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Jungpflanze in Menschenhänden © ipopba
Jungpflanze in Menschenhänden © ipopba

Natur erleben: Mensch und Umwelt

Österreich ist mit seiner abwechslungsreichen Landschaft und seinen vielfältigen Lebensräumen eines der artenreichsten Länder Mitteleuropas – hierzulande lassen sich etwa 45.000 Tierarten sowie 3.000 Farn- und Blütenpflanzen bestaunen. Jedoch sind in Österreich 4.000 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Immer öfter muss der Mensch erkennen, dass die biologische Vielfalt der Erde nicht unbegrenzt zur Verfügung steht und wir von ihr abhängig sind. Darüber hinaus wird auch unsere Gesundheit in vielfältiger Weise durch Veränderungen in der Umwelt und den Klimawandel beeinflusst. 

Biologische Vielfalt in Gefahr

In Zusammenhang mit Flora und Fauna fallen häufig die Begriffe Biologische Vielfalt bzw. Biodiversität. Die biologische Vielfalt meint das Naturerbe, die Gesamtheit aller Lebensformen auf der Erde – egal ob Tiere, Pflanzen, Pilze, Algen, Bakterien oder Viren. Sie ist unsere essenzielle Lebensgrundlage - liefert Wasser, Luft, Energie, Nahrungsmittel, Bau- und andere Rohstoffe für Textilien, Medikamente u.v.m. Biodiversität setzt sich zusammen aus der Lebensraum-, der Arten- und der genetischen Vielfalt. Sie ist für das Funktionieren von Ökosystemen unabdingbar.

Leider ist es in erster Linie der Mensch selbst, der die biologische Vielfalt durch sein Handeln gefährdet. Negativen Einfluss zeigen u.a. die Verschmutzung von Luft, Gewässern und Böden, auch Licht- und Lärmverschmutzung zählen dazu. Die übermäßige Nutzung von Ressourcen wie Flächen, Meeren, Wäldern, Energie, der Flächenverlust durch Bebauungen, die Emission von Treibhausgasen u.v.m. tragen auch wesentlich zur Gefährdung bei. Zu den (Wirtschafts-)Bereichen, die auf die biologische Vielfalt Einfluss nehmen, zählen u.a. Siedlungs- und Verkehrsbau, Land-, Forst- und Energiewirtschaft sowie Tourismus- und Freizeitwirtschaft, Verkehr, Industrie sowie Fischerei und Bergbau.

Hinweis Die Broschüre Biodiversität erlebbar machen des Forum Umweltbildung unterstützt dabei, Kindern und Jugendlichen den Begriff der Biodiversität näherzubringen.

Klima und Gesundheit

Der Ausstoß an Treibhausgasen steigt seit Beginn der Industrialisierung stark an. Dies beeinflusst die Erdatmosphäre und in weiterer Folge das Klima. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf unsere Gesundheit aus, was besonders in den Sommermonaten spürbar ist. Wir mögen zwar sonnige, warme Sommertage, merken aber, dass wir uns bei großer Hitze und dauerhaft hohen Temperaturen schnell erschöpft fühlen. Besonders Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke reagieren stark auf Hitze. Bestehende Gesundheitsprobleme können durch extreme Wetterbedingungen und Veränderungen der Umwelt verstärkt werden.

Aufgrund der längeren und wärmeren Sommer kann sich z.B. die geografische Ausbreitung von Mücken und Zecken verändern. Zudem können die Folgen des Klimawandels u.a. zu einer Zunahme von Allergien und Hautkrebs oder der Verschlechterung von Asthma bronchiale beitragen.

Die Erderwärmung beeinflusst zudem unser Ökosystem. So verlängert sich z.B. die Blühperiode vieler Pflanzen und damit auch die Allergiesaison für Menschen, die an einer Pollenallergie erkrankt sind.

Nachhaltiges Denken: Jedes Köpfchen ist gefragt

Es ist wichtig, Ressourcen nachhaltig zu nutzen, um der biologischen Vielfalt keinen Schaden zuzufügen. Unter „nachhaltig“ versteht man eine Nutzung der Natur, durch die es zu keinem permanenten Verlust an biologischer Vielfalt kommt. Sie soll gleichzeitig den Bedürfnissen der heutigen Generationen entsprechen, jedoch die Möglichkeiten künftiger Generationen nicht einschränken.

Neben nationalen und internationalen Aktivitäten zur Förderung der biologischen Vielfalt und den rechtlichen Rahmenbedingungen, wie z.B. Naturschutzgesetzen, ist der Beitrag eines/r jeden Einzelnen wichtig. Auch viele kleine "gute Taten" können Großes bewirken. Dabei kann es hilfreich sein, bestimmte Lebensbereiche kritisch zu hinterfragen:

  • Meine Wahrnehmung und Einstellung: Nehme ich die Natur bewusst wahr, und genieße ich sie? Suche ich den Dialog mit der Natur – spendet sie mir Kraft? Fallen mir Veränderungen an ihr auf? Spreche ich mit anderen Menschen über Tiere und Pflanzen? Erweitere ich meine Kenntnisse zu Flora und Fauna z.B. mit Themenwanderungen, Exkursionen, Sachbüchern?
  • Mein Lebensstil: Fahre ich viel mit dem Auto, wie viele Personen befördere ich damit? Benutze ich öffentliche Verkehrsmittel? Mache ich Wege mit dem Rad? Trenne ich meinen Abfall und führe ihn der Wiederverwertung zu (Glas, Metall, Altpapier, Kunststoffe etc.)? Wie sparsam bin ich mit Wasser? Verhalte ich mich energieschonend in meinem Wohn- und Arbeitsumfeld (Heizung, Licht, Elektrogeräte etc.)?
  • Mein Kauf- und Konsumverhalten: Kaufe ich Produkte regionaler Herkunft und biologischer Erzeugung? Kaufe ich fair gehandelte Produkte (Kaffee, Kakao, Kleidung etc.)? Verwende ich Produkte, die ressourcenschonend und langlebig sind (z.B. kein Tropenholz, keine Palmölprodukte)?
  • Mein Freizeit- und Urlaubsverhalten: Fliege ich oft mit dem Flugzeug auf Urlaub – gibt es Alternativen? Füge ich der Natur durch mein Hobby Schaden zu (z.B. Mountainbiken im Wald)? Weitere Informationen erhalten Sie unter Wald – Natur abenteuerlich erleben.
  • Mein naturnaher Garten: Verwende ich chemische Dünge- oder Pflanzenschutzmittel? Biete ich Nischen im meinem Garten für Tiere (Vogelhaus, Holzstapel, Teich)? Ist mein Rasen streng getrimmt, oder lasse ich ihm auch mal freien Lauf? Verwerte ich biologische Abfälle in einem Komposthaufen?

Mein ökologischer Fußabdruck

So komplex die Natur, so komplex ist auch unser Einfluss auf die biologische Vielfalt. Um einen besseren Überblick zum eigenen Verhalten zu bekommen, kann man seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck errechnen.

Unser Lebensstil hinterlässt Spuren auf der Welt. Wie intensiv diese sind, fällt individuell sehr unterschiedlich aus. Doch wann sind die ökologischen Grenzen unseres Planeten erreicht? Häufig ist einem selbst nicht bewusst, was im alltäglichen Leben auf Kosten der Erde geschieht. Als Maß hat sich in diesem Zusammenhang der Begriff des ökologischen Fußabdrucks etabliert: Dieser zeigt an, wie viel Fläche auf der Erde erforderlich ist, um verbrauchte Ressourcen nachwachsen zu lassen bzw. Abfälle abzubauen. Dabei zeigt er auf, dass die verfügbaren Ressourcen nicht unendlich vorhanden sind. Angegeben wird der Wert in Globalhektar. Der ökologische Fußabdruck bezieht sich u.a. auf die Lebensbereiche Wohnen, Ernährung, Mobilität und Konsum.

Hinweis Unter www.mein-fussabdruck.at können Sie Ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck anhand einer kleinen Befragung erfahren und mit dem österreichischen Durchschnitt vergleichen. Nach dem völlig unverbindlichen und anonymen Online-Test erhalten Sie zudem Empfehlungen für Verbesserungen an Ihrer konkreten Situation. 

Nationale und internationale Umweltagenden

Zum Schutze der Umwelt und der biologischen Vielfalt gibt es zahlreiche nationale und internationale Strategien und Abkommen. Das wichtigste internationale Instrument ist die Konvention der Vereinten Nationen (United Nations) über die biologische Vielfalt, der Österreich 1995 beigetreten ist und die im österreichischen Bundesgesetz verankert ist (BGBL. 213/1995, i.d.g.F.). Österreich hat sich in diesem Übereinkommen dazu verpflichtet, nationale Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu setzen, darunter fallen z.B. die Naturschutzgesetze der Länder, diverse Natur- und Artenschutzprojekte, Einrichtung von Schutzgebieten (Nationalparks etc.), Erstellung einer Nationalen Biodiversitäts-Strategie sowie das Umweltkontroll- und das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz.

Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+

Die Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+ legt Ziele und Maßnahmen für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Österreich fest. Diese orientieren sich an den von der EU sowie international – im Rahmen des Übereinkommens Biologische Vielfalt – vorgegebenen Zielsetzungen.

Weitere Informationen erhalten Sie online unter www.bmk.gv.at.


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