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Junge Frau mit Heuschnupfen © Balin

Asthma: Prävention

Bestehende Überempfindlichkeiten oder gar Beschwerden, die auf eine Atemwegserkrankung hindeuten, sollten möglichst rasch medizinisch abgeklärt werden. Nur so kann einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und der möglichen Entwicklung von Asthmasymptomen vorgebeugt werden . . .

Überempfindlichkeit rechtzeitig erkennen

Wichtig ist es, schon die ersten Anzeichen für eine mögliche Überempfindlichkeit (Atembeschwerden, Heuschnupfen, Ausschlag etc.) ernst zu nehmen und eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Nur so kann der Auslöser identifiziert werden. Expertinnen und Experten empfehlen, asthmaauslösende Stoffe bzw. asthmaverstärkende Situationen nach Möglichkeit zu vermeiden (die sogenannte Expositionsprophylaxe). Bei Beschwerden, die auf eine Allergie zurückzuführen sind, wenden Sie sich an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt. Sie/er wird die Erstbefragung (Anamnese) durchführen und Sie für alle nötigen Untersuchungen (z.B. Allergietest, Spirometrie) an eine Fachärztin/einen Facharzt überweisen. Auf Basis dieser Untersuchungsergebnisse wird die weiterführende Behandlung festgelegt.

Asthmabegünstigende Erkrankungen

Bestimmte Erkrankungen können – unbehandelt – das Entstehen von Asthma begünstigen. Dazu gehören Allergien oder allergisch bedingte Erkrankungen. Daher ist es wichtig, Beschwerden (lang andauernder Husten, Auswurf etc.) rechtzeitig medizinisch abklären und behandeln zu lassen.

  • Allergien: Eine Allergie ist eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems. Bei Kontakt mit einer an sich harmlosen Substanz reagiert der Körper mit einer überschießenden immunologischen Reaktion und produziert meist spezifische Abwehrstoffe (Antikörper). Dies löst die allergische Reaktion und spezifische Beschwerden aus und kann zu unterschiedlichen Krankheitsbildern führen: Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen (allergische Rhinitis), Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) Da eine Allergie eine Systemerkrankung ist, d.h. den gesamten Organismus betrifft, kann sie auch eine Entzündungsreaktion in den Bronchien verursachen. Daher erhöhen Allergien und allergisch bedingte Erkrankungen die Asthmaanfälligkeit.

  • Bronchitis: Bei der akuten Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der Bronchien, die durch Krankheitserreger – wie z.B. Viren, seltener Bakterien – ausgelöst wird. Bronchitis tritt vor allem in der kalten Jahreszeit auf und kann mit anderen Infekten verbunden sein. Eine akute Bronchitis heilt bei richtiger Therapie meist aus. Heilt eine Bronchitis trotz therapeutischer Bemühungen nicht aus, spricht man von einer chronischen Bronchitis. Eine nicht oder nicht ausreichend behandelte Bronchitis kann Asthmabeschwerden verstärken. Nähere Informationen finden Sie unter Bronchitis.

Einfluss von Lebensstil und Umwelt

Gesundheit hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Lebensstil und Umweltbedingungen können dabei eine wichtige Rolle spielen. Da wir sie teilweise selbst beeinflussen können, sind sie für die Vorbeugung besonders wichtig. Asthmaerkrankungen nehmen weltweit zu. Veränderte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, ebenso wie die Inhalation von Zigarettenrauch, werden von der Wissenschaft als Hauptgründe für diese Zunahme angeführt.

Ernährung

Unsere Ernährung beeinflusst unseren Gesundheitszustand und unsere Abwehrkräfte. Eine ausgewogene, gesunde (vitaminreiche, kalorienbewusste, fleischarme) Ernährung ist zur Gesundheitsvorsorge, aber auch im Fall einer Erkrankung wichtig. Zudem belegen wissenschaftliche Untersuchungen, dass Übergewicht die Asthmabehandlung erschwert. Eine Gewichtsreduktion ist daher für Asthmakranke zielführend. Nähere Informationen zu gesunder Ernährung sowie hilfreiche Links, Downloads und Ansprechstellen finden Sie unter Ernährung.

Bewegung

Regelmäßige körperliche Bewegung hat viele positive Wirkungen: Sie verbessert die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit und stärkt das Vertrauen in den eigenen Körper. Bewegung hilft, das normale Körpergewicht zu halten oder Gewicht abzubauen. Für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen bedeutet das auch eine verbesserte Lebensqualität. Ein regelmäßiges, individuelles Trainingsprogramm kann somit ein wichtiger Bestandteil der Therapie sein. Deshalb wird sportliche Betätigung bei Asthma grundsätzlich empfohlen. Voraussetzung dafür ist eine stabile medikamentöse Einstellung. Außerdem sollte die Sportart keine zu starke Reizung des Bronchialsystems auslösen.

Schonend für die Bronchien sind alle Formen von Gymnastik, Jogging, Radfahren oder Schwimmen im warmen Wasser. Wenn Sie an einer Atemwegserkrankung leiden, sollten Sie das Thema Sport mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abklären.

Weitere Informationen finden Sie unter Bewegung.

Achtung! Stark gechlortes Wasser kann Asthmabeschwerden auslösen!

Stress

Auch die Psyche ist wichtig für das Immunsystem. Bislang fehlen wissenschaftliche Beweise, dass psychische Belastungen die Ursache von Asthma oder Allergien sein können. Erwiesen ist aber, dass Stress das Immunsystem schwächt und Asthmasymptome verstärken kann. Daher ist es hilfreich, sich nicht unnötig unter Druck zu setzen und Stress bewusst zu vermeiden bzw. diesem gezielt mit Entspannungstechniken entgegenzuwirken.

Rauchen

Bei Raucherinnen und Rauchern werden durch den Tabakkonsum die Flimmerhärchen der Bronchialschleimhaut in ihrer Funktion gestört. Dadurch funktioniert die Selbstreinigung der Bronchien nicht mehr ausreichend. In Folge sind Raucher/innen anfälliger für Erkrankungen der Atemwege. Im Krankheitsfall verläuft die Erkrankung oft schwerer oder kann chronisch werden. Aus dem aktuellen Report des Deutschen Krebsforschungszentrums geht hervor, dass vor allem Raucherinnen/Raucher ein besonders hohes Risiko für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) haben. Zudem steigt die Lungenkrebsrate. Rauchen in der Schwangerschaft erhöht bereits bei Ungeborenen das Risiko für Gesundheitsschäden

Kinder rauchender Eltern leiden vermehrt an Atemwegserkrankungen, Asthma und Mittelohrentzündungen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass jede Form der Belastung durch Zigarettenrauch die Wirksamkeit einer medikamentösen anti-entzündlichen Asthmabehandlung senkt. Patientinnen und Patienten mit Asthma sollten daher grundsätzlich weder aktiv noch passiv rauchen und verrauchte Räume meiden!

Unter Rauchstopp erfahren Sie, wie Sie sich vom Glimmstengel verabschieden können.

Umweltbelastung

Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung und vermehrter Einsatz von Chemikalien tragen ebenfalls dazu bei, dass Atemwegserkrankungen in Industriestaaten ansteigen. Die Diskussion darüber wird jedoch von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kontroversiell geführt. Laut Untersuchungen der US-amerikanischen Umweltbehörde (Environmental Protection Agency, EPA) sind wir im Alltag rund 60.000 Chemikalien ausgesetzt. Rund 13.000 dieser Chemikalien sind Bestandteile von Lebensmitteln, Kosmetika, Arzneien und Pflanzenschutzmitteln. Ein Teil dieser Substanzen verfügt über ein allergieauslösendes Potenzial.

Für folgende Luftschadstoffe ist der Einfluss auf die Asthmaentstehung bzw. die Verschlechterung eines vorbestehenden Asthmas mittlerweile wissenschaftlich bewiesen:

  • Feinstaub, wie Diesel-Rußpartikel
  • Stickoxide, Ozon,
  • Tabakrauch (in Innenräumen),
  • atmosphärische Schwebstäube (in der Außenluft).

Weitere Informationen zu Luftschadstoffen finden Sie unter Luftverschmutzung & Gesundheit.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Verdacht auf eine Erkrankung wenden Sie sich an Ihre Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt oder – abhängig von den Beschwerden – an eine Fachärztin bzw. einen Facharzt für Lunge, Hals-Nasen-Ohren oder Kinder- und Jugendheilkunde. Sie/er wird die nötigen Untersuchungen durchführen und eventuell erforderliche Folgeuntersuchungen veranlassen.

Infektionen unbedingt vorbeugen

Infekte können den gesamten Organismus schwächen. Im Falle einer Überempfindlichkeit oder einer Atemwegserkrankung hilft eine entsprechende Gesundheitsvorsorge, Entzündungsreaktionen und Infektionen vorzubeugen. Bestehende Gesundheitsrisiken können dadurch verkleinert und eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes verhindert werden.

Expertinnen und Experten raten vor allem älteren Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) sowie Personen mit geschwächter Immunabwehr zu Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken.

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