Entstehen von Asthma sind wissenschaftlich bislang nicht vollständig geklärt. Die Erkrankung hat einen komplexen Hintergrund. Neben einer erblichen Veranlagung sind Faktoren wie Umwelteinflüsse und Lebensstil für die erhöhte Sensibilität der Atemwege verantwortlich. Medizinische Lehrbücher beschreiben eine Mischung aus genetischer Veranlagung und erworbenen Störungen als Grundlage für die Entwicklung und Entstehung von Asthma . . .

Körpereigene Ursachen

Studien deuten darauf hin, dass es eine genetische Veranlagung für Asthma gibt. Nachgewiesen ist diese vor allem bei allergischem Asthma. Das Risiko, an Asthma zu erkranken, steigt, wenn ein Elternteil oder andere direkte Blutsverwandte an Asthma oder Allergien leiden. Psychische Faktoren werden als Krankheitsursache weitgehend ausgeschlossen. Seelische Belastungen, Stimmungsschwankungen und Stress können bei bestehendem Asthma jedoch das Empfinden der Beschwerden verstärken.

Äußere Ursachen

Geografische Unterschiede im Vorkommen von Asthma und die starke Zunahme von Asthmaerkrankungen in Industriestaaten weisen darauf hin, dass der westliche Lebensstil ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Asthma ist. Die Wissenschaft macht dafür vor allem veränderte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten verantwortlich. Als mögliche Faktoren gelten unsachgemäße Wärmedämmung und verminderte Raumbelüftung von Wohnräumen, Zunahme von Innenraumschadstoffen und -allergenen, Aktiv- und Passivrauchen, vermehrter Aufenthalt in geschlossenen Räumen, verbesserte Hygienestandards und dadurch bedingte mangelnde Aktivierung des Immunsystems.

Umweltfaktoren wie die zunehmende Luftverschmutzung und damit erhöhte Konzentration von Luftschadstoffen (z.B. Dieselpartikel, Ozon), aber auch der vermehrte Einsatz von Chemikalien tragen laut Wissenschaft zur Zunahme von Asthmabeschwerden bei. Diese veränderten Umweltbedingungen, die auf den Menschen und die Natur wirken, werden als mögliche Verursacher von Atemwegserkrankungen und als Gründe für die Zunahme von allergieauslösenden Stoffen in unserer Umwelt wissenschaftlich untersucht. Das Zusammenwirken von körpereigenen und äußeren Ursachen ist noch nicht genau entschlüsselt, ebenso wenig wie die Wechselwirkung mit jenen Reizen, die Asthma auslösen.

Auslöser einer Asthmareaktion

Asthma manifestiert sich durch eine chronische Entzündungsreaktion von der Luftröhre bis zu den kleinen Verzweigungen der Bronchien. Diese macht die Atemwege empfindlicher gegenüber normalerweise harmlosen Reizen. In dieser übersteigerten Reaktion des Immunsystems vermutet die Wissenschaft den Hauptauslöser der Krankheit

Besteht eine besondere Überempfindlichkeit (Hypersensitivität), so können diese Reize (Substanzen, wie zum Beispiel Bestandteile der Atemluft) Asthmabeschwerden hervorrufen. Solche Substanzen können Partikel tierischer, pflanzlicher, chemischer oder physikalischer Herkunft sein. Infekte der Atemwege, körperliche Belastung, Nebel, kalte oder feuchte Luft sowie verschiedenste Atemreizstoffe (Parfum, Haarspray etc.) kommen als Auslöser ebenfalls infrage. Die Beschwerden können durch einzelne starke Auslöser oder durch das ungünstige Zusammenwirken mehrerer einzelner Faktoren bedingt sein. Auslöser werden auch Trigger genannt. Sie sind individuell unterschiedlich. Welche Trigger bei Ihnen – oder Ihrem Kind – Beschwerden auslösen oder verstärken, müssen Sie selbst herausfinden. Dies gelingt am besten durch genaues Beobachten über einen längeren Zeitraum. Es gibt Hilfsmittel, die die Suche erleichtern.

Ausführliche Informationen finden Sie unter Patientenmitarbeit & Patientenschulung.

Häufigkeit von Asthma

In den letzten Jahren ist weltweit ein Anstieg der chronischen Atemwegserkrankungen (wie Asthma, COPD) festzustellen. Asthma ist mittlerweile eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in der westlichen Welt. Schätzungen zufolge hat sich die Häufigkeit von Asthmadiagnosen in Westeuropa in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

Situation in Österreich

Auch in Österreich leiden laut Statistik Austria etwa sieben Prozent der Bevölkerung an Asthma. Das sind mehr als eine halbe Million Menschen. Ein hoher Prozentsatz der Asthmaerkrankungen betrifft Kinder zwischen zwei und sechs Jahren (rund 42.000 Kinder). Asthma stellt damit in Österreich die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter dar.

Allergien und Asthma

Da Allergien eine Entzündungsreaktion in der Lunge verursachen können, erhöhen sie die Anfälligkeit für Asthma. Laut World Health Organisation (WHO) entwickeln 40 Prozent der Patientinnen und Patienten mit allergischem Schnupfen (Heuschnupfen) Asthma, 70 Prozent der Asthmakranken leiden auch an einer Allergie.

Für Österreich basieren die Angaben zum Vorkommen von Asthma und Allergien hauptsächlich auf Schätzungen und weichen häufig stark voneinander ab. Laut Österreichischem Allergiebericht aus dem Jahr 2006 sind rund 1,6 Millionen Österreicherinnen und Österreicher (20 Prozent der Bevölkerung) von Allergien betroffen. Die Statistik Austria reiht Allergien an dritter Stelle der dringlichsten Gesundheitsprobleme in Österreich ein (Statistisches Jahrbuch 2006). Einschließlich des allergischen Asthmas sollen demzufolge etwa 1,1 Millionen Österreicherinnen und Österreicher an einer Allergie leiden.

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