Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Staubmilben © Sebastioan Kaulitzki

Asthma: Formen

Je nach krankheitsauslösendem Reiz wird zwischen allergisch und nicht allergisch bedingtem Asthma unterschieden. Allergisches Asthma ist die häufigste Form, beginnt meist in der Kindheit und kann von Allergien anderer Organsysteme (sogenannten Atopien wie z.B. Heuschnupfen) begleitet sein. Auch bei Erwachsenen sind Allergien häufig – in bis zu 80 Prozent der Fälle – primäre Krankheitsverursacher.

Nicht allergisches Asthma beginnt typischerweise erst im Erwachsenenalter. Oft treten auch Mischformen auf. Die Identifikation der Auslöser liefert wichtige Hinweise auf mögliche vorbeugende, therapeutische und rehabilitative Ansätze.

Allergisches Asthma

Eine Allergie ist eine krank machende Unverträglichkeit als Reaktion auf normalerweise harmlose Bestandteile in unserer Umgebung. Der Körper reagiert mit einer überschießenden Abwehrreaktion durch das Immunsystem. Übermäßig viele Antikörper vom Typ Immunglobulin E (IgE) werden gebildet, Histamin (körpereigener Botenstoff) wird ausgeschüttet, die Blutgefäße weiten sich, und Schwellungen entstehen. Die IgE-Antikörper ermöglichen den Nachweis von allergischem (exogenem/extrinsischem) Asthma.

Beim Erstkontakt mit der betreffenden Substanz erfolgt eine Sensibilisierung, d.h., es bilden sich allergenspezifische Antikörper. Erst beim Zweitkontakt kann es zur allergischen Reaktion kommen. Meist (in 90 Prozent der Fälle) handelt es sich um eine Sofortreaktion (Typ-1-Allergie) innerhalb von Sekunden bis Minuten, in einigen Fällen um eine Spätreaktion (nach bis zu einigen Stunden). Der Kontakt mit dem Allergen muss nicht unbedingt über die Atemwege erfolgen. Spezifische IgE-Antikörper (z.B. gegen Birkenpollen) können auch sensibel auf Allergene aus anderen Quellen (z.B. Äpfel) reagieren. Der Verzehr von Äpfeln kann beispielsweise bei Birkenpollenallergikerinnen bzw. -allergikern allergische Reaktionen verursachen. Man spricht in diesem Fall von Kreuzallergie.

Zu den häufigsten allergieauslösenden Stoffen zählen Hausstaubmilben, Tierhaare (vor allem Katzenhaare), Pollen und Schimmelpilzsporen. Auch kann Insektengift (Bienen, Wespen) bei sensibilisierten Menschen zu einer unter Umständen lebensbedrohlichen Sofortallergie führen (Anaphylaxie). Eine untergeordnete Rolle spielen bei der Entstehung von Asthma bestimmte Lebensmittel wie Nüsse, Milch, Eier etc. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und nicht um eine echte Allergie. Auch Lebensmittelzusätze und Bestandteile von Medikamenten können als Auslöser fungieren. Für einige Formen des allergischen Asthmas (z.B. Pollenallergie) gibt es spezifische Behandlungsmöglichkeiten (Hyposensibilisierung).

Nicht allergisches Asthma

Darunter werden alle Formen von Asthma ohne allergischen Auslöser zusammengefasst. Im Körper laufen ebenfalls Entzündungsvorgänge ab, die auslösenden Faktoren sind jedoch nicht einfach zu bestimmen. Unterschieden werden drei Unterformen des nicht allergischen Asthmas (endogenes/intrinsisches Asthma), die auch gleichzeitig vorliegen können:  

Infektasthma entsteht nach viralen oder bakteriellen Infekten der Atemwege (Bronchitis), der Lunge und der Nasennebenhöhlen (Sinusitis). Infektionen können die asthmatypische Entzündungsreaktion und die bronchiale Überempfindlichkeit verstärken.

Irritatives Asthma liegt vor, wenn chemische oder physikalische Reize als Auslöser wirken.

  • physikalische Reize: v.a. Nebel, kalte bzw. feuchte Luft.
  • chemische Reize: v.a. Zigarettenrauch, Straßenstaub, Auspuffgase (Stickoxide), Ozon. Atmungsreizstoffe können auch Haarspray, Farbdämpfe oder Duftstoffe (Parfums, ätherische Öle) sein bzw. Stoffe, die am Arbeitsplatz eingeatmet werden (z.B. Nitrosegase, Schwefeldioxid, Chlorgase).

Belastungsasthma tritt bei körperlicher Anstrengung auf. Bei Leistungssportlern können noch zusätzliche Auslöser hinzukommen wie z.B. Chlorgas bei Schwimmern. Die Asthmabeschwerden treten während und vor allem nach körperlicher Belastung auf.

Schweregrade der Asthmaerkrankung

Bei zeitweilig einsetzendem (intermittierendem) Asthma treten die Beschwerden (Hustenanfälle, pfeifende Atmung, Atemnot etc.) anfallsartig, nur zu bestimmten Zeiten, bei Kontakt mit bestimmten Substanzen oder bei speziellen Belastungen auf. Bei dauerndem (persistierendem) Asthma leiden die Betroffenen hingegen ständig an den Symptomen. Die Therapiewahl erfolgt in Abhängigkeit vom Schweregrad (leicht, mittelschwer, schwer). 

Beratung & Hilfe

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse