Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Patient im Intensivraum © sudok1

Organspende von Verstorbenen: Hirntod Diagnostik

Voraussetzung für die Durchführung einer Organentnahme ist die Feststellung des Todes durch eine Ärztin/einen Arzt. Wenn das Gehirn ohne Blut- und Sauerstoffversorgung bleibt, beginnen nach kurzer Zeit Gehirnzellen abzusterben. Schon nach wenigen Minuten können die Hirnfunktionen unwiederbringlich verloren sein. Durch intensivmedizinische Maßnahmen ist es möglich, Beatmung und Kreislauf künstlich aufrechtzuerhalten und so die Blutversorgung der Organe zu gewährleisten. Ist jedoch bereits die gesamte Funktion des Groß- und Kleinhirns sowie des Hirnstamms unwiederbringlich ausgefallen, so ist der Hirntod eingetreten. Der Hirntod ist der sichere Tod des Menschen.

Ursachen für den unwiederbringlichen Verlust der Hirnfunktionen sind z.B.

  • Hirnblutungen,
  • schwere Kopfverletzungen (Schädel-Hirn-Trauma),
  • Gehirntumore,
  • Atemstillstand oder 
  • Herz-Kreislauf-Stillstand.

Koma und Hirntod: Die Unterschiede

Liegt ein Koma vor, sind die Hirnfunktionen teilweise erhalten und nachweisbar. Beim Hirntod sind alle Funktionen des Gehirns unwiederbringlich ausgefallen. Dieser Ausfall ist durch eine Reihe von speziellen Untersuchungen (z.B. Elektroenzephalographie) nachweisbar.

Diagnostik des Hirntodes

Der Tod eines Menschen muss durch eine Ärztin/einen Arzt festgestellt werden, die/der weder die Entnahme des Organs noch die Transplantation durchführt und auch sonst an diesen Eingriffen nicht beteiligt oder durch sie betroffen ist.

Die Feststellung des Todes erfolgt nach dem Stand der Wissenschaft. Zur Vereinheitlichung der Vorgangsweise wurde vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) eine „Empfehlung zur Durchführung der Hirntoddiagnostik bei einer geplanten Organentnahme“ entsprechend eines Beschlusses des Obersten Sanitätsrates erarbeitet und veröffentlicht.

Der Hirntod wird über eine fixe Abfolge verschiedener Untersuchungen festgestellt: Liegt eine primäre (z.B. Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutung) oder sekundäre Hirnschädigung (z.B. Sauerstoffunterversorgung nach Herzstillstand) vor, werden Vorgeschichte und Befunde der Betroffenen/des Betroffenen erhoben. Vor Beginn der Hirntoddiagnostik muss ausgeschlossen werden, dass der Betroffenen/dem Betroffenen keine hohe Dosis von zentral wirksamen Substanzen verabreicht wurden, die das Ergebnis der Untersuchungen beeinflussen könnten.

Es erfolgen zwei klinische Untersuchungen. Dabei werden das fehlende Bewusstsein sowie das Fehlen sämtlicher Hirnstammreflexe (z.B. keine Pupillenreaktion auf Licht) überprüft und der Apnoetest durchgeführt. Im Anschluss werden ergänzende Untersuchungen gemacht, vorrangig die Elektroenzephalographie (EEG), mit der die elektrische Inaktivität des Gehirns gemessen und grafisch dargestellt werden kann. Die Untersuchungsergebnisse werden genau dokumentiert. Mit der Diagnose „Hirntod“ ist der Tod eines Menschen eindeutig festgestellt.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse