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Jungpflanze in Menschenhänden © ipopba

Natur erleben: Mensch und Umwelt

Österreich ist mit seiner abwechslungsreichen Landschaft und seinen vielfältigen Lebensräumen eines der artenreichsten Länder Mitteleuropas – hierzulande lassen sich knapp unter 3.000 Farn- und Blütenpflanzenarten, ca. 100 Säugetierarten und 40.000 Insektenarten bestaunen. Doch rund ein Drittel der Wirbeltierarten und 40 Prozent der Farn- und Blütenpflanzen gelten bei uns als gefährdet. Immer öfter muss der Mensch erkennen, dass die biologische Vielfalt der Erde nicht unbegrenzt zur Verfügung steht und wir von ihr abhängig sind . . .

Biologische Vielfalt „limited edition“

Die Biologische Vielfalt ist unsere essenzielle Lebensgrundlage, liefert Wasser, Luft, Energie, Nahrungsmittel, Bau- und andere Rohstoffe für Textilien, Medikamente u.v.m. In Zusammenhang mit Flora und Fauna spricht man häufig von der biologischen Vielfalt bzw. der Biodiversität. Darunter versteht man das Naturerbe, die Gesamtheit aller Lebensformen auf der Erde – egal ob Tiere, Pflanzen, Pilze, Algen, Bakterien oder Viren. Biodiversität setzt sich zusammen aus der Lebensraum-, der Arten- und der genetischen Vielfalt. Sie ist für das Funktionieren von Ökosystemen unabdingbar.

Leider ist es in erster Linie der Mensch selbst, der die biologische Vielfalt durch sein Handeln gefährdet. Negativen Einfluss zeigen u.a. die Verschmutzung von Luft, Gewässern und Böden, auch Licht- und Lärmverschmutzung zählen dazu. Die übermäßige Nutzung von Ressourcen wie Flächen, Meeren, Wäldern, Energie, der Flächenverlust durch Bebauungen, die Emission von Treibhausgasen u.v.m. tragen auch wesentlich zur Gefährdung bei. Zu den (Wirtschafts-)Bereichen, die auf die biologische Vielfalt Einfluss nehmen, zählen u.a. Siedlungs- und Verkehrsbau, Land-, Forst- und Energiewirtschaft sowie Tourismus- und Freizeitwirtschaft, Verkehr, Industrie sowie Fischerei und Bergbau.

Nachhaltiges Denken: Jedes Köpfchen ist gefragt

In den genannten Bereichen ist es wichtig, Ressourcen nachhaltig zu nutzen, um der biologischen Vielfalt keinen Schaden zuzufügen. Unter „nachhaltig“ versteht man eine Nutzung der Natur, durch die es zu keinem permanenten Verlust an biologischer Vielfalt kommt. Sie soll gleichzeitig den Bedürfnissen der heutigen Generation entsprechen, jedoch die Möglichkeiten künftiger Generationen nicht einschränken (Quelle: Broschüre „Biologische Vielfalt schützen und nachhaltig nutzen“).

Neben nationalen und internationalen Aktivitäten zur Förderung der biologischen Vielfalt und den rechtlichen Rahmenbedingungen, wie z.B. Naturschutzgesetzen, ist der Beitrag eines jeden Einzelnen von uns wichtig. Auch viele kleine gute Taten können Großes bewirken. Um sich für das Thema Umwelt & biologische Vielfalt zu sensibilisieren, kann es hilfreich sein, bestimmte Lebensbereiche kritisch zu hinterfragen (nach der Broschüre „Biologische Vielfalt fördert die Lebensqualität“):

  • Meine Wahrnehmung und Einstellung: Nehme ich die Natur bewusst wahr und genieße ich sie? Suche ich den Dialog mit der Natur – spendet sie mir Kraft? Fallen mir Veränderungen an ihr auf? Spreche ich mit anderen Menschen über Tiere und Pflanzen? Erweitere ich meine Kenntnisse zu Flora und Fauna z.B. mit Themenwanderungen, Exkursionen, Sachbüchern?
  • Mein Lebensstil: Fahre ich viel mit dem Auto, wie viele Personen befördere ich damit? Benutze ich öffentliche Verkehrsmittel? Mache ich Wege mit dem Rad? Trenne ich meinen Abfall und führe ihn der Wiederverwertung zu (Glas, Metall, Altpapier, Kunststoffe etc.)? Wie sparsam bin ich mit Wasser? Verhalte ich mich energieschonend in meinem Wohn- und Arbeitsumfeld (Heizung, Licht, Elektrogeräte etc.)?
  • Mein Kauf- und Konsumverhalten: Kaufe ich Produkte regionaler Herkunft und biologischer Erzeugung? Kaufe ich fair gehandelte Produkte (Kaffee, Kakao, Kleidung etc.)? Verwende ich Produkte, die ressourcenschonend und langlebig sind (z.B. kein Tropenholz, keine Palmölprodukte)?
  • Mein Freizeit- und Urlaubsverhalten: Fliege ich oft mit dem Flugzeug auf Urlaub – gibt es Alternativen? Füge ich der Natur durch mein Hobby Schaden zu (z.B. Mountainbiken im Wald)? Weitere Informationen erhalten Sie unter Wald – Natur abenteuerlich erleben.
  • Mein naturnaher Garten: Verwende ich chemische Dünge- oder Pflanzenschutzmittel? Biete ich Nischen im meinem Garten für Tiere (Vogelhaus, Holzstapel, Teich)? Ist mein Rasen streng getrimmt oder lasse ich ihm auch mal freien Lauf? Verwerte ich biologische Abfälle in einem Komposthaufen?

Hinweis Jeder einzelne Mensch kann mit seinem Handeln zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen. Weitere Informationen erhalten Sie unter Mein Beitrag zur biologischen Vielfalt.

So komplex die Natur, so komplex ist auch unser Einfluss auf die biologische Vielfalt. Um einen besseren Überblick zum eigenen Verhalten zu bekommen, kann man seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck errechnen.

Mein ökologischer Fußabdruck

Unser Lebensstil hinterlässt Spuren auf der Welt. Wie intensiv diese sind, fällt individuell sehr unterschiedlich aus. Häufig ist einem selbst nicht bewusst, was im alltäglichen Leben auf Kosten der Erde geschieht. Als Maß hat sich in diesem Zusammenhang der Begriff des ökologischen Fußabdrucks etabliert: Dieser zeigt an, wie viel Fläche auf der Erde erforderlich ist, um verbrauchte Ressourcen nachwachsen zu lassen bzw. Abfälle abzubauen. Angegeben wird der Wert in Globalhektar. Der ökologische Fußabdruck bezieht sich u.a. auf die Lebensbereiche Wohnen, Ernährung, Mobilität und Konsum.

Unter www.mein-fussabdruck.at können Sie Ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck anhand einer kleinen Befragung erfahren und mit dem österreichischen Durchschnitt vergleichen. Nach dem völlig unverbindlichen und anonymen Onlinetest erhalten Sie zudem Empfehlungen für Verbesserungen an Ihrer konkreten Situation. 

Nationale und internationale Umweltagenden

Zum Schutze der Umwelt und der biologischen Vielfalt gibt es zahlreiche nationale und internationale Strategien und Abkommen. Das wichtigste internationale Instrument ist die Konvention der Vereinten Nationen (United Nations) über die biologische Vielfalt, welcher Österreich 1995 beigetreten und welche daher auch im österreichischen Bundesgesetz verankert ist (BGBL. 213/1995, i.d.g.F.). Österreich hat sich gemäß diesem Übereinkommen dazu verpflichtet, nationale Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu setzen, darunter fallen z.B. die Naturschutzgesetze der Länder, div. Natur- und Artenschutzprojekte, Einrichtung von Schutzgebieten (Nationalparks etc.), Erstellung einer Nationalen Biodiversitäts-Strategie sowie das Umweltkontroll- und das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz.

Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+

Die Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+ legt Ziele und Maßnahmen für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Österreich fest. Diese orientieren sich an den EU sowie international – im Rahmen des Übereinkommens Biologische Vielfalt – vorgegebenen Zielsetzungen.

Weitere Informationen erhalten Sie online unter www.bmlfuw.gv.at.


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