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Arzt mit Stethoskop © Aycatcher

Asthma: Diagnose

Viele Lungenerkrankungen werden oft erst in einem relativ späten Stadium erkannt. Eine frühzeitige Diagnose ist jedoch für das Ansprechen auf die Therapie und für den Langzeitverlauf der Erkrankung entscheidend. Dies kann der Patientin/dem Patienten in weiterer Folge eine bessere Lebensqualität ermöglichen. Bei Verdacht auf Asthma bronchiale (z.B. bei lang andauerndem Husten) sollte daher umgehend eine Untersuchung von Lunge und Atemwegen erfolgen . . .

Von der Diagnose zur Therapie

Die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt ist zuständig für die Ersterhebung der Krankengeschichte (Anamnese), führt die Untersuchung durch und entscheidet über notwendige weiterführende Untersuchungen (Lungenfunktionstest, Allergietest etc.). Diagnostische Verfahren werden dabei im Sinne einer Stufendiagnostik eingesetzt. Das heißt, für alle nötigen Folgeuntersuchungen wird eine Überweisung an die zuständige Stelle ausgestellt.

Eine spezifische Lungen- und Allergiediagnostik wird in Zusammenarbeit mit einer Lungenfachärztin/einem Lungenfacharzt, einem Allergieambulatorium oder einer Spitalsambulanz durchgeführt. Nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse werden diese der Patientin/dem Patienten durch das Ambulatorium, das Spital, die Fachärztin/dem Facharzt mitgeteilt. Die überweisende Stelle wird mittels eines Arztbriefes über das Untersuchungsergebnis informiert. Sind alle erforderlichen Untersuchungen abgeschlossen, legt die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt aufgrund der erstellten Diagnose mit der Patientin/dem Patienten gemeinsam einen Behandlungsplan fest.

Wie wird Asthma diagnostiziert?

Als Standards zur Absicherung einer Asthmadiagnose gelten folgende Basisuntersuchungen:

  • Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte),
  • körperliche Untersuchung,
  • weiterführende Untersuchungen

Nach Möglichkeit sollte der Auslöser der Beschwerden identifiziert werden. Außerdem ist auch der Asthmaschweregrad zu bestimmen, der nicht unbedingt mit der subjektiven Wahrnehmung der Patientin/des Patienten übereinstimmen muss.

Anamnese

Die Ärztin/der Arzt macht sich durch eine ausführliche Befragung der Patientin/des Patienten ein Bild von der Erkrankung. Alle medizinisch wichtigen Daten, die für eine gezielte Diagnostik relevant sind, werden ermittelt: die Symptome und deren zeitlicher Verlauf (Auftreten, Dauer, Häufigkeit, Variabilität im Tages- und Jahresverlauf, Auslöser), das Vorkommen von Allergien und Asthma in der Familie, die medizinische Vorgeschichte, Details der Beschwerden, Lebensgewohnheiten, Beruf etc.

Die Zusammenarbeit mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gelingt besonders gut, wenn Sie ihr/ihm Ihre Informationen, Beobachtungen und Erfahrungen übermitteln. Deshalb ist es sinnvoll, sich bereits im Vorfeld eines Arztbesuches Notizen zu machen. Im Gespräch geht es vor allem um die Beantwortung folgender Fragen:

  • Welche Krankheiten (insbesondere der Atemwege) sind in Ihrer Familie bekannt?
  • Sind Allergien oder allergieähnliche Erkrankungen bekannt (zum Beispiel Neurodermitis oder Heuschnupfen)?
  • Verändern sich die Beschwerden bei Kontakt mit Tieren, Pflanzen oder Nahrungsmitteln?
  • Wann sind die Beschwerden erstmalig aufgetreten?
  • Wie sind Sie bisher behandelt worden?
  • Welche Faktoren lösen die Beschwerden aus?
  • Wann sind die Beschwerden stärker oder schwächer: tagsüber oder in der Nacht?
  • Treten die Beschwerden mit einer jahreszeitlichen Abhängigkeit auf?
  • Verändern sich die Beschwerden an speziellen Orten, am Arbeitsplatz, bei Ortswechsel oder im Urlaub?
  • Rauchen Sie oder Ihre Angehörigen? Wie wirkt sich Tabakrauch aus, wenn Sie selbst rauchen oder mit Rauchenden zusammen in einem Raum sind?
  • Wie wirkt sich körperliche Anstrengung aus?

Dadurch ergeben sich erste wichtige Hinweise auf die Art der Erkrankung und die Auswahl geeigneter weiterer Untersuchungsmethoden. Bei Vorliegen einer möglichen allergischen Ursache ist eine spezifische, individuelle Anamnese und Untersuchung wegen der notwendigen gezielten Therapie von besonderer Bedeutung.

Körperliche Untersuchung

Es wird eine gründliche körperliche Untersuchung inklusive Abhören und Abklopfen der Lunge vorgenommen. Damit wird die Ausgangssituation bestimmt, die auch für die spätere Verlaufskontrolle von Bedeutung sein kann (Verbesserung des Gesundheitszustands, Symptomreduktion).

Weiterführende Untersuchungen

Folgende weitere Untersuchungen können zum Einsatz kommen:

Ablauf der fachärztlichen Untersuchung

Bereits mit einem einfachen Lungenfunktionstest können Erkrankungen wie Asthma oder COPD leicht festgestellt werden. Dem Funktionstest gehen eine sorgfältige Befragung (Anamnese) und eine klinische Untersuchung (inklusive Auskultation, Perkussion) voraus.

Abhängig von den Ergebnissen der Basisuntersuchungen können weitere Untersuchungen durchgeführt werden, wie z.B.:

  • Allergieaustestung,
  • Provokationstest,
  • Lungenröntgen,
  • Bestimmung der Sauerstoffwerte im Blut,
  • Belastungsuntersuchungen etc.

Eine Röntgenaufnahme der Organe des Brustkorbs (Herz, Lunge, Gefäße) stellt die Basis der bildgebenden Verfahren dar. Sie kann bei Erstdiagnose eines Asthma bronchiale vor allem zur Abgrenzung von anderen Erkrankungen sinnvoll sein. Bei einem schweren Asthma bronchiale können noch weitere bildgebende Untersuchungen sinnvoll sein: z.B. Computertomographie.

Zudem sind folgende Untersuchungen möglich:

Ausschluss alternativer Diagnosen

Die Diagnose des Asthmas bronchiale stützt sich neben der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den weiteren Untersuchungen (Lungenfunktionsdiagnostik, Allergiediagnostik) auch auf den Ausschluss alternativer Diagnosen (Differenzialdiagnosen) u.a. mithilfe bildgebender Verfahren. Asthma bronchiale kann normalerweise von anderen Krankheitsbildern mit Atemnot und einem pfeifenden Atemgeräusch einfach abgegrenzt werden. So ist beispielsweise die Atemnot bei Patientinnen/Patienten mit Linksherzinsuffizienz durch feuchte Rasselgeräusche über der Lunge, meist ein verändertes EKG-Bild und andere Merkmale gekennzeichnet.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die regelmäßige Untersuchung der Atemwege und Lunge wenden Sie sich an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt. Zur Abklärung eines Verdachts auf Asthma wird Sie Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt für weiterführende Untersuchungen zur Fachärztin/zum Facharzt für Pulmologie überweisen. Bei Beschwerden können Sie ebenfalls Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt kontaktieren. Abhängig von den Symptomen kann eine Überweisung an eine Fachärztin/einen Facharzt für Pulmologie notwendig sein. Es ist sinnvoll, relevante Vorbefunde, Röntgenbilder und eine Liste der verwendeten Medikamente zur Untersuchung mitzubringen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Grunddiagnostik ist bei einem Krankheitsverdacht durch die Sozialversicherung abgegolten. Weiterführende radiologische Untersuchungen wie beispielsweise eine Computertomografie sind bewilligungspflichtig, da sie nicht zu den Standarduntersuchungsmethoden zählen.

Die Kosten für die fachärztliche Untersuchung werden von der Sozialversicherung übernommen.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherungsträger finden.

Beratung & Hilfe

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