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Ärztin betrachtet mit Patienten ein Röntgenbild © Alexander Raths

Luftschadstoffe und Gesundheitsgefahren

Luftschadstoffe werden vor allem durch Verkehr, Industrie, Energieerzeugung und Hausbrand freigesetzt (emittiert). Um die Gesundheitsgefahren einzudämmen, wurden in vielen Ländern Maßnahmen zur Verringerung der Schadstoffemissionen eingeführt und Grenzwerte festgelegt. Dadurch konnten Rückgänge der Luftkonzentrationen vor allem bei  Schwefeldioxid (SO2) und Kohlenmonoxid (CO) sowie teilweise auch bei Benzol und Feinstaub erreicht werden. Trotzdem stellen besonders Feinstaub und Stickstoffoxide (NO und NO2) für die Bevölkerung nach wie vor eine beträchtliche gesundheitliche Gefahr dar.

Welche Gesundheitsschäden können auftreten?

Luftschadstoffe können verschiedene – teils vorübergehende, teils chronische – Gesundheitsschäden auslösen und das natürliche Abwehrsystem des Atemtraktes schwächen. Zu den Gesundheitsschäden zählen Beeinträchtigungen der Lungenfunktion sowie Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bestimmte Luftschadstoffe erhöhen das Krebsrisiko. Expertinnen/Experten vermuten auch eine Wirkung auf entzündliche Erkrankungen, z.B. chronische rheumatische Erkrankungen oder Arteriosklerose.

Eine wesentliche Rolle spielt die Höhe und die Dauer der Schadstoffbelastung. So treten in Gebieten mit häufiger hoher Luftverschmutzung u.a. Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehäuft auf, was zu mehr Spitalsaufenthalten und einer verkürzten Lebenserwartung der Betroffenen führt. In stark belasteten Gebieten ist auch die Kindersterblichkeit höher. Ältere Menschen, Ungeborene und Kleinkinder sowie Personen mit einer bestehenden Atemwegserkrankung (z.B. Asthma, chronische Bronchitis) oder mit chronischen Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes oder Adipositas) sind durch Luftschadstoffe besonders gefährdet.

Anfälligkeit ist individuell verschieden

Nicht alle Menschen reagieren auf Luftschadstoffe gleich. Verschiedene persönliche Faktoren beeinflussen die gesundheitlichen Wirkungen der Schadstoffe. Dazu zählen:

  • Gesundheitszustand und körperlicher Status: Personen mit einer Vorerkrankung, z.B. Asthma, COPD oder einer Herzkrankheit, sind für akute Erkrankungen durch Luftschadstoffe anfälliger.
  • Alter: Generell sind Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer im Verhältnis höheren Atemfrequenz und engere Atemwege stärker betroffen.
  • Atemmuster: Bei tiefer Atmung und Mundatmung ist die Schadstoffbelastung stärker als bei flacher Atmung und Nasenatmung.
  • Anstrengungsgrad der körperlichen Aktivität (Intensität): Der Anstieg der Atemfrequenz verursacht eine höhere Aufnahme von Schadstoffen über die Atmung.
  • Genetische Faktoren: Auch sie beeinflussen die Empfindlichkeit eines Menschen auf Luftschadstoffe.

Luftschadstoffe: Wie kann ich mich schützen?

Gesundheitsschäden können grundsätzlich dadurch vermieden werden, dass möglichst wenig schadstoffhaltige Luft eingeatmet wird. Besonders wenn Schadstoffgrenzwerte überschritten werden, helfen Vorsichtsmaßnahmen, die gesundheitliche Belastung möglichst gering zu halten.

  • Bei hoher Belastung mit Luftschadstoffen, besonders durch Ozon und Feinstaub, sollten anstrengende Tätigkeiten im Freien vermieden werden.
  • Fußgänger und Radfahrer sollten stark befahrene Straßen meiden und weniger befahrene Nebenstraßen nutzen.
  • Wohnräume sollten zu verkehrsarmen Zeiten gelüftet werden. Hier finden Sie weitere Informationen zu Luftschadstoffen in Innenräumen.

Auskunft über die aktuelle Schadstoffbelastung gibt der tägliche Luftgütebericht des Umweltbundesamtes.

Generell steigert ein gesunder Lebensstil (ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Nichtrauchen, höchstens geringer Alkoholkonsum etc.) die Abwehrkraft des Körpers gegen oxidativen Stress und Entzündungen. Dies hilft, gesundheitlichen Schäden durch negative Umwelteinflüsse vorzubeugen.

Feinstaub

Feinstaub (PM) zählt zu den gefährlichsten Schadstoffen für die Gesundheit, da er in sensitive Bereiche des Atemsystems eindringt. Eine lang anhaltende Belastung mit Feinstaub wirkt gesundheitsschädlich und lebensverkürzend.

Detaillierte Informationen finden Sie unter Feinstaub: Luftschadstoff Nummer 1.

Ozon

Ozon (O3) zählt zu den Vorläufergasen von Feinstaub. Eine hohe Ozonbelastung der Luft kann Atemwegsprobleme verursachen, Asthma auslösen, die Lungenfunktion beeinträchtigen sowie Lungenerkrankungen verursachen. In der Umwelt verursacht eine hohe Ozonkonzentration Vegetationsschäden.

EU-Grenzwert in Bezug auf Menschen: 120 µg/m3 (maximaler Acht-Stunden-Mittelwert, sollte nicht an mehr als 25 Tagen pro Jahr überschritten werden).

Hier finden Sie die aktuellen Ozonwerte für Österreich.

Stickstoffoxide

Stickstoffoxide (NOx) entstehen bei hohen Verbrennungstemperaturen aus dem Stickstoff (NO2) und Sauerstoff (O2) der Luft. Daher sind der Verkehr und die Industrie die bedeutendsten Quellen. Besonders Stickstoffdioxid verursacht in höheren Konzentrationen verschiedene Gesundheitsschäden. So können kurzzeitige Belastungen bei sensitiven Personen eine Beeinträchtigung der Lungenfunktion hervorrufen.

Durch Langzeitbelastungen steigt die Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen. NOx trägt ebenfalls zur Entstehung von Feinstaub und Ozon bei. In der Umwelt werden sensible Ökosysteme durch ein Überangebot an Stickstoff belastet.

EU-Grenzwerte für NOx und NO2:

  • 200 µg/m3 (Stunden-Mittelwert, sollte nicht mehr als an 18 Stunden pro Jahr überschritten werden)
  • 40 µg/m3 (Mittelwert pro Kalenderjahr)

Schwefeldioxid

Schwefeldioxid (SO2) wird bei der Verbrennung von schwefelhaltigen Brennstoffen freigesetzt. Es kann in höheren Konzentrationen das Atemwegsystem und die Lungenfunktion beeinträchtigen sowie folgenschwere Atemwegsentzündungen und Augenbeschwerden auslösen. Schwefeldioxid ist eine Vorläufersubstanz von Feinstaub.

EU-Grenzwerte:

  • 350 µg/m3 (Stundenmittelwert, sollte nicht an mehr als 24 Stunden pro Jahr überschritten werden)
  • 125 µg/m3 (Tagesmittelwert, sollte nicht an mehr als drei Tagen pro Jahr überschritten werden)

Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid (CO) entsteht bei der nicht vollständigen Verbrennung von fossilen und biologischen Brennstoffen. Es wird über die Lunge ins Blut aufgenommen und kann die Sauerstofftransportfähigkeit der roten Blutkörperchen verringern, was zu einer verringerten Sauerstoffversorgung der Organe führt. Personen mit einer bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung sind durch Kohlenmonoxid besonders gefährdet.

EU-Grenzwert: 10 mg/m3 (Acht-Stunden-Mittelwert)

Schwermetalle

Schwermetalle wie Arsen, Cadmium, Blei, Quecksilber und Nickel werden bei verschiedenen Verbrennungsprozessen bzw. industriellen Produktionsprozessen sowie beim Bergbau und nachfolgender Verarbeitung freigesetzt. Schwermetalle können in Feinstaub enthalten sein und sich in der Umwelt ablagern. Die Aufnahme dieser Stoffe erhöht das Krebsrisiko und kann zu Knochen- und Nierenschäden beitragen.

EU-Grenzwerte (Jahresmittelwerte):

  • Arsen: 6 ng/m3
  • Cadmium: 5 ng/m3
  • Nickel: 20 ng/m3
  • Blei: 500 ng/m3

PAK

Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen bei unvollständiger Verbrennung und sind ein wichtiger Bestandteil in Ruß und Teer. PAK ist ein Summenbegriff für viele verschiedene komplizierte organische Verbindungen. Der bekannteste Vertreter ist das Benzo(a)pyren, das schon lange als krebserregend bekannt ist. Es ist auch einer der gefährlichsten Bestandteile des Zigarettenrauchs.

EU-Grenzwert (Jahresmittelwert): 1 ng/m3

Benzol

Benzol ist eine flüchtige chemisch-organische Verbindung (aromatischer Kohlenwasserstoff), die in Autokraftstoffen (Benzin) enthalten ist und bei der unvollständigen Verbrennung von Benzin freigesetzt wird. Andere Quellen sind Hausbrand, die Raffinierung von Erdöl sowie das Handling, der Transport oder die Lagerung von Benzin. Benzol ist ein krebserregender Stoff, der zu Leukämie (Blutkrebs) führen kann.

EU-Grenzwert: 5 µg/m3

Weitere Informationen:

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