Hitze und psychische Gesundheit
Wie kann sich Hitze auf die psychische Gesundheit auswirken?
Während sich manche Menschen auch bei hohen Temperaturen wohlfühlen, erleben viele an sehr heißen Tagen Müdigkeit, Gereiztheit, Unruhe oder eine verminderte Belastbarkeit. Auch Denken und Konzentration können dann schwerer fallen. Ein Grund dafür ist, dass Hitze den Körper stark beansprucht. Sie kann den Schlaf stören, den Kreislauf belasten und das Stresserleben verstärken.
Hitze kann die Psyche auf verschiedene Weise beeinflussen. Dazu zählen:
- Direkte körperliche Reaktionen auf hohe Temperaturen: z.B. Überhitzung, Erschöpfung.
- Mehr Stress im Alltag: z.B. geringere Leistungsfähigkeit, obwohl die täglichen Aufgaben bestehen bleiben.
- Schlechter Schlaf.
- Soziale Belastungen: Viele Menschen ziehen sich bei großer Hitze zurück, bleiben zu Hause und sind weniger sozial aktiv. Oder sie lassen Tätigkeiten ausfallen, die ihnen bei geringeren Temperaturen Freude bereitet haben. Das kann zu Angst, Traurigkeit, innerer Unruhe und Einsamkeitsgefühlen führen.
Während Hitzewellen kann es zudem häufiger zu psychischen Krisen kommen, in denen man Hilfe benötigt. Österreichweite Anlaufstellen bei psychischen Krisen finden Sie unter: Wenn die Psyche Hilfe braucht
Auch für Menschen mit psychischen Vorerkrankungen kann Hitze besonders schwer sein. Das betrifft zum Beispiel Menschen mit Depressionen, Angststörungen, einer Demenz oder einer Schizophrenie. Die Einnahme von Psychopharmaka kann zudem zu Wechselwirkungen mit der Hitzebelastung führen; etwa durch veränderte Wärmeregulation des Körpers und veränderte UV-Empfindlichkeit. Auch die Wirkung der Medikamente kann verändert sein.
Welche Maßnahmen können die Psyche bei Hitze unterstützen?
Fachleute empfehlen folgende Maßnahmen, um die Psyche bei Hitze zu unterstützen:
- Gespräche können entlasten: Reden Sie mit anderen über Ihre Sorgen oder Hitzebelastung; mit Familie, Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunden, Bekannten, Nachbarinnen und Nachbarn.
- Wenn psychische Belastungen sehr groß werden, wenden Sie sich an Fachleute, die Sie professionell begleiten können: z.B. Psychotherapeutinnen bzw. Psychotherapeuten oder Klinische Psychologinnen bzw. klinische Psychologen. Oder wenden Sie sich an Helplines. Telefonnummern finden Sie unter Beratung bei seelischen Krisen & Gewalt. Österreichweite Krisentelefonnummern finden Sie unter Notrufnummern bei Krise und Suizidgefahr bzw.Notrufnummern & Hotlines. Wenn Sie verzweifelt sind und nicht mehr weiterwissen, rufen Sie die Rettung unter der Telefonnummer 144.
- Auch Selbsthilfegruppen können bei Belastungen durch gegenseitigen Austausch helfen.
- Verändern Sie die Dosis oder Einnahme von Psychopharmaka nicht eigenständig. Setzen Sie sie nicht selbst ab und ändern Sie die Dosierung nicht ohne Rücksprache. Sprechen Sie bei Fragen oder Unsicherheiten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Suchen Sie Abkühlung im Grünen oder am Wasser. Aufenthalte in Parks, bei Baumscheiben, in Gärten, in Stadtwäldern oder an Wasserstellen wie Brunnen, Bäche oder Flüsse, Teiche bzw. Seen oder öffentlichen Schwimmbädern können helfen, den Körper zu entlasten und für kurze Erholung sorgen. Solche Orte können positiven Einfluss auf das psychische Wohlbefinden haben.
- In Teilen von Österreich und vor allem in Wien gibt es sogenannte Klimaoasen. Das sind in der Regel Pfarrgärten, die Abkühlung bieten, konsumfrei genutzt werden können und soziale Kontakte ermöglichen.
- Beachten Sie zudem allgemeine Tipps zur Vorbeugung gegen Hitzebelastung. Zudem kann man in den Sommermonaten das Hitzetelefon anrufen. Nähere Informationen finden Sie unter: Hitzetelefon.
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Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2026
Erstellt durch: Gesundheit Österreich GmbH, Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit, Abteilung Klimaresilienz und One Health, Redaktion Gesundheitsportal
Expertenprüfung durch: Mag.a Brigitte Gratz, Psychotherapeutin