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Staubmilben © Sebastioan Kaulitzki

Asthma: Formen

Die Medizin unterscheidet zwischen allergisch bedingtem und nicht allergisch bedingtem Asthma – abhängig von den Reizen, die als Krankheitsauslöser wirken. Das Wissen um diese spezifischen Reize liefert wichtige vorbeugende, therapeutische, rehabilitative und oft auch prognostische Hinweise . . .

Allergisches (exogenes/extrinsisches) Asthma

Eine Allergie ist eine krank machende Unverträglichkeit als Reaktion auf normalerweise harmlose Bestandteile in unserer Umgebung. Der Körper reagiert mit einer überschießenden Abwehrreaktion durch das Immunsystem. Übermäßig viele Antikörper vom Typ Immunglobulin E (IgE) werden gebildet, Histamin (körpereigener Botenstoff) wird ausgeschüttet, die Blutgefäße weiten sich, und Schwellungen entstehen. Die IgE-Antikörper ermöglichen den Nachweis von allergischem Asthma.

Beim Erstkontakt mit der betreffenden Substanz erfolgt eine Sensibilisierung, d.h., es bilden sich allergenspezifische Antikörper. Erst beim Zweitkontakt kann es zur allergischen Reaktion kommen. Meist (in 90 Prozent der Fälle) handelt es sich um eine Sofortreaktion (Typ-1-Allergie) innerhalb von Sekunden bis Minuten, in einigen Fällen um eine Spätreaktion (bis zu einigen Stunden). Der Kontakt mit dem Allergen muss nicht unbedingt über die Atemwege erfolgen. Spezifische IgE-Antikörper (z.B. gegen Birkenpollen) können auch sensibel auf Allergene aus anderen Quellen (z.B. Äpfel) reagieren. Der Verzehr von Äpfeln kann beispielsweise bei Birkenpollenallergikerinnen bzw. -allergikern allergische Reaktionen verursachen. Man spricht in diesem Fall von Kreuzallergie.

Zu den häufigsten allergieauslösenden Stoffen zählen Hausstaubmilben, Tierhaare (vor allem Katzenhaare), Pollen und Schimmelpilzsporen. Auch kann Insektengift (Bienen, Wespen) bei sensibilisierten Menschen zu einer unter Umständen lebensbedrohlichen Sofortallergie führen (Anaphylaxie). Eine untergeordnete Rolle spielen bei der Entstehung von Asthma bestimmte Lebensmittel wie Nüsse, Milch, Eier etc. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und nicht um eine echte Allergie. Auch Lebensmittelzusätze und Bestandteile von Medikamenten können als Auslöser fungieren. Für einige Formen des allergischen Asthmas (z.B. Pollenallergie) gibt es spezifische Behandlungsmöglichkeiten (Hyposensibilisierung).

Nicht allergisches (endogenes/intrinsisches) Asthma

Darunter werden alle Formen von Asthma ohne allergischen Auslöser zusammengefasst. Im Körper laufen ebenfalls Entzündungsvorgänge ab, die auslösenden Faktoren sind jedoch nicht einfach zu bestimmen. Oft führt ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren (Virusinfektionen und unspezifische Reize, z.B. körperliche Belastungen) zur Entstehung von Asthmasymptomen.

In der Literatur werden unter dieser Form des Asthmas auch folgende Bezeichnungen zusammengefasst:

  • Infektasthma entsteht nach viralen oder bakteriellen Infekten der Atemwege (Bronchitis), der Lunge und der Nasennebenhöhlen (Sinusitis). Infektionen können die asthmatypische Entzündungsreaktion und die bronchiale Überempfindlichkeit verstärken.

  • Irritatives Asthma liegt vor, wenn chemische oder physikalische Reize als Auslöser fungieren. Zu den physikalischen Reizen zählen vor allem Nebel, kalte bzw. feuchte Luft. Klassische chemische Reize sind z.B. Zigarettenrauch, Straßenstaub, Auspuffgase (Stickoxide), Ozon. Atmungsreizstoffe können auch Haarspray, Farbdämpfe oder Duftstoffe (Parfums, ätherische Öle) sein bzw. Stoffe, die am Arbeitsplatz eingeatmet werden (z.B. Nitrosegase, Schwefeldioxid, Chlorgase).

  • Belastungsasthma tritt bei körperlicher Anstrengung auf. Bei Leistungssportlern können noch zusätzliche Auslöser hinzukommen wie beispielsweise Chlorgas bei Schwimmern. Die Asthmabeschwerden treten während und vor allem nach körperlicher Belastung auf.

Was unterscheidet die beiden Asthmaformen?

Am häufigsten verbreitet ist das allergische Asthma. Es beginnt meist in der Kindheit und kann von Allergien anderer Organsysteme (sogenannten Atopien; z.B. Heuschnupfen) begleitet sein. Auch bei Erwachsenen sind Allergien häufig – in bis zu 80 Prozent der Fälle – primäre Krankheitsverursacher. Nicht allergisches Asthma hingegen tritt typischerweise erst im Erwachsenenalter auf. Die bronchiale Überempfindlichkeit ist meist stärker ausgeprägt als bei allergischem Asthma. Oft findet man auch Mischformen, also Asthmabeschwerden, die sowohl durch allergische als auch nicht allergische Reize entstehen.

Schweregrade der Asthmaerkrankung

Die Medizin unterscheidet zwischen zeitweilig aussetzendem (intermittierendem) und dauerndem (persistierendem) Asthma. Das bedeutet, dass manche Menschen ständig an den Symptomen (Hustenanfällen, pfeifender Atmung, Atemnot etc.) leiden, andere anfallsartig, nur zu bestimmten Zeiten, bei Kontakt mit spezifischen Substanzen, bei speziellen Belastungen etc. Bei dauerndem Asthma wird in persistierend leicht, mittelschwer, schwer unterteilt.

Der Schweregrad hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Form des Asthmas (allergisch, nicht allergisch)
  • erbliche Prägung
  • Stärke der Entzündung in den Atemwegen
  • Empfindlichkeit der Bronchialschleimhaut auf die eingeatmeten Substanzen
  • mögliche Verschlechterung des Krankheitsverlaufs durch Infektionen, körperliche Anstrengung etc.

Hinweis Die Einteilung in Schweregrade ist ausschlaggebend für die antiobstruktive Dauertherapie. Die modernen Therapieempfehlungen bei Asthma orientieren sich zudem an der regelmäßigen Beobachtung der Erkrankung (Krankheitskontrolle).


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