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Kind hustet © Stephanie Frey

Asthma: Symptome & Verlauf

Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Das heißt, die Erkrankung ist andauernd und bleibt über einen längeren Zeitraum bestehen. Es gibt Zeiträume mit stärkeren und schwächeren Beschwerden und auch Zeiträume ohne Beschwerden. Wenn die Beschwerden kurzzeitig stärker werden und mit Luftnot verbunden sind, spricht man von einem Asthmaanfall. Ein Asthmaanfall kann sich schnell oder langsam entwickeln und zum Notfall werden . . .

Menschen, die an Asthma erkrankt sind, haben überempfindliche Atemwege. Sie reagieren auf unterschiedliche Auslöser mit einer Entzündung der Atemwege. Die Bronchien schwellen an und verengen sich. Die Luft kann nicht mehr ungehindert ein- und ausgeatmet werden. Oft ist das Ausatmen stärker eingeschränkt. Die „verbrauchte“ Luft muss aus der Lunge herausgepresst werden. Trotzdem bleibt zu viel Luft in der Lunge zurück, sodass nur weniger „frische“ Luft nachströmen kann. Wenn schlecht ausgeatmet und immer mehr eingeatmet wird, sammelt sich zu viel Luft im Brustkorb. Zusätzlich wird der Übergang des Sauerstoffs in das Blut insbesondere beim schweren Anfall durch die Verengung der Atemwege behindert. Diese körperlichen Veränderungen führen zu den typischen Beschwerden. Kennzeichnend für den Verlauf von Asthma sind ausgeprägte Schwankungen der Symptomatik.

Typische Beschwerden

Anfallsartig auftretende Atemnot (Kurzatmigkeit) und/oder Husten mit oder ohne Auswurf zählen zu den üblichen Beschwerden. Durch die entzündlichen Prozesse bildet sich zähflüssiger Schleim, der sich nur schwer abhusten lässt. Dadurch sowie aufgrund einer zusätzlichen Schleimhautschwellung der Bronchialwand und eines Zusammenziehens der Bronchialmuskulatur entsteht ein Gefühl der Enge in der Brust. Der erhöhte Widerstand in den Atemwegen führt zu charakteristischen Atemgeräuschen beim Ausatmen (Pfeifen, Fiepen) – dem sogenannten Giemen. Die Atmung wird rasselnd und pfeifend. Geringere Belastbarkeit und Abgeschlagenheit sind die Folge des Asthma bronchiale.

Der akute Asthmaanfall

Bei einem akuten Asthmaanfall kann es durch die plötzliche, krampfartige Verengung der Bronchien und die gleichzeitige Anschwellung der Schleimhaut zu einer extremen Einschränkung der Atmung und zu massiven Angstgefühlen kommen, die die Luftnot zusätzlich verstärken. Es entsteht ein Kreislauf, der sich selbst beschleunigen kann.  Medizinerinnen/Mediziner sprechen von einem Bronchospasmus. Die schwerste Komplikation ist der lebensbedrohende „Status asthmaticus“. Darunter versteht man einen schweren Anfall bzw. eine Reihe von Anfällen, die sich über Stunden oder Tage hinziehen können und somit einen medizinischen Notfall darstellen. Ein derartiger Notfall kommt allerdings sehr selten vor.

Anzeichen für einen Asthmaanfall:

  • anfallsartige Atemnot
  • ziehende Atemgeräusche („Pfeifen“)
  • Hustenattacken, auch unabhängig von körperlicher Belastung (häufig in den frühen Morgenstunden)
  • Engegefühl in der Brust
  • erhöhte Atemfrequenz

So fühlt sich Asthma an

Versuchen Sie, mit zugehaltener Nase durch einen Strohhalm zu atmen, bis es unangenehm wird. Durch den engen Strohhalm ist das Ein- und Ausatmen viel schwieriger als bei normaler Atmung. Wie kräftig Sie auch ein- und ausatmen, es gelangt viel weniger Luft in Ihre Lungen als sonst.

Verlauf der Asthmaerkrankung

Die Symptomatik des Asthmas bronchiale kann von kurz andauernden Beschwerden innerhalb längerer zeitlicher Intervalle bis hin zu einer ständigen Einschränkung der Atmung und schwersten Erstickungsanfällen reichen. Einigen symptomfreien Tagen kann plötzlich (z.B. bei Allergenkontakt) eine deutliche Verschlechterung folgen. Asthma tritt oft anfallsartig bzw. verstärkt während der Nacht oder am frühen Morgen auf. Dies ist auf die natürlichen tageszeitlichen Schwankungen bestimmter Hormone (Cortisol, Adrenalin) zurückzuführen. Charakteristisch für Asthma ist, dass im beschwerdefreien Intervall keine Funktionseinschränkungen oder Symptome bestehen. Die chronische Entzündung der Atemwege wird daher von Patientinnen/Patienten unterschiedlich empfunden: Haben manche nur geringe Beschwerden, so sind andere in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Asthma gilt in der Schulmedizin derzeit als nicht heilbar. In einigen Fällen kann es aber vorkommen, dass ein kindliches Asthma im Erwachsenenalter verschwindet bzw. weniger schwer verläuft. Die Verkrampfung der Bronchialmuskulatur ist bei Asthma manchmal spontan, in den meisten Fällen aber durch medikamentöse Therapie reversibel (rückgängig). Das bedeutet, dass sich die Verkrampfung löst und die Atmung wieder unbehindert ablaufen kann.

Ist Asthma heilbar?

Asthma, das in der Kindheit erstmalig auftritt, kann im weiteren Leben verschwinden. Teilweise nehmen die Beschwerden deutlich ab. Die Ursache, warum Asthma entsteht oder verschwindet, ist noch nicht vollständig geklärt. Medikamente können die Beschwerden lindern, heilen können sie die Erkrankung nicht. Viele Erkrankte können mit Medikamenten die Zeiträume deutlich verlängern, in denen sie keine Beschwerden haben.

Die Erkrankung kann auf jeden Fall günstig beeinflusst werden durch:

  • Vermeiden spezieller Stoffe (zum Beispiel soll bei einer Katzenallergie der Kontakt zu Katzen vermieden werden);
  • bewusstes Verhalten (zum Beispiel das Führen eines Asthmatagebuches). Dieses wird bei einer Patientenschulung vermittelt;
  • Medikamente.

Langzeitfolgen

Wird Asthma unzureichend behandelt, verändern sich die Atemwege durch die chronischen Entzündungsvorgänge. Die Bronchialwand vernarbt, die Muskulatur verdickt.

Mögliche Spätfolgen:

  • dauerhafte Veränderungen der Struktur der Atemwege
  • Elastizitätsverlust mit daraus folgender Überblähung der Lunge
  • Einengung der Atemwege

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